Formel-1-Weltmeisterschaft

Formel-1-Weltmeisterschaft

— 16.06.2005

Vorwärts in die Vergangenheit?

Fünf Jahre dominierte Ferrari die Formel-1-Welt nach Belieben. Jetzt wird bereits die Saison 2006 geplant. Mit Michael Schumacher?

Die Formel-1-Saison 2005 – soviel steht bereits nach acht Rennen fest – wird in der glorreichen Firmenhistorie von Ferrari keinen exponierten Platz finden. Noch kein Sieg, die Fahrer-WM so gut wie verloren, Platz fünf in der Konstrukteurswertung – bei den Roten ist man in Schumi-Zeiten wahrlich Besseres gewohnt. Jetzt rauchen in Maranello die Köpfe: Geht es zurück in die Zukunft, oder besser: vorwärts in die Vergangenheit? Volle Kraft voraus für 2006, um an alte Erfolge anzuknüpfen?

"Wir müssen abwägen, was wir in diesem Jahr noch erreichen und welche Ressourcen wir schon fürs nächste Jahr aufwenden können", meint Ross Brawn. Auch der Technikdirektor weiß um den immensen Erfolgsdruck, der auf seinem Team lastet. Eine Saison ohne Sieg? Für die Ferraristi undenk- und der Öffentlichkeit kaum erklärbar. So tut man sich schwer mit der Entscheidung, dem "Vorbild" Renault zu folgen. Die Franzosen hatten auf Geheiß von Teamchef Flavio Briatore das Jahr 2004 (mit dem "Ausrutscher" beim Trulli-Sieg in Monaco) geopfert, um ein siegfähiges Auto für 2005 auf die Räder zu stellen.

Fest steht: Der Nachfolger des F2005 soll diesmal pünktlich zum Saisonstart 2006 in Malaysia bereitstehen. Brawn: "Wegen der recht grundsätzlichen Änderungen im Reglement werden wir früher dran sein. Wir werden ein Hybridauto bauen – ein derzeitiges Chassis mit neuem V8-Motor." Dem Noch-Weltmeister wäre es nur recht. "So lange wir nicht zu allen Phasen eines Rennens wirklich konkurrenzfähig sind, und das waren wir in Montreal vor allem zu Beginn nicht, sind wir kein Topteam", dämpft Michael Schumacher die Hoffnungen für die bevorstehende Aufgabe in Indianapolis (So., 19.06.2005, 20 Uhr). Und damit auch die Hoffnungen auf eine Wende zum Guten.

Wie lange sich der erfolgsverwöhnte Rekord-Champion (Vertrag bis 2006) die Ferrari-Talfahrt noch antut, ist zumindest für seinen Bruder fraglich: "Ich gehe nicht davon aus, daß Michael noch sehr lange fahren wird", erklärte Ralf Schumacher in der SPORT BILD. Für den Toyota-Fahrer wäre dessen Rücktritt der Todesstoß für die Roten: "Wenn Michael geht, werden mit ihm auch viele gute Leute gehen. Danach wird für Ferrari die Rückkehr an die Spitze sehr schwierig."

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