Formel-1-Weltmeisterschaft

Formel-1-Weltmeisterschaft

— 12.09.2005

Michelin verliert an Profil

Der französische Reifenhersteller verliert mit Williams und Toyota zwei Kunden. Kommt 2008 der Einheitspneu, soll ganz Schluß sein im F1-Zirkus.

Rollt Michelin in der Formel 1 langsam aus? Der französische Reifenhersteller wird 2006 nur noch fünf statt bisher sieben Teams beliefern und 2008 möglicherweise ganz aus der Motorsport-Königsklasse aussteigen. Mit WilliamsF1 und Toyota wechseln kommende Saison zwei Rennställe zu Konkurrent Bridgestone, auch wenn man in Japan lediglich Verhandlungen bestätigte. Hintergrund: Michelin möchte Kosten sparen, Bridgestone mehr Testdaten haben. Bisher kamen diese in brauchbarer Menge nur von Ferrari.

Konzernchef Edouard Michelin erklärte in Spa, daß seine Firma in der kommenden Saison mit McLaren-Mercedes, dem künftigen BMW-Team, Renault, BAR-Honda und Red Bull zusammenarbeiten werde. Damit würde sich 2006 sein 7:3-Vorsprung in ein 5:5-Reifenpatt verwandeln. Offen ließ Michelin noch, wie künftig das Minardi-Team nach der vereinbarten Übernahme durch Red Bull behandelt wird.

Monsieur Michelin bekräftigte zudem die Drohung, in drei Jahren dem F1-Zirkus den Rücken zu kehren, sollte die FIA ihre Pläne eines Einheitsreifens durchsetzen. Zudem forderte er vom Weltverband mehr Transparenz bei den künftigen Regeln. Andernfalls sei in Abstimmung mit den belieferten Teams sogar schon ein Abschied nach Ende der kommenden Saison denkbar.

"Die Formel 1 muß ein intensiver technologischer Wettbewerb bleiben", sagte der Firmenchef. "Es gibt gewichtige Argumente für einen Einheitsreifen. Wenn Mister Michelin diese einfachen Dinge nicht kennt, zeigt er ein fast komisches Fehlen von Wissen", konterte die FIA in einer namentlich nicht gekennzeichneten Pressemitteilung. Die Vorschläge kämen nicht von der FIA, "sondern von den Teams, auch von allen Michelin-Teams".

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