Die Performance der Formel-1-Reifen hat über die Jahre stark nachgelassen

Formel 1: Wieder mehrere Reifenhersteller?

— 21.05.2015

Pirelli fürchtet einen Reifenkrieg

Der Königsklasse fehlt es dieser Tage an Spannung, sagen die Kritiker - und wünschen sich einen zweiten Reifenhersteller: Kehrt Michelin in die F1 zurück?

Die Diskussion um eine mögliche Rückkehr von Michelin in die Formel 1 teilt die Meinungen der Fahrer, Teams und Fans. McLaren-Pilot Fernando Alonso erinnert sich gern an die Zeit, in der es noch einen Reifenkrieg hab und würde es begrüßen, wenn es auf dem Reifensektor wieder einen Wettbewerb zwischen zwei Herstellern geben würde. Seitdem in der Formel 1 mit Einheitsreifen gefahren wird, können sich die Hersteller ausruhen, was sich negativ auf die Performance der Pneus ausgewirkt hat. Der Unterschied zwischen der Formel 1 und der GP2 wurde immer geringer. Es ist keine Seltenheit, dass die schnellsten GP2-Piloten an einem Wochenende schneller sind als die Hinterbänkler im Formel-1-Feld. Diese Entwicklung ist auch auf die Reifen zurückzuführen.

Pirelli als Reifenmonopolist: In welche Richtung steuert die Formel damit auf lange Sicht?

"Ein Reifenkrieg würde der Formel 1 helfen, denn alle würden ans Limit gehen", findet Alonso, der noch miterleben durfte, wie es war, als sich Michelin und Bridgestone duellierten. Seit 2007 wird in der Formel 1 mit Einheitsreifen gefahren. Fortan waren die Reifen weniger auf Performance getrimmt: "Dieser Umstieg war 2006 ziemlich groß", erinnert sich Alonso, der die Reifen der Saison 2005 mochte: "Die Reifen von beiden Herstellern waren großartig, denn sie haben sich gegenseitig ans Limit getrieben. Wir hatten einen sehr schnellen Reifen, der aber auch sehr stabil war. 2005 konnte man mit ihm sogar eine ganze Renndistanz absolvieren. 2007 waren die Einheitsreifen von Bridgestone ganz anders", schildert Alonso, der das Fahren mit den deutlich schnelleren Autos mehr mochte.

Momentan fehlt Alonso vor allem die Herausforderung. Die Königsklasse ist dem Spanier zu einfach geworden. Bei Pirelli stößt der Gedanke des Wettbewerbs auf wenig Begeisterung. Motorsportdirektor Paul Hembery warnt vor falschen Entscheidungen: "Wir sollten sehr vorsichtig an die Regeln herantreten. Es scheint, als ob niemand einen Reifenkrieg begrüßen würde, was auf die wirtschaftliche Situation zurückzuführen ist", wird Hembery von 'El Confidencial' zitiert. Hembery ist überzeugt, dass der Hersteller der Reifen nicht im direkten Fokus des Interesses stehen sollte: "Unterm Strich ist die Formel 1 eine Meisterschaft für Teams und Fahrer. Für einen Reifenhersteller ist es schwierig, zu verstehen, wie groß der Anteil am Erfolg ist", ist der Pirelli-Motorsportdirektor überzeugt.

 

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