Mercedes in der Formel 1: Die Geschichte

Formel 1: Wieder Titel für Mercedes

— 29.10.2017

111 Jahre Grand-Prix-Sport für Silberpfeile

Die Formel-1-Geschichte von Mercedes ist eine wahre Erfolgsstory. Mit Lewis Hamilton stellt Mercedes wohl zum zehnten Mal einen Weltmeister. Die besten Geschichten, die besten Bilder.

Als einer von zwölf Herstellern war Mercedes schon beim allerersten Grand Prix 1906 in Frankreich dabei. Als bester Stern-Fahrer belegte der rote Teufel Camille Jenatzy Rang zehn. Wenig eindrucksvoll – und doch ist Mercedes als einer von nur drei Herstellern (neben Renault) heute noch im Grand-Prix-Sport vertreten. Und das erfolgreich.

Heute ist Mercedes nach Ferrari der treueste Hersteller in der Formel 1, mischt seit 23 Jahren ununterbrochen mit. Zuvor waren die Stuttgarter Jahrzehnte lang aus der Königsklasse des Motorsports verschwunden. Eine Entscheidung, die in Folge der Le-Mans-Katastrophe 1955, als Pierre Levegh mit seinem Mercedes-Benz in die Zuschauer flog und 83 davon mit in den Tod nahm, getroffen wurde.

Doch die meisten Mercedes-Kapitel glänzen. Wann immer Mercedes dabei war, gewannen sie Rennen, dominierten nicht selten. So wie schon in den 1900er und 1910er Jahren beim wichtigsten Grand Prix des Jahres in Frankreich. Christian Lautenschlager gewann das Rennen 1908 und 1914 und war damit 90 Jahre vor Michael Schumacher der erste deutsche Grand-Prix-Sieger.

Die 30er Jahre waren für Mercedes sehr erfolgreich

Oder in den 30er Jahren, als der Rennsport zu nationalsozialistischen Propaganda-Zwecken missbraucht wurde. Die beiden deutschen Marken Mercedes-Benz und Auto Union lieferten sich ein Giganten-Duell: Rekordfahrten jenseits der 400 km/h auf den Autobahnen, Rennschlachten in den damals noch besonders waghalsigen Grand-Prix-Rennen. Drei Mal holte sich Rudolf Caracciola für Mercedes den Titel, zwei Mal schlug Auto Union zu.

Hatte der Sieger-Mercedes 1908 noch 120 PS aus stolzen 12,4 Litern Hubraum, leisteten die Triebwerke in den 30er Jahre bereits über 400 PS aus 5,6 Litern und ab 1938 fast 400 PS aus 3,0 Litern. Der nächste Mercedes-Auftritt: 1954 und 1955 in der Formel 1. In zwölf Rennen gewinnt Mercedes neun Mal. Den Mercedes W196 gibt es in zwei Ausführungen: als Stromlinienversion mit verkleideten Rennen für schnelle Kurse, als normaler Grand-Prix-Rennwagen für gewöhnliche Rennstrecken. Juan-Manuel Fangio wird in beiden Jahren mit Mercedes Weltmeister.

Mercedes in der Formel 1: Die Geschichte



Nach fast 50 Jahren Pause kehrte Mercedes 1994 als Partner des Sauber-Rennstalls in die Formel 1 zurück. Zuvor dominierte Mercedes mit Sauber die Sportwagenszene. Es war die Zeit der drei berühmtesten Mercedes-Junioren Michael Schumacher, Heinz-Harald Frentzen und Karl Wendlinger. 1995 wechselte Mercedes zu McLaren, holte sich in einem Duell gegen Schumacher 1998 und 1999 mit Mika Häkkinen zwei Mal den Titel.

Michael Schumacher hatte mit Mercedes wenig Erfolg

Lewis Hamilton wurde 2008 noch einmal für McLaren-Mercedes Weltmeister, Jenson Button 2009 im Brawn-Mercedes. Ab 2010 baute Mercedes nicht mehr nur Motoren, sondern auch wieder Autos. Und dafür holte man sogar den erfolgreichsten aller Formel-1-Fahrer zurück aus der Rente: Michael Schumacher. Mehr als ein Podestplatz (Valencia 2012) sprang nicht heraus, der Rennstall musste erst aufgebaut werden.

Der Schnitt erfolgte 2013: Mit Schumacher gingen auch Motorsportchef Norbert Haug und Teamchef Ross Brawn weg von Mercedes. Mit Lewis Hamilton, Toto Wolff und Niki Lauda schaffte man den Durchbruch – auch dank der 2014 eingeführten, rund 1000 PS starken, 1,6-Liter-V6-Turbo-Hybridmotoren. Seitdem wird Mercedes Weltmeister, drei Mal mit Lewis Hamilton, einmal mit Nico Rosberg.

Die Mercedes-Bilanz ist eindrucksvoll: 75 Siege in 165 WM-Rennen als Werksteam, macht eine Quote von 45,45 Prozent. Nur das Brawn-Team (47,06%) hat eine bessere Quote. Als Motorenhersteller kommt Mercedes auf 161 Siege, 417 Podestplätze, 8728 Punkte (Rekord!) und 169 Pole-Positions in 435 Grand Prix.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller; Picture-alliance

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