Pascal Wehrleins Weg an die Spitze

Formel 1: Wolff unterstützt Wehrlein

— 26.10.2017

Millionen-Poker um Wehrlein

Wo fährt Pascal Wehrlein 2018? Williams wäre das Wunschcockpit für den Deutschen. Die Unterstützung von Mercedes-Sportchef Toto Wolff hat er.

Es war der Lacher am Sonntag nach dem Rennen in Austin. Als RTL-Reporter Kai Ebel Sauber-Pilot Pascal Wehrlein nach News zu seiner Vertragssituation fragte, konterte der Deutsche trocken: „Da hab ich jetzt während des Rennens nichts Neues gehört.“ Eine flapsige Antwort, die Wehrleins Situation indes nur allzu gut beschreibt. Seit Wochen wartet der Schwabe auf Neuigkeiten zu seiner Zukunft. Doch noch heißt es: weiter warten.

Bei Sauber geht es für Wehrlein wohl nicht weiter

Wehrleins favorisierte Option ist ein Wechsel zu Williams. „Toto (Wolff; d. Red.) spricht mit jedem Team, das eine Option sein könnte - inklusive Williams“, wird der Mercedes-Junior in England zitiert. Auf die Frage, ob Williams den nächsten Schritt in seiner Karriere darstellen würde, sagt er klar: „Definitiv ja. Williams hat ein großartiges Auto und sie kämpfen um Platz fünf in der Konstrukteurs-WM, also wäre das ein großer Schritt für mich.“

Von Mercedes-Sportchef Toto Wolff wird er dabei entgegen anderslautender Meldungen weiter unterstützt. „Williams ist ein unabhängiges Team und entscheidet selbst“, sagt der Österreicher zu AUTO BILD MOTORSPORT und wirbt für seinen Zögling. „Würde ich entscheiden, wäre Pascal ganz klar erste Wahl. Er ist meiner Meinung der mit Abstand schnellste der Kandidaten und wäre der einzige richtige Maßstab für Lance Stroll.“

Ist Wehrlein auch 2018 noch in der F1 unterwegs?

Im Kampf ums Cockpit bei Williams hat Wehrlein Robert Kubica, Paul di Resta und Felipe Massa als Gegner. Nicht aber Alkoholsponsor Martini. Williams-Technikchef Paddy Lowe hat zuletzt bestätigt, was AUTO BILD MOTORSPORT bereits rund um den Singapur GP berichtet hatte: „Das Wichtigste für uns ist, die bestmögliche Fahrerpaarung zu finden“, so Lowe zu Motorsport.com. „Ja, es gibt Themen rund um die Werbung und Martini, aber ich bin mir sicher, dass Martini Verständnis dafür hat, dass wir die bestmögliche Fahrerpaarung für die Rennen und nicht für die Werbung benötigen.“ Heißt auch: Man braucht keinen mindesten 25 Jahre alten zweiten Fahrer, der überall für Alkoholwerbung zur Verfügung steht.

Kubica und di Resta werden währenddessen verbal von Noch-Stammfahrer Felipe Massa eliminiert: „Ich habe wirklich keine Ahnung, wie er fährt“, sagt der Brasilianer über den nach einem Rallye-Unfall an seinem rechten Arm behinderten Kubica. „Ich jedenfalls könnte nicht mit einem Arm fahren und ich kann mir vorstellen, dass er zumindest bei gewissen Strecken Probleme mit diesen physisch sehr anstrengend zu fahrenden Autos bekommt.“

Mercedes-Chef Wolff fördert Wehrlein schon lange

Gegen di Resta ätzt Massa so: „Ich glaube nicht, dass er der richtige Fahrer für das Team ist und ich glaube auch nicht, dass er dort, wo er im Moment fährt (DTM, d. Red.) einen guten Job macht.“

Fakt ist: Die Stimmen mehren sich, wonach Wehrlein bei Williams die logische Wahl sein müsste. Lowe bestätigt, der Deutsche sei „absolut“ in der engeren Auswahl und erklärt auch, warum man den Mercedes-Junior anders als di Resta und Kubica nicht testen braucht. „Jemanden wie Pascal muss ich nicht ins Auto setzen. Er sitzt ohnehin jede Woche im Auto.“ Dazu kommt: Lowe weiß aus seiner Zeit als Mercedes-Technikchef bestens Bescheid über Wehrleins Fähigkeiten am Steuer.

Schafft der Deutsche 2018 den Sprung zu Williams?

Eine Gedankenstütze bekommt er von Saubers Ex-Teamchefin Monisha Kaltenborn: „Wir haben Pascal verpflichtet, weil er den Unterschied ausmachen kann“, sagt sie zu ABMS. „Schon bei den ersten Tests in Barcelona haben wir gemerkt, dass er ein kommender Weltmeister ist. Es war unglaublich, wie viel Gefühl er für ein Auto hat. Nach seiner Genesung wegen des Unfalls beim Race of Champions hat er das Ziel voll erfüllt. Besonders das Rennen in Barcelona hat gezeigt, auf welchem hohen Niveau er fährt.“ Da wurde er im unterlegenen Sauber Achter.

Woran also hakt es noch? Radio Fahrerlager meldet: am Geld. Mit Wehrlein pokert Williams unter anderem um einen Rabatt bei den Motoren. Mercedes-Sportchef Toto Wolff pokert mit und sagt: „Ein Fahrer kommt irgendwann an einen Punkt in seiner Karriere, wo niemand mehr für ihn zahlen sollte.“

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

Fotos: Picture-Alliance

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