Die Frauen um Lewis Hamilton

Formel 1: Wolff zufrieden mit Reihe zwei

Mercedes geht auf Nummer sicher

Lewis Hamilton kann am Sonntag den WM-Titel klarmachen. Mercedes ist beim Aero-Paket für die Höhenluft in Mexiko deswegen konservativ unterwegs.
Nur die zweite Startreihe für Mercedes in Mexiko - nach zuletzt vier Hamilton-Poles in Folge. Doch wer gedacht hat, dass bei den Silberpfeilen Frust über das Ergebnis herrscht, der irrt. „Wir sind eigentlich ganz zufrieden mit dem Resultat“, verblüfft Mercedes-Sportchef Toto Wolff. Der Österreicher erklärt: „Wir wussten, dass das hier eine schwere Strecke für uns wird, weil man viel Downforce braucht.“ Bekanntlich nicht Mercedes' Stärke.
„Zwischen den Top-3-Teams ist es sehr eng, noch enger als erwartet“, sagt Wolff. Die Rechnung des Silberpfeil-Bosses: „Das bedeutet, dass wir auf einer Downforce-Strecke einen Schritt näher an Ferarari und Red Bull rangekommen sind.“ Für den Österreicher besonders wichtig: „Wir nehmen jedes Wochenende und Rennen, um das Auto zu verbessern. Auch für nächstes Jahr.“

Zumindest im Qualifying schlug Ferrari Hamilton

Lewis Hamilton hilft das im Kampf um seinen vierten Titel in Mexiko zwar nur bedingt - mit Startplatz drei und Geleitschutz durch Teamkollege Valtteri Bottas direkt dahinter, ist er aber immer noch in einer komfortablen Ausgangslage für Sonntag. Eigentlich kann es sich Hamilton auf der Position sogar gemütlich machen, reicht ihm doch schon ein fünfter Rang zum WM-Gewinn.
Mit mehr Vorsicht oder dem Eingehen von weniger Risiko hatte seine Performance im Qualifying aber nichts zu tun, wie er erklärt: „Die beiden Jungs vorne waren einfach schneller. Ich habe alles gegeben. In meiner letzten Runde wäre es vielleicht noch ein paar Zehntel schneller gegangen, aber nicht schnell genug für die Pole.“ Hamilton weiter: „Ich hoffe, ich kann morgen wenigstens mit einem von ihnen kämpfen.“

Die Styles des Lewis Hamilton

Der Mercedes-Star weiß aber selbst, dass seine Möglichkeiten limitiert sind. Für die Experten steht fest, dass der Mexiko GP ein Einstopp-Rennen wird. Mit den Reifenwechseln wird erst um die 30. Runde gerechnet. Hamilton selbst spulte im Training am Freitag schon 27 Runden auf der ultraweichen Mischung ab, die er auch am Start drauf hat. Für Mercedes also kein Problem. Trotzdem glaubt Hamilton: „Man kann hier kaum überholen. Meine einzigen echten Chancen sind der Start und der Stopp.“

Mercedes will am Sonntag nicht nur dritte Geige sein

Damit Hamiltons WM-Traum schon in Mexiko in Erfüllung geht, ist Mercedes zumindest auf technischer Seite auf Nummer sicher gegangen. Die Silberpfeile haben extra eine spezielle Aero-Konfiguration für die Anforderungen der höchsten Strecke im Kalender mitgebracht. Am oberen Ende der Haifischflosse gibt es einen großen Luftschlitz, der die Hitze des Motors entweichen lässt (s. Grafik oben).
Hintergrund: Durch die extem dünne Luft in Mexiko wird die Kühlleistung um bis zu 30 Prozent reduziert. Außerdem muss der Turbolader die dünne Luft mehr verdichten, dreht deshalb die maximalen 125.000 Touren. Auch das sorgt für mehr Hitze. Deshalb haben viele Teams besonders große Lüftungsschlitze ins Chassis geschnitzt - allen voran Mercedes, die bei Hamiltons möglicher WM-Fahrt kein Risiko eingehen wollen.

Autoren: Frederik Hackbarth, Bianca Garloff

Fotos: Paolo Filisetti / Picture-Alliance

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