Jack Brabham

Formel 1: Zum Tod von Jack Brabham

— 19.05.2014

Am Zeichenbrett so begabt wie auf der Rennstrecke

Zum Tod von Jack Brabham schreibt AUTO BILD MOTORSPORT Reporter Ralf Bach in seiner Kolumne über den dreimaligen Formel-1-Weltmeister aus Australien.

Das letzte Mal habe ich Jack Brabham vor gut acht Wochen wahrgenommen. Es war im Albert Park von Melbourne, kurz vor dem Eingang des Fahrerlagers. Die Australier hatten da ein Denkmal ihrer Legende gebaut. Sein Auto, mit dem er 1966 das letzte Mal Weltmeister wurde, hatten sie kurz dahinter – glänzend und poliert – in einem Zelt aufgebaut. Jetzt ist Jack Brabham tot. Der dreimalige Weltmeister ist am Montagmorgen in seinem Haus an der australischen Goldküste im Alter von 88 Jahren verstorben. Zur Todesursache machte die Familie keine genauen Angaben, allerdings litt die Motorsport-Legende seit geraumer Zeit an einer Leberkrankheit. In einer Stellungnahme wird sein Sohn David zitiert: „Es ist ein sehr trauriger Tag für uns alle." Seitdem trauert auch ganz Australien mit.

Australiens großer Held

Sebastian Vettels Teamkollege Daniel Ricciardo fasst das Gefühl seiner Landsleute treffend zusammen: „Ein großartiger Australier, der viele von uns inspiriert hat, um ihre Träume zu verfolgen.“ Fest steht: Brabham ist etwas Besonderes, auch in der glitzernden Welt des Motorsports, die sonst Namen schnell wieder vergisst. Doch der Australier schaffte etwas Einzigartiges: Er wurde Weltmeister mit seinem eigenen Auto. Das war 1966. Der Australier gewann 1959 in Monaco sein erstes Rennen und im gleichen Jahr den Titel mit Cooper, was er 1961 wiederholte. 1966 gelang ihm – wie erwähnt – dieses Kunststück als bis heute einziger Fahrer in einem selbst konstruierten Wagen. Zwischen 1955 und 1970 bestritt er 126 Rennen in der Königsklasse, in denen er 14 Siege feierte und 13 Mal auf der Pole-Position stand.

Einzigartiges erreicht

Auch hinter dem Lenkrad ein Virtuose: Brabham fliegt 1966 im eigenen Auto zum dritten WM-Titel

McLaren-Teamchef Ron Dennis, der  schon zu Cooper-Zeiten an Brabhams Auto arbeitete, sagte einst über seinen am Zeichenbrett genauso wie auf der Rennstrecke begabten Chef: „Er hat etwas Einziges erreicht, was ihm niemals jemand nachmachen wird.“ Brabham sorgte auch für die kuriosesten Rennen der Motosportgeschichte. 1970 rollte er in der letzten Runde beim britischen GP ohne Benzin aus. Jochen Rindt, der in Monza im gleichen Jahr tödlich verunglückte und dennoch 1970 Weltmeister wurde, gewann das Rennen. Einer der Mechaniker hatte zu wenig Sprit eingefüllt. Es war Ron Dennis. In Monaco führte Brabham bis zur letzten Kurve das Rennen an. Dann verbremste er sich und landete in den Leitplanken der Rascasse-Kurve. Wieder gewann der in Hamburg geborene Jochen Rindt, der ihn auf seinem Lotus vorher das halbe Rennen gnadenlos gejagt hatte.

Ehrenmann & Gentleman

Red Bull-Motorsportchef Helmut Marko war damals hautnah dabei. Der Grazer war nicht nur Formel-1-Pilot, sondern von Jugend an treuer Begleiter und Freund von Rindt – der seine ersten Formel-1-Rennen für Brabham fuhr. Marko: „Brabham war ein Ehrenmann, ein Gentleman. Er haderte in Monaco nicht etwa mit seinem Schicksal, sondern gratulierte Jochen herzlich.“ 1978 wurde Jack Brabham für seine Errungenschaften von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen. Brabham hinterlässt die drei Söhne Geoff, Gary und David. Einer seiner Enkel, Sam, strebt ebenfalls eine Rennfahrerlaufbahn an und ist derzeit in der Britischen Formel Ford aktiv.

Autor: Ralf Bach

Fotos: Getty Images

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