Formel 3

Formel 3

— 12.02.2003

Krach um die Kasse

Die Teamchefs der neuen Euro-Serie fordern dringend eine Sondersitzung der Formel-3-Vereinigung.

Beim lieben Geld hört die Freundschaft bekanntermaßen auf – so auch in der deutschen Formel-3-Szene. Mehr als 27 Jahre lang leitete der Verein "Formel-3-Vereinigung e.V." die Geschicke der Deutschen Formel-3-Meisterschaft. Doch seit diesem Jahr steuert die Deutsche Motorsporthoheit, der DMSB, die zur Formel-3-Euro-Serie umfunktionierte DM im Rahmen der DTM selbst. Deshalb beschloss die Formel-3-Vereinigung Ende 2002, sich um die Ausschreibung einer eigenen nationalen Formel-3-Klasse als Unterbau zur professionellen Euro-Serie zu bemühen. Wichtigste Eckpunkte: Rennsport zu geringen Kosten, kein Einsatz von Autos Baujahr 2003. Doch der DMSB verweigerte diesem Cup-Coup die Genehmigung. Kurzerhand funktionierte der Vorstand der Formel-3-Vereinigung den Cup zu einer Vereinsmeisterschaft um, die keiner Genehmigung des DMSB bedarf.

Doch anders als geplant, dürfen im so genannten "F3V-Cup" nun doch 2003er Autos starten. "Um den Teams, die mitten in der Saison aus finanziellen Gründen aus der Euro-Serie aussteigen müssen, ein alternatives Betätigungsfeld zu bieten", begründet Bertram Schäfer, der stellvertretende Vorsitzende der Formel-3-Vereinigung.

Genau das aber stinkt den Chefs der großen deutschen Formel-3-Rennställe. Mit Gaststarts im "F3V-Cup" können Teams die für die Euro-Serie (bisher 28 Einschreibungen) geltende Testbeschränkung problemlos umgehen. Das wiederum triebe die eh schon gestiegenen Saisonkosten (ca. 500.000 bis 600.000 Euro pro Auto) weiter hoch. Viele Euroserie-treuen Rennstallchefs, allesamt Mitglied in der Formel-3-Vereinigung, sind ebenfalls strikt dagegen, dass deren sechsstelliges (!) Vereinsvermögen nun der neuen Konkurrenzserie zugute kommen soll, die in dieser Form von den Mitgliedern gar nicht beschlossen wurde.

Nicht zuletzt deshalb hat Teambesitzer Dr. Colin Kolles eine außerordentliche Mitgliederversammlung beantragt. "Die Vereinskasse sollte nicht verschleudert werden", wettert er. Stattdessen erwarten nun die meisten Teams, dass die Formel-3-Vereinigung ihre Interessen in der Euro-Serie vertritt. "Gerade bei organisatorischen Dingen sollte uns der Verein helfen", fordert Teamboss Peter Mücke.

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