Formel 3

Formel 3: Grand Prix de Pau

— 17.05.2016

Deutsche unter Wert geschlagen

Beim legendären Formel-3-GP in Pau gibt es reichlich Schrott statt Ruhm für die beiden deutschen Starter. Maximilian Günther verliert Tabellenführung, David Beckmann feiert Debüt.

Alle Schaufenster in der Stadt sind dekoriert. Auf dem Marktplatz sind Oldtimer ausgestellt. Betonung auf old. Ein Renault von 1910 sieht noch aus wie eine Kutsche, ist technisch aber schon ein Auto. Der starke Regen trübt die idyllische Atmosphäre in der Kleinstadt, knapp nördlich der Pyrenäen.
Zu gut für einen Gaststart: Formel 3 will Piquet nicht

Der Regen in Pau trübte etwas die Stimmung

Auf einer Leinwand läuft eine Dokumentation in Dauerschleife. Sie zeigt, wie sich der Pau GP über die Jahre verändert hat. Nämlich fast gar nicht. Okay, als 1933 der erste Grand Prix von Pau ausgetragen wurde, wählte man noch ein ungünstiges Datum: Wie die Organisatoren erkannten, kann es im Februar auch in Südfrankreich ordentlich schneien.

Seit 1935 blieb die Streckenführung aber unangetastet. Nur die Sicherheitsvorkehrungen wurden nach und nach professionalisiert. Und die Autos wurden immer kleiner: Die großen GP-Stars kommen schon lange nicht mehr nach Pau. Bis 1963 fand das Rennen auf der knapp 2,8 Kilometer langen Strecke noch mit Formel-1-Rennwagen statt, wenn auch nicht mit WM-Status. Gewinner damals: Jim Clark, der die 60er Jahre wie kein zweiter Fahrer prägte. Und bis heute der Rekordsieger von Pau ist.

Rekordsieger Jim Clark

Der Kurs durch die Kleinstadt ist seit 1935 unverändert

Inzwischen toben sich im Leitplankenkanal den Berg hinauf die Nachwuchsfahrer aus. Pau ist das Monaco der Formel 3. Nur der Hafen fehlt. Schrott ist auf einem solchen Stadtkurs natürlich vorprogrammiert.  Leider traf es dieses Mal auch die beiden deutschen Fahrer im Feld, Maximilian Günther und David Beckmann.

Günther reiste als Tabellenführer an – hat nach Pau aber 13 Punkte Rückstand auf Prema-Power-Teamkollege Lance Stroll. „Das ist weniger schlimm, als ich nach dem Qualifying befürchtet habe“, atmet er im Gespräch mit AUTO BILD MOTORSPORT auf. „Ich habe im regnerischen Qualifying einen Randstein zu heftig getroffen und bin in die Leitplanken gekracht. Das Auto war kaputt, das Qualifying vorbei.“ Und eine hintere Startposition garantiert. Aber auch Stroll konnte kein Rennen gewinnen: Die Siege gingen an Ben Barnicoat, George Russell und Alessio Lorandi. Die F3-Europameisterschaft ist härter umkämpft denn je.

Ben Barnicoat gewann den ersten Lauf in Pau

Und mit David Beckmann mischt seit Pau auch ein zweiter Deutscher mit: „Ich bin noch nie auf einem Stadtkurs gefahren – und erst Recht nicht im Regen“, sagt er ABMS. Beckmann reist daher auch mit null Punkten ab, zwei Mal sah er die Zielflagge erst gar nicht. „Das ist echt schade, denn mein Speed im Trockenen war gerade im Vergleich zu den anderen Rookies wirklich gut.“

Für Spielberg nimmt er sich mehr vor: „Da rechne ich mir wirklich mehr aus, denn die Strecke kenne ich schon aus der Formel 4 und es ist mein Lieblingskurs.“ Auch Günther will wieder angreifen: „Mein Ziel ist es ganz klar, ganz vorne zu sein.“

Autor: Michael Zeitler

Fotos: F3 EM

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