Formel 3

Formel 3 will Piquet nicht

— 12.05.2016

Zu gut für einen Gaststart

Nichts für Rennsport-Romantiker: Nelson Piquet Jr. wollte beim prestiegeträchtigen F3-GP in Pau mitfahren. Doch die FIA verbietet dem PS-Star den Start.

So eine Absage hat Nelson Piquet Jr. sicher auch noch nicht bekommen. Der amtierende Formel-E-Meister darf beim prestigeträchtigen Formel-3-Grand-Prix in Pau nicht mitfahren. Begründung: Weil er zu gut ist! Der Weltverband sperrt den Brasilianer aus, erteilt ihm keine Starterlaubnis.

Spektakulär: Die engen Gassen von Pau gelten als das Monaco der Formel 3 - Piquet will man trotzdem nicht

Die offizielle Erklärung der FIA: „Ein solcher Einsatz entspricht nicht der Intention der Meisterschaft“, wie es in einem Schreiben vom Donnerstag heißt. Piquets ehemaliges Team Carlin hatte den Brasilianer für einen Gaststart am Wochenende in Pau gemeldet, er war mit Abstand der namhafteste Pilot auf der Anmeldeliste. Doch die FIA sieht dadurch den Wettbewerb in der Nachwuchsklasse gefährdet.

Mit Bezug auf Artikel 4.7 des Sport-Reglements, der besagt, dass alle Anträge von der Behörde genauestens geprüft werden, lehnte der Weltverband nach einer elektronischen Abstimmung Carlins Anliegen ab. „Wir können nicht abstreiten, dass wir darüber erfreut waren, dass ein so talentierter und erfolgreicher Rennfahrer wie Nelson Piquet Jr. den Wunsch geäußert hat, in der Formel-3-EM zu fahren“, räumte Stefano Domenicali, Präsident der FIA Single Seater Commission, ein.

Doch auch wegen einer seit diesem Jahr greifenden Regelverschärfung, musste die FIA das Gesuch „im Sinne der Nachwuchsförderung“ ablehnen. So darf in der Serie beispielsweise auch kein Fahrer mehr als drei Saisons bestreiten und kein Champion seinen Titel verteidigen.

Maximal virtuell kann Piquet beim Rennen mitfahren...

Für Piquet, der sich selbst gerne als Rennsport-Romantiker bezeichnet, ist die Entscheidung eine Enttäuschung. Obwohl er 2008 und 2009 sogar 29 Formel-1-Rennen bestritt, hat er keine Scheu vor Starts in niederen Kategorien, wie er AUTO BILD MOTORSPORT einst im Interview erklärte:

„Viele Piloten heute fahren nur für den Glamour und damit sie sagen können, sie sind F1-Faher. Das ist heutzutage wirklich ein Problem im Motorsport.“ Der Brasilianer ist überzeugt: „Die meisten wollen lieber mit einem kleinen Team in der Formel 1 hinterherfahren als in der Formel E, DTM oder IndyCar Rennen zu gewinnen. Diese Einstellung ist sehr schade und finde ich langweilig.“

Piquet selbst probiert hingegen gerne möglichst viel aus, fuhr schon Stockcar in Brasilien und NASCAR in den USA. „Dort habe ich gelernt, dass die Leute Rennen fahren, weil sie es lieben. Sie würden jeden Tag fahren, wenn es geht - ganz egal ob sie ein Star sind oder nicht. Sie fahren in jeder Serie, die Spaß macht.“

PS-Allrounder: Piquet zuletzt bei der Sportwagen-WM

Den Europäern bescheinigt er in dieser Hinsicht ein „Ego-Problem. Nur weil jemand mal F1-Fahrer war, kann er nichts anderes mehr machen? Mittlerweile gilt das sogar schon für die Teammanager und Mechaniker. Keiner würde mehr in der GP2 oder Formel 3 arbeiten.“ Piquet selbst sieht das anders. „Mich interessiert es doch einen Scheiß, ob es in der Formel Renault oder sonst wo ist: Ich will Rennen fahren und Spaß haben! Gute Fahrer gibt es überall - und damit auch eine Herausforderung.“ Allein: Der Herausforderung in der Formel 3 darf sich Piquet nun nicht stellen...

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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