Sophia Flörsch

Formel 4: Beinah-Mega-Crash

— 10.07.2017

Geldstrafe für Flörsch

Das wäre fast richtig ins Auge gegangen: Sophia Flörsch wäre in Oschersleben beinah in ein Streckenfahrzeug gekracht. Sie wird bestraft, aber nicht für die Szene an sich.

Da werden Erinnerungen an Jules Bianchi wach. Der Franzose knallte beim Japan-GP 2014 in ein Bergungsfahrzeug. Rund ein Jahr danach erlag er seinen schweren Kopfverletzungen. Seitdem wird über einen Kopfschutz um das Cockpit von Formel-Fahrzeugen diskutiert.

In Oschersleben wäre Sophia Flörsch mit ihrem 160 PS starken Formel-4-Flitzer um ein Haar in eine ähnliche Katastrophe geschlittert. „Ich hätte tot sein können, wenn ich in den Wagen rase“, erklärte die 16-jährige hinterher schockiert. Das Training wurde gerade mit der roten Flagge abgebrochen, da fuhr ein Streckenfahrzeug auf die Strecke. Mit einem Ritt durchs Kiesbett entkommt Flörsch dem Mega-Crash.

Sophia Flörsch erlebte ein ereignisreiches Wochenende

Hinterher postet sie ein Video von diesem Vorfall auf ihren sozialen Netzwerken. Es zeigt die kritische Szene aus der Onboard-Perspektive. Doch Flörsch hätte das Video nie posten dürfen, die Bewegtbildrechte liegen beim ADAC. Strafe: 5000 Euro, dazu Ausschluss aus der ADAC Formel 4 auf Bewährung. Und ein Sportgericht muss nun klären, ob die Geldstrafe auf 20.000 Euro erhöht wird.

Für den Vorfall an sich gibt es keine Strafe. Dabei sagt Hans-Joachim Stuck, ehemaliger Formel-1-Pilot, gegenüber ABMS: „So darf man bei Rot nicht fahren.“ Flörsch war rund 120 km/h schnell, an einer Stelle, die sie sonst mit Tempo 180 durchquert. Die Regeln besagen aber: Sie muss jederzeit bereit zum Anhalten sein.

Damon Hill sieht eher den Fahrer des Streckenfahrzeugs in der Pflicht. Der Ex-Formel-1-Weltmeister twitterte: „Das ist unglaublich! Da müssen die Veranstalter aber eine richtig gute Erklärung dafür haben.“

Sportlich lief es für Flörsch durchwachsen: Nach den Plätzen acht und zehn schied sie im letzten Oschersleben-Rennen aus. In der Tabelle rangiert sie auf Position 17. Es führt Mick Schumachers letztjähriger Teamkollege Jüri Vips.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller; Picture-alliance

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