Mawson

Formel 4: Interview Joey Mawson

— 05.10.2016

Hier spricht der Schumi-III-Bezwinger

Joey Mawson hat gegen Mick Schumacher den Titel gewonnen. Im Interview mit ABMS spricht er über die Hintergründe, seinen Gegner und seine Zukunft.

Herr Mawson, Glückwunsch zum Titel. Was haben Sie besser gemacht als Mick Schumacher?

Das Team ist wie immer das A und O. Wir haben eine sehr gute Struktur. Ich bin im zweiten Jahr bei Van Amersfoort und daher konnten wir unsere Beziehung und unsere Zusammenarbeit weiterentwickeln. Sie haben mir das ganze Jahr über ein fantastisches Auto gegeben. Die Kommunikation mit den Ingenieuren ist sehr gut gewesen, sie haben alles daran gesetzt, meine Wünsche umzusetzen und das Maximum aus dem Auto geholt. Und wir waren vor allem im Qualifying gut, das war der Schlüssel.

War es trotzdem ein Nachteil, dass Sie nicht wie Mick Schumacher zusätzlich auch in der italienischen Formel 4 gefahren sind?

Für mich war es kein Nachteil, aber für ihn ein Vorteil. Er hatte mehr Zeit im Auto und konnte mehr Erfahrung sammeln.

Wie beurteilen Sie die Leistungen von Mick und das Duell gegen ihn?

Er war letztes Jahr mein Teamkollege. Er war von Anfang an gut. Wir hatten dieses Jahr nette Duelle und wir waren ziemlich oft zusammen auf dem Podium. Ich habe viel von ihm gelernt. Er hatte viele Stärken. Er ist ein sehr guter Racer, er ist sehr gut in den ersten Runden, hat einen Blick für Lücken um Plätze gut zu machen, wobei er aber auch vorsichtig ist. Er kann sehr clever das Risiko kalkulieren, was ihm im Rennen Vorteile verschafft.
Kommentar zu Mick Schumacher: Titel verloren, aber Talent gezeigt

Und Ihre Stärken?

Ich habe mich im Quali verbessert. Was an vielen Wochenenden sehr geholfen hat. Die Rennen mit den umgedrehten Startaufstellungen zählte nicht zu meinen Stärken.

Als Meister der ADAC Formel 4 – wie hoch schätzen Sie die Serie und damit den Titel ein?

Er hat Mick Schumacher bezwungen: Joey Mawson

Für mich ist es die stärkste Formel-4-Serie auf der Welt. Das zeigt sich auch an der höchsten Teilnehmerzahl. Wir fahren auf ausgezeichneten Strecken, drei davon sind Formel-1-Kurse. Die deutschen Strecken sind allgemein sehr gut. Wir haben außerdem mit Prema Power, US Racing, Mücke und Co. sehr professionelle Teams. Ich denke die Mischung aus alledem macht es zu einer starken Meisterschaft.

Wie sind Sie überhaupt zum Rennsport gekommen?

Mein Vater fuhr Speedway-Rennen. Zwar nicht professionell, aber er war sehr gut. Das habe ich also von ihm.

Sie fahren mit dem Helmdesign von James Hunt (Formel-1-Weltmeister von 1976 und ein Lebemann, die Red.). Warum?

Ich habe ihn schon immer bewundert. Er hat sich einfach ins Auto gesetzt und war schnell. Er hatte auch einen lustigen Lebensstil. Heute wäre das im Motorsport nicht mehr möglich, damals wurde sein Rauchen und Trinken noch toleriert. Dieses Jahr konnte ich meinen Helm selbst designen und da es so ein simples Design ist, habe ich es übernommen. Aber ich weiß nicht, ob ich das Design meine ganze Karriere beibehalten werde. Es muss auch zum Auto passen.

Was folgt jetzt nach dem Titelgewinn?

Plan A ist, dass ich mit Van Amersfoort in die Formel-3-Europameisterschaft gehe. Plan B ist, dass mein Manager noch härter daran arbeitet (lacht). Aber es sieht gut aus.

In der Formel 3 ist Prema Power, Mick Schumachers Team, noch stärker. Kommt es da also zur Revanche?

Prema ist überall gut. Sie sind überall vorn. Aber ich denke, mit meinem Team kann ich sie nächstes Jahr herausfordern.

Was ist Ihr ultimatives Ziel im Rennsport?

Ich will mit meiner Leidenschaft Geld verdienen. Ich mag die DTM, bin aber auch ein großer Fan der IndyCars. Die Autos sind sehr aggressiv. Es gibt dort viel Abwechslung, lange und kurze Strecken, Stadtkurse und Ovale. IndyCar ist wirklich sehr cool.

Autoren: Michael Zeitler, Alexander Warneke

Fotos: Hersteller

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