Mick Schumacher

Formel 4: Interview Schumi III

— 15.10.2016

„Ich war dieses Jahr entspannter“

Das erste größere Interview mit Mick Schumacher. ABMS war während des Finales der Formel 4 in Hockenheim mit dabei. Schumi III nimmt kein Blatt vor den Mund.

Mit einem Lächeln im Gesicht kommt Mick Schumacher (17) ins Teamzelt. Gerade hat der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher (47) das Saisonfinale der Formel 4 gewonnen. Es ist der versöhnliche Abschluss eines Wochenendes, an dem er zwar den Titel verloren, aber trotzdem seine Stärken als Rennfahrer unterstrichen hat. Sein Händedruck ist fest, jedem einzelnen Reporter unseres kleinen Kreises stellt er sich mit Namen vor. Dann redet er. Sympathisch, offen und souverän, obwohl die Situation neu ist für ihn.

Herr Schumacher,  die Meisterschaft haben Sie gegen Joey Mawson verloren. Wie fällt Ihre Saisonbilanz aus?

Mick Schumacher (17): Wir haben das Beste aus dem Wochenende gemacht. Klar wäre es schön gewesen, die Meisterschaft noch zu gewinnen. Aber mit der Teammeisterschaft haben wir das Wochenende gut abgeschlossen.

Wie haben Sie sich sportlich entwickelt?

Mit jedem Jahr und jedem Rennen wird man besser. Ich hab dieses Jahr viel gelernt, speziell wie man mit dem Team interagiert.

Vor der Saison sind Sie von Van Amersfoort zu Prema gewechselt. Welche Rolle hat das gespielt?

Beide Teams sind sehr professionell. Aber: Im Kart war ich auch schon in einem italienischen Team, und die italienische Philosophie gefällt mir.

Lernen Sie also auch schon Italienisch?

Ich bin noch am Lernen. Aber ich kann mich unterhalten.

Ist Ferrari dann auch in der F1 Ihr Lieblingsteam?

Alle da oben machen einen riesigen Job, daher drücke ich allen die Daumen – von Manor bis Mercedes.

Zurück zu diesem Jahr: Sie haben über 100 Überholmanöver gezeigt …

Wir hatten aber auch viel Pech, dadurch musste ich viel überholen. Das hat mir als Fahrer viel gebracht.

Wie viel davon ist pures Talent?

Mick Schumacher verlor den Formel-4-Titel knapp gegen Joey Mawson

Das kann man schlecht sagen. Ich fahre meistens nach Gefühl. Ich höre auf meinen Bauch. Wenn ich eine Lücke sehe, dann probiere ich’s. Wenn es klappt, dann ist es gut, und wenn nicht, dann versuche ich es noch mal.

Wo sehen Sie noch Potenzial?

Vor allem im Qualifying. Da habe ich noch Luft nach oben. Und der Schlüssel wird sein, mehr Erfahrung zu sammeln. Jeder Fehler ist gut, denn daraus kann ich nur lernen.

Wie planen Sie Ihre Karriere nun weiter?

Eins nach dem anderen. Ich werde 2017 hoffentlich Formel 3 fahren, und da versuche ich mein Bestes zu geben. Die nächsten Schritte werden sich dann ergeben. Strikte Ziele habe ich keine.
Mick Schumacher 2017: Audi und Mega-Talent als Gegner?

Sie haben an diesem Wochenende sehr viele Autogramme gegeben und Selfies gemacht – ist der Druck für Sie da in diesem Bereich geringer geworden?

Ich habe mich noch nicht völlig daran gewöhnt, das ist noch immer sehr neu für mich. Aber ich war dieses Jahr wahrscheinlich ein bisschen entspannter. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man viele Fans hat. Das spornt einen an.

Sie empfinden das also nicht als Druck?

Nein, sobald der Helm auf ist, geht’s nur noch ums Racing. Da bin ich voll fokussiert und nur noch bei mir. Nicht da draußen.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: picture-alliance

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