Flörsch

Formel 4: Lohr über Flörsch

— 18.08.2016

"Ergebnisse fehlen noch bisschen"

Wie steht es um Deutschlands größte weibliche Nachwuchshoffnung? Zuletzt fehlten Sophia Flörsch Top-Resultate, sagt auch Ellen Lohr im Gespräch mit ABMS.

Am Wochenende steht das letzte Auslandsrennen der ADAC Formel 4 auf dem Programm: Gefahren wird auf dem Dünenkurs im niederländischen Zandvoort (Samstag ab 11.55 Uhr, Sonntag 10.15 Uhr auf Sport 1). Dann folgt nur noch das Final-Wochenende in Hockenheim am 1./2. Oktober. Entsprechend ernst wird es also im Titelduell zwischen Joey Mawson (Van Amersfoort, 297 Punkte) und Mick Schumacher (Prema Power, 251 Punkte).

Doch auch für die restlichen Fahrer geht es darum, sich noch einmal in Hinblick auf 2017 zu empfehlen. Sophia Flörsch, die mit der spektakulären Fahrt in Oschersleben ohne Heckflügel auf Rang fünf von sich reden machte, muss ebenfalls nochmal Ergebnisse liefern. An den letzten drei Rennwochenenden kam die 15-Jährige nicht über zwei zehnte und einen neunten Platz hinaus.

Ellen Lohr fährt aktuell in der Truck-EM

Ellen Lohr ist eine der erfolgreichsten deutschen Rennfahrerinnen aller Zeiten. Bis heute ist sie die einzige Frau, die ein DTM-Rennen gewinnen konnte (1992 in Hockenheim für Mercedes). Mit AUTO BILD MOTORSPORT spricht die Truck-EM-Fahrerin über Sophia Flörsch: „Ich weiß noch nicht, wohin ihr Weg führen wird. Denn die Vermarktungssache ist das eine, das ist wichtig und obwohl das jeder weiß, können das nicht viele. Insofern Hut ab, das macht sie sehr gut. Aber für mich fehlen jetzt noch so ein bisschen die Ergebnisse."

Sie rät Flörsch zu einer zweiten Formel-4-Saison: „Ich denke, sie kann erst dann zeigen, ob das was wird mit ihr oder nicht. Selbst Mick Schumacher fährt ein zweites Jahr Formel 4."

Eine deutsche Formel-1-Fahrerin gab es noch nie. 1994 hätte Lohr fast einen Test im Sauber-Mercedes absolviert. „Ich habe noch einen Hand geschriebenen Brief von Norbert Haug (dem damaligen Mercedes-Motorsportchef, die Red.), darin hat er mir ans Herz gelegt, dass ich mich gut vorbereiten soll“, erinnert sich Lohr. „Ich sollte als Belohnung für gute Leistungen das Auto von Karl Wendlinger fahren. Es war ein Test anberaumt in Imola nach dem Monaco-GP, aber das war dann das Jahr, in dem Wendlinger verunglückt ist – dann wurde das natürlich auf Eis gelegt. Und am Ende des Jahres trennten sich Sauber und Mercedes und damit waren meine Chancen dahin. Das bedauere ich wahnsinnig, weil ich nie Formel 1 gefahren bin."

Auch Dr. Helmut Marko, heute Red-Bull-Talentscout, hatte Lohr im Auge. Lohr: „Ich hatte noch eine Chance. 1990 ist Wendlinger für Marko Formel-3000 gefahren (die Vorstufe zur Formel 1, die Red.), aber auch für Mercedes Gruppe-C-Sportwagen. Bei einer Terminkollision bin ich für ihn in der Formel 3000 eingesprungen.“ Im Nassen war Lohr im vorderen Mittelfeld vertreten, im Qualifying streikte dann aber das Getriebe – sie konnte sich nicht qualifizieren. „Deswegen sage ich zu jedem: Du brauchst immer etwas Glück und vor allem muss auch im richtigen Moment alles zusammenpassen“, erklärt Lohr. Das gilt auch für Sophia Flörsch……

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Toby Seifinger; Hersteller

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