Audi

Formel E: Audi kommt

— 02.09.2016

Werkseinsatz 2017 fix

Audi hat heute bekannt gegeben, das Formel-E-Engagement mit dem Team Abt Schaeffler Audi Sport zu verstärken. Schon i2017/2018 wird es ein Werkseinsatz.

Jetzt auch Audi – die rein mit Elektromotoren ausgetragene Formel-E-Meisterschaft lockt immer mehr Hersteller an. Renault ist der amtierende Meister, die Citroën-Luxusmarke DS, der indische Konzern Mahindra, der in Monaco angesiedelte Innovativ-Hersteller Venturi – sie alle sind in der Formel E engagiert. In der am 9. Oktober in Hong Kong startenden dritten Saison kommt Jaguar dazu, BMW hat eine technische Partnerschaft mit dem Andretti-Team.
Fahrerlose Rennserie: Probleme bei ersten Tests

Audi ist als Namensgeber des Teams Abt Schaeffler Audi Sport schon seit der ersten Saison an Bord. Die Entwicklung des Elektromotors lief allerdings vollständig über Schaeffler. Schon mit dem Beginn der kommenden Saison gibt es von Audi finanzielle und technische Unterstützung. 2017/2018 ist dann ein vollständiger Werkseinsatz geplant.

Lucas di Grassi und Daniel Abt bilden auch in der kommenden Saison wieder das Fahrerduo

Dr. Stefan Knirsche, Mitglied des Vorstands der Audi AG, erklärt den Schritt: „2015 soll jeder vierte Audi ein Elektroauto sein. Da ist es nur konsequent, dass wir unser Motorsport-Programm anpassen und uns in einer rein elektrischen Rennserie engagieren."

Optisch sichtbar wird das durch die vier Audi-Ringe an der Flanke und am Heckflügel des Spark-Rennwagens.

Für Audi ist es der erste Werkseinsatz im Formel-Sport seit den legendären Duellen mit Mercedes-Benz bei den Grand-Prix-Rennen in den 30er Jahren, damals noch unter Vorgänger Auto Union. Von 2009 bis 2012 baute Audi zudem die rund 400 PS starken 1,8-Liter-Motoren für die Formel-2-Meisterschaft.

Kommentar von AUTO-BILD-MOTORSPORT-Redakteur Michael Zeitler

Das nimmt den Unkenrufern den Wind aus den Segeln: Mit dem werksseitigen Einstieg von Audi in die Formel E ist klar: Diese anfangs oft belächelte Elektro-Serie hat Zukunft! Schon jetzt mischen mehr Hersteller mit als in der Formel 1 und ein Ende ist nicht in Sicht: BMW wird in Saison fünf, wenn der Fahrzeugwechsel während des Rennens wegfallen wird, ebenfalls werksseitig dabei sein. Und die Gerüchte um einen Volvo-Einstieg mit Polestar halten sich ebenfalls hartnäckig.

Die Formel E boomt immer mehr

Die Formel E ist beliebt, weil sie innovative Technik bietet, aber die Kosten noch im Rahmen sind. Die Budgets der Formel-1-Top-Teams liegen bei 300 bis 400 Millionen Euro, in der LMP1-Topklasse der Sportwagen-WM bei 100 bis 200 Millionen Euro. Das schreckt die meisten Hersteller ab. In der Formel E sind die Kosten noch tragbar, weil der Fokus hier nur auf der Entwicklung des Antriebsstrangs liegt. Das Chassis ist für alle gleich.

Allein: Mit jedem Hersteller, der sich in der Formel E engagiert, steigen die Chancen für eine Kostenexplosion – und das würde die Serie nicht überleben. Renault-Motorsportchef Cyril Abiteboul hat gegenüber ABMS bereits bestätigt: Wenn das passiert, ziehen die Franzosen den Stecker. Und nicht nur sie. Kostenregulierung, Fannähe, Konzentration auf den Sport – die Formel E macht derzeit so vieles richtig, was in anderen Serien falsch läuft. Daran muss man festhalten.

Und das Audi-Engagement in der Formel E könnte auch ein Warnschuss an die DTM oder die WEC sein: Dass Audi alle drei Projekte werksseitig stemmen wird und will, ist eher unwahrscheinlich.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.