Teams in der Formel E 2014/2015

Formel E: Audi Sport Abt vor der Premiere

— 12.09.2014

Das deutsche Team der Formel E

Mit dem Audi Sport Team Abt ist auch Deutschland in der Formel E vertreten: Pilot Daniel Abt & Teamchef Hans-Jürgen Abt im Interview vor dem Auftakt.

Als internationale Rennserie spricht die Formel E viele Sprachen. Dank des Audi Sport Teams Abt auch Deutsch: AUTO BILD MOTORSPORT traf sich vor dem großen Premierenrennen der neuen Elektroserie mit Daniel Abt (21) - einem von zwei deutschen Piloten in der Formel E neben Nick Heidfeld (Venturi) - und Abts Vater Hans-Jürgen (51), Teamchef beim einzigen deutschen Team in der Storm-Serie, und stellte ihnen jeweils vier Fragen zum großen Abenteuer Formel E:

Daniel Abt

Herr Abt, was macht für Sie den Reiz der neuen Formel E aus?

Daniel Abt: Vor allem das Thema Elektro, denn das hat sehr große Zukunftschancen. Viel hängt jetzt natürlich auch vom Einstieg weiterer Hersteller ab. Wenn die aber kommen, Geld fließt und Entwicklung entsteht, kann das hier relativ schnell etwas ganz Großes werden und schon auch etwas, dass sich neben der Formel 1 als große Serie etablieren kann!

Kann man das fahrerisch denn überhaupt miteinander vergleichen?

Deutschlands Hoffnung: Nachwuchstalent Daniel Abt ist einer von zwei heimischen Formel-E-Fahrern

Im Moment ist das Fahren von den körperlichen Anstrengungen her noch sehr niedrig. Die Autos sind langsamer als in der F1, vom Speed her in etwa mit dem Niveau der Formel Renault zu vergleichen. Das ist also nicht die große Herausforderung, weil jeder hier sicher schon höhere Geschwindigkeiten und anstrengendere Sachen erlebt hat. Die Herausforderung ist aber das Energie-Management. Man muss jetzt anfangen, sich die Energie einzuteilen. Dabei geht es nicht nicht nur darum, zu sparen, sondern so zu sparen, dass man gleichzeitig noch schnell ist. Der, der an der richtigen Stelle spart, ist damit der Schnellste. Das zu lernen und konstant umzusetzen ist die Herausforderung.

Ist das Sparen im Motorsport mittlerweile nicht in vielen Serien Alltag geworden?

Schon, nur haben wir dafür nicht so viel Hightech mit an Bord wie beispielsweise die Hybrid-Boliden in Le Mans, wo man genau sieht wie viel Verbrauch man hat. Wir sehen wir nur bei Start und Ziel, ob wir zu viel oder zu wenig haben und müssen das dann schnell adaptieren. Genaue Werte haben wir keine. Speziell auf neuen Strecken hat man aber nicht so viel Zeit, um sich auf darauf in Ruhe einzuschießen. Es wird also nicht einfach, mit diesen Autos schnell zu fahren!

Die Fahrer in der Formel E

Stichwort Strecken - die Formel E fährt ausschließlich in der Stadt: Ein Pluspunkt für die Show?


Ja, denn ich glaube die Rennen in den Städten werden ziemlich cool sein. Schon bei den Tests sah bisher alles gut aus und nicht zu langsam. Die Autos selbst sehen auch gut aus, es gibt schöne Teamfarben und auch mit der Form finde ich sie ganz pfiffig. Alles in allem wird es also sicher eine gute Show in der Stadt. Wenn man das Olympiastadion im Hintergrund hat oder in Long Beach fährt, das macht ja schon von Haus aus etwas her! Und vielleicht kann die Formel E somit auch helfen, das ganze Thema cooler zu verpacken und allgemein etwas für das Image von Elektroautos tun.

Hans-Jürgen Abt

Warum engagieren Sie sich mit ihrem Team in der neuen Formel E?

Abt, der auch in der GP2 startet, fährt in der Premierensaison für das Team seines Vaters

Hans-Jürgen Abt: Unser Team will als einzige deutsche Mannschaft in der Formel E Pionierarbeit leisten. Wir glauben an die Zukunft der Elektromobilität, an der wir in unserem Tagesgeschäft als Veredler schon seit einigen Jahren arbeiten. Das Konzept der Formel E mit Stadtrennen und vielen weiteren neuen Ideen ist optimal, um das Thema glaubwürdig rüberzubringen. Außerdem ist die internationale Reichweite der Formel E ein spannendes Thema: In einem Großteil der Märkte ist ABT Sportsline bereits heute tätig.

Wie liefen die bisherigen Tests - ist bereits eine Hierarchie festzustellen oder ist es dafür noch zu früh?

Wie alle Teams haben auch wir die Testfahrten vor allem dazu genutzt, das Rennauto mit seiner völlig neuen Technologie zu verstehen und die Abläufe zu trainieren. Dass uns dabei einige Bestzeiten und der Sieg in einem Testrennen gelungen sind - umso schöner. Ernst wird es erst jetzt in Peking. Wir haben aber alles getan, um uns so perfekt wie möglich vorzubereiten. Wie schätzen Sie vor der Saison ihren Sohn Daniel und seinen Teamkollegen Lucas di Grassi ein?

Dass beide Rennen und Titel gewinnen können, wissen wir. Deshalb waren Lucas und Daniel ja von Anfang an unsere Wunschfahrer. Mich hat beeindruckt, wie schnell und mit welcher Begeisterung und Freude sich die beiden während der Testfahrten in die neue Technik reingearbeitet haben. Das ist wichtig, denn die Formel E ist viel mehr als Gas geben, bremsen und lenken, sondern ein komplexes Thema.

Wie wichtig sind Stars für die Serie?

Hans-Jürgen Abt ist den Zuschauern und Motorsport-Fans auch als DTM-Teamchef bei Audi ein Begriff

Ich glaube, dass die Formel E so viele innovative Ansätze bietet, dass die Fans auf tolle Namen für die Fans gut verzichten könnten. Und dennoch: Ich kenne neben Formel 1 und DTM keine Serie, die mit so vielen internationalen und prominenten Namen startet wie die Formel E. Ich bin mir sicher, dass die Zuschauer spannende Rennen erleben werden! Mehr zur neuen Formel E und warum sich jetzt sogar Weltstars wie Leonardo DiCaprio in der Serie engagieren, erfahren Sie in der aktuellen AUTO BILD MOTORSPORT - ab heute als Heft im Heft in AUTO BILD überall am Kiosk erhältlich!

Autoren: Frederik Hackbarth, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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