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Formel E: Auftakt in Saudi-Arabien

Willkommen im Land der Steinigungen...

Der Formel-E-Auftakt steigt im Dezember 2018 in Riad, der saudi-arabischen Hauptstadt. Doch das ist der völlig falsche Weg. Ein Kommentar.
Eine News jagt in der Formel E derzeit die nächste. Aber Vorsicht: Nicht alle sind positiv. Zum Beispiel steigt der Saisonauftakt im Dezember 2018 in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad. Es ist ein völlig falsches Signal! 
Die kommende Saison ist für die Formel E extrem wichtig. Das neue Auto kommt, das ein ganzes Rennen halten soll. Es soll den Aufbruch in die Moderne symbolisieren. Die Formel E steht für unkonventionelle Wege. Sie soll den Zeitgeist treffen, junge Fans ansprechen, die Zukunft der Automobilbranche und des Rennsports aufzeigen.

Die letzten zwei Jahre startete die Formel-E-Saison in Hongkong

Doch da passt Saudi-Arabien nicht ins Bild. Das Motorsport-Interesse dort ist durchaus vorhanden. Mansour Ojjeh ist seit den 80er Jahren als Geldgeber von Williams und McLaren in der Formel 1, besitzt heute einen großen Teil des McLaren-Teams, hat sich also in der Formel 1 etabliert. Sein jüngerer Bruder Karim Ojjeh holte sich in einem Zytek-Nissan 2011 den LMP2-Klassensieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Und Abdulaziz Al Faisal gewann 2018 mit Black Flacon und dem Mercedes AMG GT3 schon zum zweiten Mal die 24 Stunden von Dubai.
Aber Saudi-Arabien steht für die mittelalterliche Auslegung des Islams. Menschenrechte werden mit Füßen getreten. Dieser Kommentar hier dürfte in saudi-arabischen Blättern wohl gar nicht erscheinen. Meinungsfreiheit ist nicht erlaubt. Steinigungen werden öffentlich ausgetragen. Manchmal werden auch Amputationen als Strafen durchgeführt. Kronprinz Mohammed Bin Salman liberalisiert das Land langsam. Seit 2018 dürfen Frauen wenigstens Auto fahren. Doch Kritiker bemängeln, dass das nur kleine Schritte wären, um den Ruf des Landes zu verbessern. Dazu dient auch das Formel-E-Rennen.
Dieser Ex-Formel-1-Star steigt in die Formel E ein: Hier nachlesen
Die Formel E lässt sich also instrumentalisieren. Durch die Ölvorräte ist Saudi-Arabien reich. Das Rennen wird Geld in die Kassen spülen. Aber es ist Geld aus einem Bereich, dem man eigentlich den Kampf angesagt hat: Weg mit Verbrennern auf Ölbasis, hin zu E-Motoren. Ganz konsequent ist die Formel E da nicht...

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller

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