Formel E

Formel E: Buemi gewinnt in Monaco

— 09.05.2015

Spektakulärer Startcrash von Senna

Sebastien Buemi hat den ePrix von Monte Carlo gewonnen. Hinter ihm bekriegten sich die Gesamtführenden Lucas di Grassi und Nelson Piquet hart.

Sebastien Buemi ist der erste Pilot in der Formel E, dem es gelungen ist, zwei Rennen in der neugegründeten Elektrorennserie zu gewinnen. Nach seinem Erfolg in Punta del Este vergangenen Dezember, gewann der Schweizer am Sonntag in Monte Carlo auch den ersten ePrix auf europäischem Boden. Bereits im Qualifying hatte Buemi auf dem engen Stadtkurs im Fürstentum den Grundstein zu seinem späteren Start-Ziel-Sieg gelegt und sich den ersten Startplatz gesichert. Seine zweite Pole-Position in dieser Saison wandelte Buemi gleich auf den ersten Metern in die Führung vor dem Gesamtführenden Lucas di Grassi, Jerome D’Ambrosio und Nelson Piquet um.

Senna fliegt durchs Fürstentum

Große Freude beim Sieger: Sebastien Buemi jubelte in der Fürstenloge voller Stolz über seinen Monaco-Erfolg

Dahinter krachte es jedoch sofort im großen Stil: Am engen Ausgang der ersten Kurve musste Daniel Abt nach einer leichten Berührung stark in die Eisen. Bruno Senna hatte hinter ihm keine Chance mehr auszuweichen, fuhr Abt ins Heck und stieg über das Auto des Deutschen spektakulär in die Luft auf. In Folge des Zwischenfalls krachten gleich mehrere Fahrer in die Unfallstelle und beschädigten sich ihre Autos ebenfalls. Während das Rennen für Abt und Senna, die beide unverletzt bleiben, gelaufen war, kam das Safety-Car auf die Strecke.

Obwohl die Rennleitung den Crash als normalen Rennunfall einstufte, sparte der enttäuschte Senna nicht mit Kritik an den Organisatoren vor Ort: „Es war abzusehen, dass so etwas passieren musste, denn Kurve eins sah schon von vornherein zu eng aus. Das müssen wir für nächstes Jahr definitiv verbessern.“ Die genaue Entstehung der Szene, die zum Unfall führte, konnte sich Senna nicht erklären. „(Stephane; d. Red.) Sarrazin war links, und Abt hielt plötzlich an. Er stoppte nahezu auf der Strecke und ich bin dann über sein Auto geflogen. Warum er so stark bremsen musste, weiß ich nicht – ich habe mir allerdings sagen lassen, dass auch er in die Wand gedrängt wurde“, so der Brasilianer in einem ersten Statement.

Buemi kontert den Undercut

An Buemi war am Samstag kein Vorbeikommen: Der Schweizer dominierte vom Start bis ins Ziel

Nach dem Ende der Safety-Car-Phase schnappte sich im Kampf um die vorderen Positionen schließlich Piquet mit Hilfe seines ersten Fanboosts in der Hafen-Haarnadel D’Ambrosio. Allgemein war das Überholen in den engen Straßen an der Hafenkante wie erwartet äußerst schwer. Nach 25 Runden kam dann jedoch wieder ordentlich Bewegung ins Feld, denn mit Di Grassi kam der Zweitplatzierte als erster Fahrer zum Autowechsel an die Box. Sarrazin, Nicolas Prost, Antonio Felix da Costa und andere zogen direkt nach.

Buemi und Piquet waren an der Spitze zunächst noch draußen geblieben, zogen aber nur eine Runde später nach, da Di Grassi bei seinem Boxenaufenthalt nicht nur die Minimalzeit von 1,13 Minuten traf sondern auf der Strecke anschließend auch noch freie Fahrt hatte und somit zur ernsthaften Bedrohung wurde. Nach ihrem Autowechsel sortierte sich Buemi denkbar knapp vor Di Grassi ein, Piquet saß den beiden als Dritter direkt dahinter im Nacken. Eine Attacke auf Buemis Fürhung brachte Di Grassi, der wegen des eine Runde früheren Stopps jedoch Energie sparen musste, nicht mehr zusammen, weshalb sich in der Schlussphase auch ein spannendes Duell zwischen ihm und Piquet um Platz zwei entwickelte.

Piquet pestet gegen Di Grassi

Gut, dass Fürst Albert von Monaco die zwei brasilianischen Streithähne Di Grassi (l.) und Piquet (r.) trennte

Nicht nur, dass die beiden Brasilianer vor dem Rennen in der Gesamtwertung nur durch einen Zähler getrennt an der Spitze lagen. Auch ein Vorfall im Qualifying hatte für zusätzliche Brisanz gesorgt. Di Grassi und Piquet fuhren in derselben Quali-Gruppe. Anschließend bezichtigte Piquet seinen Kontrahenten, ihn absichtlich aufgehalten zu haben und legte nach: „Egal ob im Kart, der Formel 3 oder wo auch immer – in jeder Serie, in der wir gegeneinander gefahren sind, war Di Grassi immer hinter mir. Hier in der Formel E hat Lucas etwas Vorsprung, weil er schon länger dabei ist, aber schön langsam kriege ich ihn auch hier.“ Auf die Frage, wen er für den besseren Fahrer halte, lachte Piquet nur: „Das ist für mich nicht wirklich eine Frage. Er gehört nicht gerade zu den Fahrern, mit denen ich auf ein Abendessen gehen würde.“

Auf der Strecke blieb Piquet trotz aller zur Schau gestellten Abneigung den Beweis seiner Überlegenheit allerdings schuldig, denn selbst mit seinem zweiten Fanboost fand er keinen Weg vorbei an seinem Landsmann. Zwar kamen sich die beiden Brasilianer noch mehrfach sehr nahe, am Schluss musste sich Piquet jedoch mit P3 zufriedengeben und wurde seinerseits ganz am Ende fast noch von Sam Bird abgefangen, der von Startplatz zehn aus auf die vierte Position vorgestürmt war. Dahinter komplettierten D’Ambrosio und Prost die Top-6. Nick Heidfeld aus Mönchengladbach wurde beim Heimrennen seines monegassischen Rennstalls Venturi enttäuschender Elfter. In der Meisterschaft führt Di Grassi nun vier Punkte vor seinem großen Rivalen Piquet und zehn vor Rennsieger Buemi.
Die Formel E in Monaco: Elektroflitzer im Fürstentum

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.