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Formel E: Buemi schlägt zurück

— 13.05.2017

Di Grassi trotzdem Titelfavorit

Sébastien Buemi setzt sich in Monaco knapp durch. Trotz vier Siegen in fünf Rennen ist der Schweizer im Titelkampf aber wohl aussichtslos unterlegen.

Jubiläum in der Formel E: Zum zehnten Mal siegt Sébastien Buemi. Es ist bereits der vierte Saisonsieg im fünften Rennen – und doch ist der Meisterschaftsfavorit spätestens seit Monaco ein ganz anderer: Lucas di Grassi (Abt Schaeffler Audi Sport).

Grund eins: Buemi muss zwei Rennen auslassen, weil er nicht nur für Renault e.dams in der Formel E unterwegs ist, sondern auch für Toyota in der Sportwagen-WM – wo er ebenfalls die Weltmeisterschaft anführt. Während die WEC im Juli am Nürburgring stattfindet, fährt in New York zwei Mal die Formel E. Ohne Buemi. Da kann Di Grassi 58 Punkte holen, Buemi 0. Derzeit beträgt sein Vorsprung in der Meisterschaft gerade Mal 15 Zähler.

Sébastien Buemi ist der strahlende Sieger in Monaco

Grund zwei: Abt Audi Schaeffler Sport holt auf. Im Rennen war Di Grassi bis zur letzten Kurve in Schlagdistanz. Der aber wiegelt ab: „Ich glaube nicht, dass wir einen so großen Schritt gemacht haben. Die Motoren sind homologiert, wir können also erst für nächstes Jahr einen neuen Antriebsstrang bauen – bis dahin haben wir ein Handicap.“

Aber warum war Audi dann in Monaco in Schlagdistanz? Buemi erklärt: „Wir hatten wohl nicht das richtige Setup.“ ABMS verrät er: Renault hat viel Energie dafür verwendet, im Qualifying nach vorn zu kommen. Noch nie stand Buemi in der laufenden Saison auf der Pole. Die ist in der Formel E rein statistisch nicht entscheidend: In 26 Rennen bisher siegte nur sieben Mal ein Fahrer von Startplatz eins. In Monaco aber ist Überholen extrem schwer. Hier setzte sich bisher immer der Pole-Setter durch. Buemi und Renault scheinen beim Setup mehr auf das Qualifying als auf das Rennen geachtet zu haben.

Buemi der Seriensieger, Di Grassi am Ende der Meister – ist das fair? „Natürlich sollte sich so der Titel nicht entscheiden“, räumt Di Grassi ein. Aber: Der Brasilianer gilt als besserer Fahrer, macht weniger Fehler und ist vor allem beim Energiemanagement extrem stark. Deswegen konnte er Buemi in Mexiko auch schlagen.

Alle anderen Fahrer sind – zwar noch nicht mathematisch, aber doch realistisch – aus dem Titelkampf raus. Jean-Eric Vergne im Renault-Kundenteam Techeetah verlor spätestens heute in Monaco alle Titelchancen, als er im Zweikampf mit Nelson Piquet jr. gegen die Wand gedrückt wurde und ausschied.

Bester Deutscher heute: Nick Heidfeld auf Rang drei. Maro Engel fuhr als Fünfter ausgerechnet beim Heimrennen seines Venturi-Teams das beste Formel-E-Ergebnis seiner Karriere ein. Daniel Abt kam als Siebter ebenfalls in die Punkte. Ergebnis
1. Sébastien Buemi (Renault e.dams)
2. Lucas di Grassi (Abt Schaeffler Audi Sport)
3. Nick Heidfeld (Mahindra)
4. Nelson Piquet jr. (NEXTEV)
5. Maro Engel (Venturi)
6. Felix Rosenqvist (Mahindra)
7. Daniel Abt (Abt Schaeffler Audi Sport)
8. Esteban Gutiérrez (Techeetah-Renault)
9. Antonio Felix da Costa (Amlin Andretti)
10. Nicolas Prost (Renault e.dams)

Fahrerwertung
1. Sébastien Buemi 104
2. Lucas di Grassi 89
3. Nicolas Prost 47
4. Jean-Eric Vergne 40
5. Sam Bird 34
6. Nick Heidfeld 32
7. Felix Rosenqvist 28
8. Nelson Piquet jr. 27
9. Daniel Abt 26
10. Oliver Turvey 15
11. Mitch Evans 12
12. Antonio Felix da Costa 12
13. Maro Engel 12
14. José María López 10
15. Jérôme D’Ambrosio 10
16. Loïc Duval 9
17. Robin Frijns 8
18. Esteban Gutiérrez 5
19. Adam Carroll 4
20. Stéphane Sarrazin 1
21. Ma Qing-Hua 0

Teamwertung
1. Renault e.dams 152
2. Abt Schaeffler Audi Sport 115
3. Mahindra 60
4. Techeetah-Renault 45
5. DS Virgin 44
6. NEXTEV 42
7. Amlin Andretti 20
8. Faraday Future Dragon 19
9. Jaguar 16
10. Venturi 13

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-alliance, picture-alliance ; Hersteller

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