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Formel E: Crash und Taktikpoker

— 02.04.2017

Di Grassi gewinnt packendes Mexiko-Rennen

Lucas di Grassi ging in Mexiko durch alle Tiefen, gewinnt am Ende aber dank eines Strategiepokers und einer fahrerischen Glanzleistung. Meisterschaft wieder spannend.

Was für eine Achterbahn der Gefühle für Lucas di Grassi. Der Abt-Schaeffler-Audi-Sport-Pilot gewann den Mexiko ePrix in einem dramatischen Rennen. Zwar hat in dieser Saison noch nie ein Pole-Setter den Lauf auch gewinnen können, aber von Startplatz 15 aus war der Brasilianer wahrlich nicht der Favorit. Erst Recht nicht, als er zu Beginn des Rennens mit Stéphane Sarrazin (Venturi) kollidierte und den Heckflügel wechseln lassen musste. Und damit Letzter war. Das Blatt wendete sich dank einer riskanten Strategie. In Runde 18 kam Di Grassi während einer Safety-Car-Phase zum Fahrzeugwechsel an die Box – hatte aber noch 27 Runden vor sich und musste extrem energiesparend fahren. „Als die anderen dann auch in die Box kamen, hatte ich 25 Sekunden Vorsprung. Da dachte ich, dass ich zumindest um den Sieg kämpfen kann. Aber als dann das nächste Safety-Car rauskam und meinen Vorsprung zerstörte, dachte ich – jetzt ist alles aus“, beschrieb Di Grassi.

Am Anfang lag Engel noch vor Di Grassi

Aber: Auch Jérôme D’Ambrosio (Faraday Future Dragon) hinter ihm musste Energie sparen, kam sogar noch eine Runde vor Di Grassi an die Box. Der Belgier hielt die hinterherfahrenden Piloten auf – und brachte sie zum Verzweifeln. Erst drehte sich José María López (DS Virgin) von der Strecke, dann drehte Nicolas Prost (Renault e.dams) Nick Heidfeld (Mahindra) um und löste damit eine Massenkarambolage aus.

Di Grassi vorne konnte Energie sparen. „Mit dem besten Stint, den ich in meiner Formel-E-Karriere jemals gefahren bin“, freut sich der überglückliche Sieger. Di Grassi gewann vor Jean-Eric Vergne (Techeetah) und Sam Bird (DS Virgin). Sein Rückstand auf Tabellenführer Sébastien Buemi (Renault e.dams) schrumpft auf fünf Punkte. Weil der Franzose nach einem verpatzten Boxenstopp und einem Fahrfehler nur auf Rang 14 ins Ziel kam.

Nick Heidfeld lag lange Zeit aussichtsreich auf Podiumskurs, wurde nach dem schweren Unfall mit Nicolas Prost, Adam Carroll (Jaguar) und Heidfelds Teamkollegen Felix Rosenqvist (Mahindra) aber nur Zwölfter. Maro Engel (Venturi) schied aus, weil das Auto überhitzte. Aber: Beim Deutschen geht es aufwärts, war im Qualifying Zweiter, musste aber aufgrund eines Getriebewechsels zehn Startplätze zurück. Am 13. Mai geht es mit dem ePrix von Monaco weiter.

Ergebnis
1. Lucas di Grassi (Abt Schaeffler Audi Sport)
2. Jean-Eric Vergne (Techeetah-Renault)
3. Sam Bird (DS Virgin)
4. Mitch Evans (Jaguar)
5. Nicolas Prost (Renault e.dams)
6. José María López (DS Virgin)
7. Daniel Abt (Abt Schaeffler Audi Sport)
8. Adam Carroll (Jaguar)
9. Nelson Piquet (NEXTEV)
10. Esteban Gutiérrez (Techeetah-Renault)

Fahrwertung
1. Sébastien Buemi 76
2. Lucas di Grassi 71
3. Nicolas Prost 46
4. Jean-Eric Vergne 40
5. Sam Bird 33
6. Felix Rosenqvist 20
7. Daniel Abt 20
8. Nick Heidfeld 17
9. Nelson Piquet 15
10. Oliver Turvey 15
11. Mitch Evans 12
12. António Félix da Costa 10
13. José María López 10
14. Jérôme D’Ambrosio 10
15. Loïc Duval 9
16. Robin Frijns 8
17. Adam Carroll 4
18. Maro Engel 2
19. Stéphane Sarrazin 1
20. Esteban Gutiérrez 1
21. Ma Qing-Hua 0

Teamwertung
1. Renault e.dams 122
2. Abt Schaeffler Audi Sport 91
3. DS Virgin 43
4. Techeetah-Renault 41
5. Mahindra 37
6. NEXTEV 30
7. Faraday Future Dragon 19
8. Amlin Andretti 18
9. Jaguar 16
10. Venturi 3

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Formel E; Venturi , picture-alliance ; Hersteller

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