Formel E

Formel E: Di Grassi siegt in Mexiko

— 13.03.2016

Triumph für deutsches Team ABT

Lucas di Grassi feiert in Mexiko seinen zweiten Saisonsieg in der Formel E. Hinter dem Brasilianer gibt es eine Menge Ärger um D'Ambrosio und Buemi.

Auf der Strecke wurde es mächtig hitzig, doch zumindest um den Sieger gab es beim ersten Formel-E-Rennen in Mexiko-Stadt keine Diskussion: Dank Unterstützung des Fanboosts holte sich Lucas di Grassi in Mexiko seinen zweiten Sieg in der laufenden Saison und übernahm damit auch die Führung in der Meisterschaft. In Runde 24 von 43 nutzte der Fahrer vom deutschen ABT Team Audi Sport seinen Zusatzschub, um am führenden Jerome D'Ambrosio (Dragon) vorbeizugehen und den Sieg schließlich nach Hause zu fahren. Dahinter ging es auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez allerdings ziemlich heiß her: Sebastien Buemi (Renault e.dams) versuchte mit aller Macht, sich ebenfalls am Dragon-Piloten vorbeizuschieben, um die Jagd auf di Grassi zu eröffnen, doch der Belgier wehrte sich nach allen Regeln der Kunst - und manchmal auch darüber hinaus.
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Viva la Mexico: Lucas di Grassi fuhr der Konkurrenz auf und davon

Nach mehreren Kontakten, Handzeichen, Flüchen und umstrittenen Manövern blieb am Ende D'Ambrosio auf Rang zwei und hinterließ einen stocksauren Schweizer. Immer wieder wagte Buemi einen Angriff, doch jedesmal schmiss ihm sein Gegner die Tür vor der Nase zu. In Runde 29 fuhr der Schweizer seinem Kontrahenten sogar ins Heck, weil dieser eine Attacke blockierte, doch es sollte noch kontroverser kommen: Sechs Runden später schob sich der e.dams-Pilot endlich vorbei, allerdings ließ er dabei die Schikane aus. Statt D'Ambrosio wieder vorbeizulassen, sorgte Buemi dann für Chaos, weil er den Belgier von der Linie schickte, sodass Teamkollege Nicolas Prost und auch Daniel Abt (ABT) an ihm vorbeikamen.

Streithähne zu den Kommissaren

D'Ambrosio nahm daraufhin das Geschehen in die eigene Hand und fuhr in der ersten Schikane einfach mit Absicht geradeaus, um alle Gegner zu überholen. Weil Buemi danach kein erfolgreicher Angriff mehr gelang, fuhr der Dragon-Pilot als Zweiter über die Ziellinie, allerdings müssen beide nach dem Rennen noch einmal bei den Rennkommissaren vorsprechen, die sich der Situation annehmen werden. Bis zu den Boxenstopps war das Rennen im Grunde sauber verlaufen: D'Ambrosio verteidigte seine Pole-Position vor Prost, di Grassi, Buemi und Abt und führte sie an der Perlenkette in die Boxengasse, bevor das Chaos begann.

Sebastien Buemi verlor seine Gesamtführung und war danach mächtig sauer

Di Grassi hatte sich in der letzten Runde vor den Stopps bereits an Prost vorbeigearbeitet und setzte kurz nach dem Stopp mittels Fanboost zum rennentscheidenden Manöver an. Dahinter verabschiedete sich die Konkurrenz um Buemi und D'Ambrosio selbst. Nicolas Prost bekam eine Durchfahrtsstrafe wegen eines Unsafe-Release gegen Daniel Abt, der Deutsche wiederum verunfallte auf Rang vier liegend in der vorletzten Runde des Rennens. Loic Duval (Dragon) kam so unbeteiligt auf dem vierten Rang ins Ziel, dahinter landete Prost trotz Strafe auf Rang fünf. Robin Frijns (6./Andretti) und Sam Bird (7./DS Virgin) kamen ebenfalls noch an Abt vorbei, der Rang acht ins Ziel schleppte.

Strafenkönig Antonio Felix da Costa

Der zweite Deutsche, Nick Heidfeld (Mahindra), holte als Neunter immerhin noch zwei Punkte, sein ehemaliger Teamkollege Stephane Sarrazin (Venturi) ergatterte als Zehnter noch ein Pünktchen. Bruno Senna (11./Mahindra), Oliver Turvey (12./NextEV), Mike Conway (13./Venturi), Nelson Piquet jun. (14./NextEV), Simona de Silvestro (15./Andretti), Lokalmatador Salvador Duran (16./Aguri) und Jean-Eric Vergne (17./DS Virgin) gingen dahinter leer aus.

Für den neuen Gesamtführenden Di Grassi war es bereits der zweite Saisonsieg

Der Award für den besonderen Pechvogel des Tages geht jedoch an Antonio Felix da Costa (Aguri), der so ziemlich alle Strafen des Katalogs einmal mitnahm: Aufgrund eines Getriebewechsels musste er zunächst zehn Plätze weiter hinten starten, kurz nach dem Start bekam er eine 10-Sekunden-Boxenstopp-Strafe von der Rennleitung, danach bekam er wegen eines losen Frontflügels die Schwarz/Orangene-Flagge gezeigt und durfte auf Grund des Auslassens einer Schikane eine Durchfahrtsstrafe ausfassen. Zu allem Übel endete sein Rennen elf Runden vor Ende in der Wand. In der Gesamtwertung führt nun Rennsieger Lucas di Grassi mit 101 Zählern vor Sebastien Buemi mit 95 Punkten. Sam Bird (58) und Jerome D'Ambrosio (53) liegen schon weit abgeschlagen dahinter. Der sechste Saisonlauf der Formel E findet am 2. April in Long Beach statt. (mst)
Fotos: Picture-Alliance

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