Die Fahrer in der Formel E

Formel E: Die große Vorschau

— 12.09.2014

Zehn Antworten zur Strom-Serie

Am Samstag feiert die neue Elektrorennserie Formel E in Peking ihre Weltpremiere. AUTO BILD MOTORSPORT beantwortet vorab alle wichtigen Fragen.

1. Wie funktionieren die Elektro-Flitzer?

E wie Elektro: Bei der neuen Formel E dreht sich alles um den Strom

Das Einheitsauto der Formel E trägt den Namen Spark-Renault SRT_01E. Prinzipiell ist alles wie bei einem normalen Rennwagen auch. Der Unterschied: Die Power der Formel E kommt aus der Steckdose und nicht aus der Tankanlage! Benzin braucht der Elektro-Rennwagen nämlich nicht. Stattdessen wird über einen Starkstromanschluss die Batterie des Elektromotors aufgeladen. Die Ladezeit beträgt etwas mehr als eine Stunde. Der emissionsfreie Bolide hat 272 PS – allerdings nur für gut 30 Minuten. Deshalb wechseln die Piloten bei Rennhalbzeit das Auto! Die Spitzengeschwindigkeit des Elektro-Flitzers liegt bei 225 km/h, kann per Knopfdruck aber kurzzeitig um weitere 50 km/h gesteigert werden.

2. Wie sieht der Ablauf eines Wochenendes aus?

Das Schlagwort der Formel E ist Effizienz – auch bei der Zeit. Ein Rennwochenende im ursprünglichen Sinne gibt es nicht mehr. Denn ein Formel-E-Event umfasst nur einen einzigen Tag. Gefahren wird immer samstags, von morgens bis abends. Für Fahrer und Fans heißt es daher früh aufstehen. Ab 08.15 Uhr finden über den Vormittag verteilt zwei freie Trainingssitzungen statt. Ab 12.00 Uhr steht für 55 Minuten das Qualifying an – unterteilt in vier Gruppen mit je fünf Fahrzeugen. Die Aufteilung wird zuvor ausgelost. Um 16.00 Uhr geht es schließlich eine Stunde lang im Rennen, offiziell ePrix genannt, um Punkte. Die Vergabe der Zähler erfolgt nach dem gleichen Schlüssel wie in der Formel 1. 3. Wer fährt mit?

Große Namen: Ayrton Sennas Neffe Bruno fährt für das Team Mahindra mit

Stichwort Formel 1: Eine ganze Reihe an ehemaligen Piloten der Königsklasse nimmt dieses Jahr die Premierensaison der Formel E in Angriff und sorgt somit für ein illustres Fahrerfeld. Ex-Toyota-Fahrer Jarno Trulli ist genauso mit von der Partie wie Bruno Senna, der Neffe des legendären Ayrton Senna. Sein Stallgefährte beim Team Mahindra ist wie schon 2010 in der F1 bei HRT Karun Chandhok. Weitere namhafte Starter sind die Weltmeister-Söhne Nelson Piquet Jr. und Nicolas Prost sowie das Ex-Toro-Rosso-Duo Jaime Alguersuari und Sébastien Buemi. Für zusätzliche Vielfalt sorgt der Umstand, dass die Formel E keine reine Männerdomäne ist. Zwei Frauen starten 2014 in der Serie: Michela Cerruti und Katherine Legge. Letztere hat mit António Félix da Costa einen aktuellen DTM-Piloten (BMW) als Teamkollegen. Und auch zwei Deutsche stellen sich der Herausforderung: Daniel Abt und Nick Heidfeld. Einen Überblick über alle Fahrer erhalten Sie in unserer großen Bildergalerie oben!

4. Warum können die Fans den Fahrern helfen?

Dass die Formel E an allen Fronten neue Wege beschreiten möchte, zeigt sich beim Umgang mit den Zuschauern. Sie sollen ins Renngeschehen mit eingebunden werden! Eine absolute Neuheit im Rennsport, die zunächst verrückt klingen mag. Doch über Abstimmungen auf der offiziellen Internetseite der Formel E (www.fiaformulae.com) sowie auf Facebook und Twitter werden im Zeitraum zwischen den Rennen jeweils die drei beliebtesten Fahrer ermittelt. Diese erhalten im Zuge des Fan-Boost-Systems für jeweils fünf Sekunden Zusatz-PS zum Überholen im Rennen – in der Schlussphase eines ePrix dürfen diese allerdings nicht mehr eingesetzt werden.

5. Wie fahren sich die Formel-E-Autos?

Start frei für die Elektro-Flitzer: Mit der Formel E bricht einen neues Motorsport-Zeitalter an

„Relativ einfach“, sagt Testpilot Emmanuel Collard im Gespräch mit ABMS. Der Franzose erklärt: „Durch den Elektromotor verläuft die Beschleunigung äußerst geradlinig.“ Fast wie bei einem ferngesteuerten Auto. „Dadurch gibt es mit dem Formel-E-Wagen kaum ein Ausbrechen oder Driften im klassischen Sinne“, so Collard. Genug Arbeit haben die Piloten hinter dem Lenkrad trotzdem. Die 800 Kilo schweren und fünf Meter langen Elektro-Flitzer sind richtige Raketen, beschleunigen von 0 auf 100 km/h in weniger als drei Sekunden.

6. Wie leise ist die neue Formel E?

Sehr leise! Steht man an der Strecke und lauscht einem Formel-E-Auto, so hört man es kaum kommen. Wenn es dann direkt vor einem ist, erinnert das Geräusch, das mehr mit einem hohen Pfeifton zu vergleichen ist, an einen fiependen Düsenjäger – mit Schalldämpfer, versteht sich. Schließlich bringt es die Formel E maximal auf 80 Dezibel. Das ist ungefähr so, wie wenn ein Straßenauto an einem vorbeifährt – ein Linienbus ist bereits viel lauter ...

Teams in der Formel E

7. Wo fährt die Formel E?


Der Rennkalender besteht aus zehn Events. Gefahren wird nur auf Stadtkursen. Nach dem Auftakt in Peking (CN, 13. 09.) geht es weiter nach Putrajaya (MAL, 22. 11.), Punta del Este (RDU, 13. 12.) und Buenos Aires (ARG, 10. 01. 2015). Nach zwei Rennen in den USA (Miami, 14. 03.; Long Beach, 04. 04.) gastieren die Elektro-Flitzer kurz vor der Formel 1 auch in Monaco (09. 05.). Einen deutschen Lauf gibt es ebenfalls: Am 30. Mai wird in Berlin der vorletzte ePrix gefahren. In London (GB, 27. 06.) ist das Finale.

8. Was ist das Besondere an den Reifen?

Gut zu erkennen: Michelin im Fokus. Die Franzosen sind Generalausrüster und beliefern alle Teams mit Reifen

Um mehr Nähe zur Serie zu generieren, hat Alleinausrüster Michelin extra für die Formel E 18-Zoll-Rennreifen gefertigt. Auch neu: Es handelt sich um profilierte Allwetterreifen, die bei allen äußeren Bedingungen eingesetzt werden. Reifenwechsel gibt es nur im Falle eines Schadens.

9. Wer ist der Chef der neuen Serie?

Generalpromoter ist Alejandro Agag. Mit dem Formel-E-Projekt beauftragt wurde der Ex-GP2-Teambesitzer aber von FIA-Präsident Jean Todt, der sich im Sinne eines grüneren und umweltbewussteren Images für den Motorsport eine zeitgemäße und saubere Umsetzung der Verknüpfung zwischen den Themen Rennsport und Elektromobilität gewünscht hat.

10. Welche Hersteller engagieren sich?

Das Safety-Car: BMW liefert mit dem Plug-In-Hybridsportwagens i8 einen passenden Schrittmacher

Renault ist technischer Partner der Serie. Das Chassis baut Dallara. Williams liefert Batterien, McLaren Elektronik und Antrieb. Aus Deutschland startet das Team Abt Sportsline unterstützt von Audi, mit denen sie bereits in der DTM eng zusammenarbeiten. Auch die Schaeffler Gruppe konnten die Allgäuer als Partner gewinnen. Eine besondere Rolle hat BMW. Die Münchner stellen das Safety-Car: und zwar in Form ihres Plug-In-Hybridsportwagens i8. Mehr zur neuen Formel E und warum sich jetzt sogar Weltstars wie Leonardo DiCaprio in der Serie engagieren, erfahren Sie in der aktuellen AUTO BILD MOTORSPORT - ab heute als Heft im Heft in AUTO BILD überall am Kiosk erhältlich!

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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