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Formel E: Drei neue Serien

— 09.11.2016

E-Racing boomt!

Die Formel E hat ihr Alleinstellungsmerkmal als reine E-Rennserie inzwischen verloren. Und in Zukunft wird es noch mehr E-Serien und Klassen geben. Der Überblick.

Rennsport mit Elektro-Motoren ist ein alter Hut. Beim Rennen von Paris über Bordeaux zurück nach Paris, dem größten Rennen des Jahres 1895, war Charles Jeanteaud mit seinem sieben PS starken Eigenbau dabei. Doch sein Modell zeigte die Probleme der E-Fahrzeuge: Mit 2200 Kilogramm Gewicht war das Auto fast 1,5 Tonnen schwerer als die Boliden mit herkömmlichen Antrieben. Das Gewicht durch die 38 Batterien à 15 Kilo sorgte schon nach wenigen als 100 Kilometer für einen Achsbruch.

Die Formel E wird immer populärer

Der Siegeszug der Ottomotoren verdrängte die E-Motoren über Jahrzehnte aus dem Rennsport. In den 90er Jahren gab es erste Versuche der neuen E-Motoren, die aber allesamt platzten. So wollte zum Beispiel Al Unser 1993 beim Indy 500 mit E-Motor fahren. Seine Idee: Die Batterienpakete zu wechseln würde genauso viel Zeit in Anspruch nehmen wie normales Nachtanken.

Unser und andere Pioniere mit ähnlichen Projekten waren ihrer Zeit voraus. Inzwischen sprießen ganze Rennserien mit reinen E-Antrieben wie Pilze aus dem Boden. Die Top-Dragster-Liga Amerikas, die NHRA, hat eine eigene E-Klasse eingeführt, bei Bergrennen sind elektronische Motoren Gang und Gebe, auch eine E-Motocross-Serie hat sich etabliert.

Und auch im Automobilsport ist die E-Mobilität im Boomen. Neun aktuelle Hersteller in der Formel E, die 2014 als erste rein elektronische Formel-Meisterschaft gestartet wurde, und weitere Interessenten für die Zukunft belegen das.

Electric-GT-Championship mit Frentzen?

Die E-Touring-Car-Challange mit eGolfs

Aber die Formel E wird bald Konkurrenz bekommen. Im Rahmenprogramm des Hongkong ePrix startete auch die E-Touring-Car-Challenge. Zum Einsatz kamen 15 Volkswagen eGolfs, deren Aerodynamik und Sicherheitsstandards an den Rennsport angepasst wurden. 115 PS leistet das Triebwerk, die Batterien haben eine Kapazität von 24,2 Kilowattstunden. Im 20-minütigen Rennen hat sich Lo Kai Bong Andrew durchgesetzt. Gestartet sind fast ausschließlich lokale Rennfahrer aus Hongkong.

Professioneller mutet das mögliche Feld in der Electric-GT-Meisterschaft an, die 2017 erstmals an den Start gehen soll. Zum Fahrerkader gehören WTCC-Star Tom Coronel, die beiden Ex-GP3-Rennfahrerinnen Vicky Piria und Alice Powell, Ex-Formel-1-Testfahrer Dani Clos, IndyCar-Pilot Stefan Wilson und Stockcar-Lady Leilani Münter. Selbst Ex-Formel-1-Vizemeister Heinz-Harald Frentzen hat den Wagen getestet – und kann sich sogar ein Comeback vorstellen!

Der Wagen, das ist ein Rennwagen auf Basis der S-Limousine des US-Elektrofahrzeug-Herstellers Tesla, den viele E-Fans in der Formel E vermissen. Die stärkste Version für die Straße leistet 396 Kilowatt, also rund 538 PS. Wie kraftvoll die Rennversion sein wird, ist noch nicht bekannt.

Anders als das Rennformat: Die zehn Teams mit je zwei Piloten bekommen ein 20-minütiges Training, eine 30-minütige Qualisession und zwei Rennen über je 60 Kilometer – eines am Tag, eines in der Dämmerung. Pirelli liefert die Reifen, Gespräche mit dem Nürburgring über die Austragung eines der sieben Rennen in Europa, USA und Asien laufen.

2018 E-Klasse im Rallycross

Ab 2018 wird es auch in der Red Bull Global Rallycross Meisterschaft eine eigene E-Klasse geben. Die Rennserie in Amerika ist neben der Rallycross-Weltmeisterschaft die zweite große Rallycross-Rennserie – eine Motorsport-Sparte, die ebenfalls boomt. Involviert sind aktuell mit Ford, VW, Subaru, Honda und Hyundai fünf Hersteller. VW und Peugeot sollen die Bemühungen um eine eigene E-Klasse in beiden führenden Rallycross-Serien aktiv vorantreiben. Auch Audi zeigt Interesse.

Bei SARD in Österreich entstand gerade der erste E-Rallycross-Bolide auf Basis eines Peugeot 207 Super 2000. Die Randdaten: 544 PS für 15 Minuten, 195 km/h Topspeed, 1250 Kilogramm Fahrzeuggewicht.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: picture-alliance / Hersteller / E-Touring-Car-Challenge

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