Formel E: Alle Autos, alle Fahrer

Formel E: ePrix in Berlin

— 21.05.2016

Kampf der Antriebskonzepte

Die Formel E in Berlin. Die Elektrorennserie ist auch eine Serie der Hersteller: Die liefern sich vor allem bei den Antriebskonzepten ein harten Wettbewerb.

Weil Tempelhof zur Flchtlingsunterkunft umgestaltet und alle Veranstaltungen abgesagt wurden, stand die Formel E in der Hauptstadt Berlin auf der Kippe. Doch die Ersatzlsung ist noch spektakulrer: Gefahren wird nun im Herzen Berlins um den Alexanderplatz. Und auch die Serie ist in diesem Jahr noch interessanter: Die Teams drfen erstmals eigene Antriebe entwickeln. Die Folge: eine groe Vielfalt im Feld.

Die Formel E fhrt am Samstag in Berlin

Thomas Biermaier (38), Sportdirektor des Abt Schaeffler Audi Sport Teams, erklrt gegenber AUTO BILD MOTORSPORT: Zur Entwicklung freigegeben sind Elektromotor, Getriebe, Fahrwerk, Dmpfer und die Software. Die Zahl der Elektromotoren ist den Herstellern berlassen, nur die maximale Leistung von 170 kW (231 PS) ist vorgegeben. Die Einheitsbatterie von Williams hat eine Kapazitt von 28 kWh und reicht fr das halbe Rennen. Danach mssen die Fahrer ihre Autos wechseln.

Theoretisch wren mehr Motoren ein Vorteil, zumindest wenn sie direkt die Rder antreiben wrden (Radnabenmotoren). Das ist in der Formel E aber nicht erlaubt. Hintergrund: So soll eine Kostenexplosion verhindert werden. Denn durch getrennt gesteuerte Motoren ist es mglich, die Straenlage zu perfektionieren. Deswegen setzen nur DS Virgin und Vorjahresmeister NEXTEV auf zwei E-Triebwerke.

Die Autos mit zwei Motoren werden definitiv immer schwerer sein, meint Biermaier. DS-Virgin-Teamchef Alex Tai kontert: Wir glauben, dass unsere Lsung effizienter ist. Wir brauchen nicht so viel Drehmoment und daher kein Getriebe, um die Leistung auf die Strecke zu bringen. Wir brauchen keine Schaltvorgnge, denn damit verliert man immer Zeit. DS Virgin und NEXTEV bersetzen beide E-Motoren also mit nur einem Gang.

Renault zhlt in der Formel E zu den Favoriten

Die besten Motoren kommen derzeit allerdings von Abt Schaeffler und Renault. Beide Hersteller setzen auf nur einen Antrieb. Abt auf drei, Renault auf zwei Gnge. Renault drfte den ersten Gang zum Starten nehmen und mit dem zweiten Gang das restliche Rennen bestreiten, glaubt Biermaier. Weniger Gnge bedingen aber einen drehmomentstrkeren Motor und der ist schwerer.

Die technische Vielfalt zeigt, dass die Formel E eine groe Herausforderung fr die Ingenieure ist. Aber auch fr die Fahrer: Je nachdem wie viel Energie du gerade brauchst, sagt Sam Bird (29) von DS Virgin, musst du deinen Fahrstil und deine Bremsbalance stndig anpassen und das auf schwierigen Stadtkursen. Das verspricht viel Action in Berlin.

Autor: Michael Zeitler

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