DiCaprio

Formel E gibt in Los Angeles Gas

— 02.04.2015

Hollywood-Heimspiel für DiCaprio

Hollywood, Stars, Kokain! Die Formel E sorgt vor dem Auftritt in Los Angeles für eine Menge Aufsehen: AUTO BILD MOTORSPORT blickt auf Lauf Nummer sechs voraus.

„Der Weg in die Zukunft“, lauten Leonardo DiCaprios prägnante Schlussworte in seinem oscarnominierten Film Aviator über Flugzeugpionier Howard Hughes. Auf welche Motorsportklasse könnte dieser Satz wohl besser zutreffen, als auf die Formel E, die erste rein elektrische Rennserie der Welt. Dass ausgerechnet DiCaprio (40) selbst, zehn Jahre nach seiner Rolle, nun jenen Zeilen mehr denn je Leben einhaucht, ist dabei eine amüsante Randnotiz. Der weltberühmte Schauspieler ist Schirmherr beim monegassischen Formel-E-Rennstall Venturi. Schon seit Jahren nutzt der stets um die Umwelt besorgte Hollywoodstar seine Popularität, um auf dem ganzen Globus das Thema Nachhaltigkeit zu bewerben.

Spektakel an der Strandpromenade

Privat fährt DiCaprio selbst Elektroauto und als das Thema Elektromobilität vor einem halben Jahr in Form der Formel E auch auf den internationeln Rennpisten vom Stapel lief, ließ er sich nicht zweimal bitten. Einzig: Gesehen hat man den Weltstar noch bei keinem der bisherigen fünf Rennen. Am Samstag (4. April 2015) soll sich das nun ändern. Denn dann gastiert die Formel E, drei Wochen nach ihrem ersten US-Auftritt in Miami, zum zweiten Gastspiel in den Staaten. Austragungsort des sechsten von insgesamt elf Rennen in dieser Saison ist Long Beach, vor den Toren von Los Angeles. Gerade einmal 30 Kilometer südlich der Hollywood Hills liegt die 2,131 Kilometer lange Strecke am Pazifikstrand.

Der Kurs in Long Beach: Die Formel E fährt auf Teilen der alten Grand-Prix-Strecke von vor über 30 Jahren

©Schaeffler

Der Stadtkurs führt über Teile der legendären ehemaligen Formel-1-Piste, auf der heute auch noch oft die IndyCars Station machen. Sieben Kurven, darunter eine enge Haarnadelkurve, gilt es nun auf der für die Formel E verkürzten Version zu bewältigen. In der Spitze erreichen die Boliden dabei 200 km/h. Ein Spektakel, das anlockt – so sehr, dass sich allerhand Prominenz aus der nahegelegenen Traumfabrik des Films angesagt hat. Allen voran eben DiCaprio selbst, der nun also endlich seinen Einstand an der Strecke feiern soll. Sein deutscher Pilot bei Venturi, Nick Heidfeld (37), erklärte die Rolle des prominenten Chefs im Exklusivinterview mit AUTO BILD MOTORSPORT vor einigen Monaten dementsprechend: „Er ist Mitbegründer des Teams, als solcher aber nicht in die tägliche Arbeit oder Organisation integriert.“
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Glamour-Faktor an der Boxenmauer

Der Schauspieler ist viel beschäftigt. „Aber es ist bekannt, dass er eine Menge ökologischer Projekte unterstützt“, so Heidfeld. „DiCaprio will die Natur nachhaltig schützen. Da hat dieses Engagement für ihn natürlich Sinn gemacht. Und für die Serie ist das aus Marketingsicht mindestens genauso gut!“ Selbst kennengelernt haben Heidfeld und DiCaprio sich zwar noch nicht – spätestens am Samstag in Long Beach wird das aber passieren. Vom hohen Besuch ist man sogar bei der Konkurrenz begeistert. Hans-Jürgen Abt (52), Gründer und Teamchef beim einzigen deutschen Formel- E-Team Audi Sport Abt: „Jetzt kommt der Glamour-Faktor endlich mal an der Boxenmauer an!“

Filmstar & Rennfan: Auch Patrick Dempsey (r.), hier beim Selfie mit ABMS-Reporter Frederik Hackbarth, wird wieder bei der Formel E vorbeischauen

„Das Engagement von DiCaprio, aber auch von Alain Prost (bei e.dams-Renault; d. Red.) oder Sir Richard Branson (bei Virgin; d. Red.) zeigt, wie angesagt die Formel E ist. Ich jedenfalls freue mich auf den Wettbewerb mit den Herren und auf ein gemeinsames Bier nach dem Rennen“, so der Teamchef. Beim Blick in die Runde dürften sich auf der Aftershowparty dann auch noch andere bekannte Gesichter antreffen lassen. Serien-Star Patrick Dempsey (49), alias „Dr. Shepherd“ aus „Grey’s Anatomy“, der schon seit Jahren gerne als Hobby-Rennfahrer im Porsche Cup und in Le Mans antritt, soll ebenso vor Ort sein, um dem Spektakel beizuwohnen, wie der „Terminator” höchstpersönlich.
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Kokain-Skandal schockt die Formel E

Als ehemaliger Gouverneur des Sonnenstaats Kalifornien hat es auch Arnold Schwarzenegger (67) nicht weit zur Strecke und nach seinem Besuch zuletzt beim Auftaktrennen der Formel 1 in Melbourne, Podiumsinterviews mit den Siegern inklusive, ist der Kino-Held anscheinend auf den Geschmack von Benzin und Gummi gekommen. Für weniger positive Schlagzeilen, als die über ihre Gästeliste beim Promi-Rennen in Long Beach, sorgte die Formel E kürzlich jedoch auf ganz andere Art und Weise. Wo Filmstars sind, da gibt es natürlich auch Skandale – sollte man meinen. Doch für den letzten großen Aufreger hat die Rennserie keine prominente Unterstützung gebraucht.

Beim Koksen erwischt: Franck Montagny (Mitte) darf nicht mehr mitfahren. Der Franzose ist für zwei Jahre für alle Rennaktivitäten gesperrt

Andretti-Racing-Pilot Franck Montagny wurde Ende letzten Jahres bei der Dopingprobe des Kokainkonsums überführt. In der Woche vor dem Long-Beach-Rennen folgte nun die Bestätigung der Strafe für den Franzosen durch den Automobilweltverband FIA. Zwei Jahre Sperre! Mit dem Rennverbot dürfte die Karriere des ohnehin schon 37-Jährigen, der 2006 für Super Aguri auch sieben Grand Prix in der Formel 1 bestritt, endgültig beendet sein. Er muss künftig zuschauen, wenn seine ehemaligen Kollegen auf der Piste wieder Vollgas geben und versuchen wertvolle Punkte im Kampf um die Meisterschaft einzufahren.

Abt will sofort nachlegen

An der Spitze der Gesamtwertung liegt unterdessen Montagnys französischer Landsmann Nicolas Prost (33). Mit nur sieben Zählern Rückstand sitzt ihm Lucas di Grassi (30) aus Brasilien auf Gesamtrang zwei im Nacken, gefolgt vom Briten Sam Bird (28). Di Grassis deutscher Teamkollege Daniel Abt reist derweil mit reichlich Rückenwind nach Long Beach: Zuletzt in Miami sorgte er mit Platz drei für den historischen ersten Podestplatz eines Deutschen in der Geschichte der Formel E. Abt will am liebsten gleich nachlegen. „Wir kommen mit großen Zielen nach Long Beach“, bestätigt der Allgäuer. „Ich hoffe, dass mit dem Podiumsplatz in Miami bei mir endlich der Knoten geplatzt ist und jetzt weitere gute Ergebnisse folgen.“

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Abt ergänzt: „Die Vorbereitung auf das Rennen im Simulator war wichtig und jetzt werden wir konzentriert unser Programm abarbeiten, denn jeder im Team ist heiß auf den nächsten Pokal!“ Einziger Wermutstropfen: Viel Zeit für Sightseeing bleibt Abt trotz der tollen Kulisse nicht. „Aber Hollywood, Sunset Boulevard, Beverly Hills – das alles sind Begriffe, die für mich als USA-Fan natürlich schon toll klingen“, so der Deutsche. Allen Stars und Sternchen zum Trotz: Spätestens zum Rennstart am Samstag (16.00 Uhr Ortszeit; live im TV auf Sky Sport 1 am 5.4. ab 00:45 Uhr MESZ) rückt dann also endgültig wieder das sportliche Geschehen in den Vordergrund. Es sei denn natürlich, DiCaprio fährt just in jenem Moment mit einer elektrisch angetriebenen Yacht voller Supermodels vor...

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance, Schaeffler

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