Formel E

Formel E: Heimsieg für Bird in London

— 28.06.2015

Piquet erster Formel-E-Meister

Denkbar knappes Finale der ersten Formel-E-Saison: Nelson Piquet Junior krönt sich in London zum Champion, nur einen Punkt vor Sebastien Buemi.

Der ehemalige Formel-1-Pilot Nelson Piquet Junior ist der Premierenchampion der ersten vollelektrischen Rennserie. Der Sohn des dreimaligen Weltmeisters Nelson Piquet gewann die Gesamtwertung der Formel E nach insgesamt elf Rennen. Beim Finallauf am Sonntag im Battersea Park von London reichte dem 29-Jährigen der siebte Platz, zwei Positionen hinter seinem härtesten Konkurrenten Sebastien Buemi. Im Endklassement hatte der Brasilianer dadurch einen Punkt Vorsprung auf den Schweizer. Den Sieg im letzten Rennen der Formel-E-Saison 2014/15 sicherte sich Sam Bird, vor Jérôme d'Ambrosio und Loic Duval. Für den Briten war der Erfolg beim Heimspiel der zweite Saisonsieg nach seinem Triumph in Malaysia.

Sieger des Tages in London: Lokalmatador Sam Bird

"Ich bin sehr glücklich über diesen Heimsieg. Vor den heimischen Fans ist es immer besonders toll und ich hoffe wir kommen auch in Zukunft noch oft hier her", jubelte Bird, der davon profitierte, dass der Führende Stephane Sarrazin sein Energie-Limit überzog und mit einer 49-Sekunden-Strafe belegt wurde, wodurch er auf den 15. Gesamtrang zurückgereicht wurde. Genauso groß wie bei Bird fiel am Ende der Jubel bei Piquet aus, der zunächst gar nicht so recht wusste, wie ihm geschah. "Ich hatte mit dem Team ausgemacht, dass die mir keine Zwischenstände sagen, damit ich mich nicht verrückt mache. Dadurch wusste ich am Ende aber auch nicht, dass wir den Titel gewonnen haben", so Piquet.

Risiko zahlt sich aus

"Erst als ich über die Ziellinie war, habe ich gesehen, dass mir alle gratulieren - da wurde es mir dann klar." Nach einem schwachen Qualifying und Startplatz 16 war der Titel für Piquet vor dem Rennen trotz seiner Gesamtführung in Gefahr. "Ich bin anschließend ans Limit gegangen, denn nach dem Qualifying war es hart. Ich wusste, dass es nichts mehr zu verlieren gibt und musste mein Bestes geben", so der Brasilianer, der das Glück am Ende auf seiner Seite hatte. "Unsere Strategie ist perfekt aufgegangen. Es war ein unglaubliches Jahr. Im Moment fehlen mir tatsächlich die Worte, ich bin einfach nur erleichtert."

Für Sebastien Buemi reichte es knapp nicht zum Titel

Die beiden deutschen Piloten Nick Heidfeld und Daniel Abt verpassten abermals deutlich einen Sieg. Der ehemalige Formel-1-Fahrer Heidfeld erreichte nicht das Ziel und wurde als 17. gewertet, Abt wurde Elfter. Im Klassement belegen der Kemptener Abt und der gebürtige Mönchengladbacher Heidfeld die Plätze elf und zwölf. Für beide schlägt als bestes Rennergebnis jeweils ein dritter Platz (Heidfeld in Moskau, Abt in Miami) zu Buche. Beim ersten Rennen der Serie hatten Heidfeld in Peking allerdings nur wenige Meter zum Sieg gefehlt, als er von Nicolas Prost gerammt wurde und ausschied.

Einmal um die Welt

Nach dem Auftakt in China fuhren die leisen, aber über 200 Stundenkilometer schnellen Formel-E-Autos in Malaysia, Uruguay, Argentinien, zweimal in den USA, in Monaco, Berlin, Moskau und zum Abschluss am Samstag und Sonntag in London. Vor dem letzten Lauf war der Vorsprung von Piquet Junior auf fünf Punkte geschrumpft. Mit seinem insgesamt dritten Saisonsieg hatte sich Buemi auf den zweiten Rang verbessert. Er hatte auf dem 2,925 Kilometer langen Kurs im Battersea Park Jérôme d'Ambrosio aus Belgien und Jean-Eric Vergne aus Frankreich im zehnten Saisonlauf auf die Plätze verwiesen. Hoffnungen auf den ersten Formel-E-Titel hatte sich vor dem Finale auch noch Piquets Landsmann Lucas di Grassi machen dürfen.

Trotz Verbremser: Piquet ist der erste Formel-E-Meister

Am Ende aber trug sich Piquet als erster in die Gewinnerliste der Formel-E-Meisterschaft ein. Der Brasilianer fuhr, wie die meisten seiner Mitstreiter der Elektroserie, bei der wegen der Batteriekapazität zur Rennhälfte die Autos gewechselt werden, schon in der Formel 1. Allerdings sorgte er dabei für einen der größten Skandale. Er hatte 2008 in Singapur auf Geheiß seines damaligen Teamchefs Flavio Briatore einen Unfall verursacht. Sein damaliger Renault-Teamkollege Fernando Alonso nutzte die anschließende Safety-Car-Phase und gewann das Rennen. (fh/dpa)
Fotos: Picture-Alliance

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