Formel E: Andere Hersteller im Formel E-Look

Formel E: Kundenteam siegt

— 09.08.2017

Techeetah das wichtigste Team der Serie?

Im Jubel um den Formel-E-Titel von Lucas di Grassi ist der Sieg von Jean-Eric Vergne fast untergegangen. Dabei fährt er für ein einzigartiges Team...

Im 33. Formel-E-Rennen der Geschichte wurde der neunte Sieger gekürt: Jean-Eric Vergne. Der Franzose wurde davor sechs Mal Zweiter, allein in der abgelaufenen Saison vier Mal. Mit insgesamt 243 Punkten belegt Vergne Rang fünf in der ewigen Bestenliste. Von Beginn an ist er dabei: Erst für Andretti, dann für DS Virgin, jetzt für Techeetah. Der 27-Jährige fuhr zwei Jahre lang an der Seite von Daniel Ricciardo für Toro Rosso in der Formel 1, verlor unterm Strich nur mit einem Punkt Unterschied. Es war der Punkt, der zwischen dem Aufstieg ins Red-Bull-Team (Ricciardo) und dem Aus in der Formel 1 (Vergne) entschied. Interessant auch das Techeetah-Team, für das Vergne fährt und in dessen Management er eingebunden ist. Techeetah (gesprochen Tischietah) gehört einem chinesischen Investmentkonglomerat. Der Name bezeichnet in der chinesischen Mythologie ein drachenähnliches Fabelwesen. Vor allem aber ist Techeetah das einzige Kundenteam der Formel E. Und damit der vielleicht wichtigste Rennstall der Öko-Formel.

Für weitere Kundenteams ist angesichts der Herstellerflut kein Platz mehr

Grund: 2019 mischen bereits elf Hersteller die Formel E auf. Die Angst vor explodierenden Kosten wie in diversen anderen Rennserien steigt damit rapide an. Serienchef Alejandro Agag will die Kosten niedrig halten. Und hat daher vorgeschrieben, dass die Hersteller den Antriebsstrang für einen Fixpreis von 120.000 Euro verkaufen müssen. Techeetah bezieht den Antriebsstrang von Renault – dem Klassenprimus.

Doch Agags Plan hat zwei Haken: Erstens ist und bleibt Techeetah das einzige Kundenteam. Interesse gibt es beispielsweise vom deutschen Zakspeed-Rennstall oder auch vom ehemaligen Formel-1-Team Brabham. Aber es ist kein Platz mehr frei für neue Mannschaften. 2018 wird das Starterfeld zwar auf zwölf Teams ausgeweitet (derzeit zehn), aber bei elf Herstellern ist klar: Es wird maximal nur ein Kundenteam geben.

Und zweitens: Vergne schimpft immer wieder über den Nachteil, den ein Kundenteam hat. Obwohl Techeetah mit Renault den besten Motor im Heck hatte, gewann Vergne nur ein Rennen. Gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT erläutert er: „Das Problem ist: Als Kundenteam bekommen wir den Motor erst kurz vor Saisonstart, können damit kaum mehr testen – und werden so ins kalte Wasser geworfen. Wir dürfen per Reglement auch weniger testen als die Teams, die eigene Motoren bauen. Das erschwert uns einiges. Und dennoch glaube ich: Ein Titelgewinn mit unserem Konzept ist möglich!“ Trotzdem: Gerüchten zu Folge könnte Techeetah schon kommende Saison, spätestens aber ab Ende 2018 neuer Partner von DS werden, einer Marke des PSA-Konzerns.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller

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