In Moskau findet der drittletzte Lauf der Formel-E-Saison statt

Formel E rast durch Moskau

— 05.06.2015

Vorentscheidung am Roten Platz?

In Moskau kann der erste Formel-E-Meister zwar nicht gekürt, auf den Straßen rund um den Kreml kann aber eine Vorentscheidung herbeigeführt werden.

So langsam wird der Titelkampf der Formel E richtig spannend. Zwar haben noch fast alle Piloten rechnerisch die Chance, den ersten Titel der neuen Elektroserie mitzunehmen, doch vor dem ePrix von Moskau hat sich realistisch ein Dreikampf an der Spitze entwickelt. Nelson Piquet jun. (China) hat mit 103 Zählern aktuell die besten Aussichten, doch Sebastien Buemi (e.dams) lauert mit zwei Punkten Abstand auf seine Chance.

Auch in Schlagdistanz befindet sich Abt-Pilot Lucas di Grassi (zehn Punkte Rückstand), der zuletzt in Berlin einen herben Rückschlag hinnehmen musste. Der Brasilianer siegte auf dem Flugfeld in Tempelhof souverän, wurde allerdings aufgrund eines irregulären Frontflügels disqualifiziert. Statt eine etwas komfortablere Führung in der Gesamtwertung zu besitzen, findet er sich nun in der Rolle des Jägers wieder und drängt in Moskau auf Wiedergutmachung. "Das Thema ist für mich erledigt, meine volle Konzentration gilt nur dem kommenden Samstag in Moskau", erklärt er.

Konzentration werden die 20 Piloten am kommenden Samstag auch brauchen, denn in Moskau erwartet die Formel E - wie in der Debütsaison üblich - wieder eine völlig neue Herausforderung, die es erstmals zu bewältigen gilt. Moskau ist in der Motorsportwelt durch den nahen Moscow Raceway zwar keine Unbekannte auf der Landkarte, auf dem provisorischen Stadtkurs am Roten Platz war aber noch niemand unterwegs.

Schnelle Geraden, gute Überholstellen

Mit Wut im Bauch: Schlägt Lucas di Grassi nach dem aberkannten Sieg von Berlin zurück?

Moskau ist die jüngste Addition im Kalender. Erst nachträglich rutschte der russische ePrix für den abgesagten Lauf in Rio de Janeiro in den Terminplan und verschob damit auch das Rennen in Deutschland um eine Woche nach vorne. Erbaut hat man eine 2,39 Kilometer lange Strecke am berühmten Kreml, die mit 13 Kurven ein spannendes Layout für die Piloten bereithält.

Nach Start und Ziel führt die erste Linkskurve auf eine längere Gerade, die mit einem schnellen Rechtsknick schließlich in drei langsame 90-Grad-Linkskurven mündet. Der folgende schnelle Abschnitt wird von der einzigen Schikane des Kurses unterbrochen, bevor die Fahrer wieder in einem schnellen Linksbogen auf die erste von zwei aufeinanderfolgenden Haarnadelkurven zubiegen, die sicherlich eine gute Überholmöglichkeit bieten werden. Nach einer weiteren 90-Grad-Linkskurve biegen die Piloten wieder auf die Zielgerade ein.

"Ich muss sagen, es sieht ziemlich interessant und herausfordernd aus", meint Trulli-Pilot Vitantonio Liuzzi, der zuletzt in Berlin seine ersten Saisonzähler einfahren konnte. "Es gibt ein paar lange Geraden, und der langsamere Infield-Teil sorgt für einen guten Kurvenmix. Es gibt aber auch drei oder vier Stellen, an denen Überholen möglich sein wird", sagt der Italiener und erkiest besonders die Kurven 1 und 3 sowie die beiden Haarnadelkurven dafür aus. "Es sieht so aus, als könnte der Kurs den Fans eine gute Show bieten."

Speed und Pic nicht am Start

Einer von zwei Deutschen in der Formel E: Mit dem Titel hat Nick Heidfeld heuer aber nichts mehr zu tun

Erstmals seit vier Rennen müssen sich die Fans der Elektroserie wieder auf neue Fahrer einstellen. Zuletzt war das Fahrerfeld seit dem ePrix von Miami unverändert geblieben, doch aufgrund von Terminüberschneidungen musste man bei Andretti reagieren. Scott Speed weilt bei den X-Games in Austin und wird daher das Russland-Rennen verpassen. An seiner Stelle fährt dafür einmalig Ex-Formel-1-Pilot Justin Wilson, der am Samstag sein Formel-E-Debüt geben wird.

Auch beim China-Team wird es am Wochenende eine Veränderung geben: Charles Pic wird aus bislang ungenannten Gründen nicht mehr im Auto sitzen, dafür fährt Antonio Garcia wieder, der bereits in Punta del Este für das Team unterwegs gewesen war. Auf einen russischen Fahrer oder ein russisches Team müssen die Fans in Moskau allerdings verzichten.

Fällt die Entscheidung bei den Teams?

Wer den Sieg in Russlands Hauptstadt davontragen wird, wird sich erst zeigen, doch eines steht bereits jetzt schon fest: Der erste Formel-E-Meister wird erst beim Saisonfinale in London ermittelt werden. Weil am 27. und 28. Juni ein Doppellauf ausgetragen wird, kann sich auch Piquet jun. mit einem Sieg und dem Verpassen der Punkte von di Grassi und Buemi nicht zum Champion krönen.

Allerdings kann e.dams bei einem günstigen Ausgang bereits die Teamwertung fixieren, wenn die Franzosen genügend Punkte holen: 34 mehr als Dragon, 33 mehr als Abt, 25 mehr als China, 16 mehr als Virgin und sechs Zähler mehr als Andretti. Das Rennen in den Straßen von Moskau beginnt am Samstag um 15 Uhr MESZ, Sky zeigt den Lauf allerdings nur Re-Live ab 17:15 Uhr.

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