Formel E 2015/2016

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Formel E: Renault e.dams exklusiv

— 23.10.2015

Prost & Buemi greifen den Titel an

Im erstan Jahr wurde Renault e.dams Team-Champion der Formel E. In Saison zwei peilen Sébastien Buemi und Nicolas Prost nun auch den Fahrertitel an.

Sébastien Buemi im Interview

Herr Buemi, letzte Saison sind sie Vize-Champion geworden. Am Ende fehlte ihnen nur ein Punkt zur Meisterschaft. Sehen Sie sich nach den Testeindrücken nun erneut im Titelrennen?

Sébastien Buemi: Wir sind auf jeden Fall vorne dabei, aber das ABT-Team ist ebenfalls sehr stark. Dragon war auch nicht schlecht, genauso wie Virgin und Mahindra. Die sind auch nicht weit weg. Ich bin aber zuversichtlich, dass es jetzt beim Auftakt in Peking gut läuft - wenngleich wir weiterhin viel Zeit aufwenden und eng mit Renault zusammenarbeiten müssen, denn unser Motor-Mapping ist noch nicht ideal.

Worin liegt das Problem?

Renault ist nach einer Saison als Sponsor und Berater nun auch in der technischen Verantwortung im Team

Die Kilowatt, die aus der Batterie kommen, kommen noch nicht optimal an den Reifen an. Momentan gibt es also noch viele Sachen, wo man feintunen kann. Was an Endleistung rauskommt ist zwar reglementiert, aber man kann das, was einem zur Verfügung steht (200 Kilowatt; d. Red.) eben besser oder schlechter verwenden. Daran arbeiten wir jetzt.

Sie haben die Zusammenarbeit mit Renault erwähnt. Was hat sich da im Vergleich zum Vorjahr verändert?

Renault war auch schon vor einem Jahr bei unserem Team dabei, aber da durfte man ja noch nichts machen (weil die Antriebsentwicklung erst ab dieser Saison freigegeben ist; d. Red.). Sie haben nun viel Geld und Energie investiert und man sieht wirklich, dass das Auto deutlich mehr Potenzial hat. Kurzum: Wir haben alle Teile verbessert, die man verbessern darf.

Die Teams haben beim Antrieb zum Teil ja auch auf ganz unterschiedliche Konzepte gesetzt. Worauf musste man dabei achten?

Sébastien Buemi verpasste den Meistertitel im ersten Jahr nur um einen Punkt - jetzt greift er wieder an

Wir haben für uns einfach entschieden, dass das, was man jetzt hat, das Beste ist, weil es effizienter ist. Ob das so stimmt, sehen wir aber natürlich erst nachher am Resultat. Wir glauben, dass weniger Gänge besser sind. Wenn man nun aber viel Power mit nur einem Gang will, muss man einen sehr großen Motor bauen. Dann hat man aber zu viel Gewicht. Man muss also zusehen, dass man möglichst wenig Gänge hat, aber mit viel Drehmoment.

Was kann das Team machen, wenn das Konzept floppt?

Nichts! Veränderungen sind nur bei mechanischen Problemen erlaubt. Aber das ganze Grundkonzept zu wechseln wäre erst wieder in Saison Nummer drei möglich - also in einem Jahr.

Nicolas Prost im Interview

Wie lief aus ihrer Sicht die Saisonvorbereitung, Herr Prost?

Reges Treiben in der Box bei den Testfahrten: Die Mechaniker von Renault hatten in der Pause viel zu tun

Nicolas Prost: Wir waren mit der Entwicklung etwas spät dran, hatten zudem Probleme mit der Zuverlässigkeit. Jetzt läuft aber alles. Das war ein sehr guter Job von Renault. Jetzt ist alles brandneu, aber trotzdem gut. Renault war letztes Jahr eigentlich nur Sponsor, aber dieses Jahr sind wir wie ein Renault-Werksteam.

Renault hilft bei der Technik, aber geführt wird das Team ja von der DAMS-Truppe...

Genau, aber dieses Zusammenspiel funktioniert wunderbar. Die Jungs von DAMS machen einen tollen Job mit dem Auto und dem Set-Up, Renault macht einen tollen Job mit dem Motor. Es ist ein bisschen wie früher in der Formel 1 mit Williams-Renault.

Birgt zu viel technische Innovation auf einmal nicht auch die Gefahr, im Konkurrenzkampf zurückzufallen?

Nicolas Prost ist der Sohn von Alain Prost: Der Franzose wurde in der Formel 1 viermal Weltmeister

Klar, wir haben den Motor gewechselt, um mehr Effizienz rauszuholen. Diesbezüglich sieht es gut aus, aber ich will jetzt auch nicht zu optimistisch sein. Trotzdem glaube ich, dass wir einen guten Kompromiss gefunden haben, eine gute Evolution vom letzten Jahr. Denn Sie haben Recht: Im Rennsport endet man manchmal im nirgendwo, wenn man eine Revolution will. Wir haben gute Lösungen gefunden – aber eben alles in einem vernünftigen Rahmen. Dabei waren auch wir Fahrer stark involviert, denn die Techniker wollten natürlich unsere Meinung hören.

Mit dem Lauf in Paris, wo die Formel E diese Saison erstmals fahren wird, haben Sie persönlich ein Heimrennen erhalten. Freuen Sie sich schon darauf?

Oh ja, denn Paris ist fantastisch! Das wird eine große Sache und ist auch wichtig für Frankreich. Es ist ein großes Land für den Motorsport und wir haben kein Formel-1-Rennen mehr. Aber nun ist die Formel E auch wichtig für Renault, die sich bei uns hier auf der technologischen Seite wirklich sehr stark engagieren.

Die Formel-E-Saison beginnt am Samstag (24.10.) in Peking. Lesen Sie im letzten Teil unseres großen Specials zum Saisonstart bei AUTO BILD MOTORSPORT, warum der amtierende Meister Nelson Piquet Jr. nicht an eine Titelverteidigung im zweiten Jahr glaubt.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Frederik Hackbarth

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