Formel E: Testfahrten in Donington

Formel E: Villeneuve fix, Heidfeld wechselt

— 12.08.2015

Testfahrten in Donington

Erster offizieller Test zur zweiten Formel-E-Saison in Donington: Mit dabei ist neben Venturi-Neuverpflichtung Jacques Villeneuve auch Nick Heidfeld.

Die Formel E hat ihren ersten Weltmeister an Bord: Wie AUTO BILD MOTORSPORT berichtete, testete Jacques Villeneuve vergangene Woche für Venturi. Nun ist das Engagement des Formel-1-Weltmeisters von 1997 in der Elektroserie fix, der Kanadier bestreitet die komplette Saison 2015/2016 für den Elektroautobauer aus Monaco. "Es ist zehn Jahre her, dass ich mit einem Formel-Boliden auf solchen Strecken gefahren bin, aber es ist wie Fahrradfahren: Man verlernt es nicht", erklärte Villeneuve in einem Statement zur Bekanntgabe seiner Verpflichtung. Der 44-Jährige, der das Arbeitsklima bei seinem neuen Team lobte und als ausschlaggebend für sein Engagement bezeichnete, sagte: "In der Formel E fahren wir immer mitten in der Stadt und Stadtkurse habe ich schon immer geliebt. Außerdem ist das Fahrerniveau sehr gut. Jedes Mal wenn ich einen der Piloten getroffen habe, wurde mir gesagt, dass es eine sehr interessante Meisterschaft ist."
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Erster Weltmeister in der Formel E: Nach zehn Jahren Pause im Formelsport ist Jacques Villeneuve zurück

Ab 17. Oktober kann sich Villeneuve nun selbst einen Eindruck davon verschaffen, dann startet in Peking die zweite Saison der Elektroserie. Bei Venturi ist man vom prominenten Neuzugang jedenfalls begeistert. "Es ist eine wahre Freude, den großartigen Champion Jacques Villeneuve in unserem Team und der Serie zu begrüßen. Er ist der erste Formel-1-Weltmeister, der als Fahrer in die Formel E kommt. Zusätzlich zu seinem Titel 1997 und den zahlreichen Siegen in der Formel 1 hat niemand seinen Sieg beim Indy 500 oder in der IndyCar-Serie vergessen", erinnerte Geschäftsführer Gildo Pastor an die großen Erfolge seines neuen Schützlings und verriet: "Jacques ist in Monaco aufgewachsen und unsere Wege haben sich in unserer Kindheit oft gekreuzt, darum wird er hier zu Hause sein. Ich bin glücklich mit dem erfahrenen und talentierten Duo Jacques und Stephane."

Heidfeld wechselt zu Mahindra

An der Seite von Villeneuve wird Stephane Sarrazin Gas geben. Der Franzose fuhr bereits im Vorjahr für Venturi und verlängerte seinen Vertrag. Für Nick Heidfeld ist damit kein Platz mehr im Team von Hollywoodstar Leonardo DiCaprio. Der Deutsche bleibt der Formel E allerdings treu und wechselt zu Mahindra, wo er an der Seite von Ex-F1-Pilot Bruno Senna fährt und Karun Chandhok ersetzt. Der Inder wechselt in die Sportwagenszene. "Hoffentlich kann ich eine Milliarde und euch glücklich machen", twitterte Heidfeld anschließend an sein neues Team aus Indien. Die Ansprüche des Deutschen sind durch seinen Wechsel jedenfalls nicht gesunken. "Mein Ziel ist es zu gewinnen und ich denke, dass meine Erfahrung und meine Fähigkeiten, genauso wie die des Teams, uns das Maximum an Chancen einräumen”, so Heidfeld.

Formel E: Testfahrten in Donington

Nick Heidfeld musste sein Cockpit bei Venturi räumen, dockte jedoch umgehend bei Mahindra an

Doch auch abseits der Villeneuve-Heidfeld-Rochade geht das Stühlerücken in der Formel E in den Sommermonaten vor dem Saisonstart munter weiter. Beim DS-Virgin-Team bleibt zwar Sam Bird an Bord, Jaime Alguersuari wird aber durch einen anderen ehemaligen Red-Bull-Junior in der Formel 1 ersetzt: Jean-Eric Vergne. Der Franzose hatte einen Großteil der Saison 2014/2015 für das Andretti-Team bestritten und nimmt nun Alguersuaris Platz ein. Der Spanier hat bis dato noch keine Rennlizenz erhalten, da er im Anschluss an den Lauf in Moskau einen Schwächeanfall erlitt. Trotz weitreichender medizinischer Untersuchungen ist die Ursache dafür immer noch ungeklärt, weswegen Alguersuari seine sportlichen Pläne vorerst auf Eis legen muss. Mit Daniel Abt fährt kommende Saison noch ein weiterer Deutscher neben Heidfeld in der Formel E. Abt bleibt seinem Familienteam Abt Audi Sport treu.
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Testfahrten in Donington

Testtag 1: Nur ein Punkt fehlte Sebastien Buemi am Ende der ersten Saison auf Kontrahent Nelson Piquet Jr. und den Titel. Bereits am ersten offiziellen Testtag der neuen Saison machte der Schweizer klar, dass seine Motivation unter der Vizemeisterschaft nicht gelitten hat - ganz im Gegenteil: Buemi fuhr mit seinem neuen Renault Z.E.15 mit 1:32.095 Minuten die schnellste Zeit vor dem weiteren letztjährigen Meisterschaftsrivalen Lucas di Grassi (Abt/+0,063 Sekunden) und Teamkollege Nicolas Prost (+0,190). Die Zeitenjagd stand am ersten Tag im Donington Park allerdings nicht im Vordergrund. Die meisten Piloten absolvierten Funktionstests, später am Tag hielt dann auch noch britischer Landregen Einzug, womit schnelle Runden ohnehin nicht mehr möglich waren.
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Gute Arbeitsatmosphäre: Villeneuve ließ sich seine gute Laune trotz Problemen am Auto nicht vermiesen

Für F1-Weltmeister Jacques Villeneuve war es derweil der erste Auftritt bei einem offiziellen Formel-E-Test. Und dieser verlief nicht problemlos. Erst blieb Villeneuve mit Problemen auf der Strecke stehen, dann klagte er über Steuerungsprobleme am Auto. "Wir haben uns heute auf Installationsrunden konzentriert und als es richtig losgehen sollte, hat es angefangen zu regnen", beschrieb er seinen ersten Arbeitstag, der auf Rang 14 endete. "Ich kann es nicht abwarten, eine trockene und aggressive Runde zu fahren, um zu sehen, was das Auto kann", so Villeneuve. Seinen ersten Auftritt für sein neues Team hatte auch Nick Heidfeld mit Mahindra. Heidfeld schaffte es dabei immerhin auf Position sieben, direkt hinter Teamkollege Bruno Senna.

Die Zeiten des ersten Testtages:
1. Sebastien Buemi (e.dams) 1:32.095 Minuten
2. Lucas di Grassi (Abt) 1:32.158
3. Nicolas Prost (e.dams) 1:32.286
4. Sam Bird (DS Virgin) 1:32.523
5. Salvador Duran (Aguri) 1:32.549
6. Bruno Senna (Mahindra) 1:35.653

Testtag 2: Auch am zweiten Testtag in Donington führte kein Weg an Sebastien Buemi vorbei. Der Vortagesschnellste unterstrich seine starke Frühform am Dienstag sogar mit einem neuen Rundenrekord auf der britischen Rennstrecke. Mit 1:31.050 Minuten unterbot der Schweizer seine eigene Bestzeit aus dem Vorjahr um 33 Tausendstelsekunden. Trotz des neuen Rekordes sieht Buemi aber noch eine Menge Luft nach oben. "Es war keine saubere Runde - aber eine perfekte Runde hinzubekommen ist schwierig. Ich denke, wir hätten noch eine Sekunde schneller fahren können, vielleicht sogar in den Bereich von 1:29 Minuten." Wie schon an Tag eins waren die Teams auch am zweiten Tag vornehmlich mit den Einstellarbeiten an den neuen Paketen beschäftigt.

Das bunte Leben des Jacques Villeneuve

Jacques Villeneuve Jerez 1997 Crash Australien 2001

Sebastien Buemi (li.) war an beiden Tagen der schnellste Mann in Donington, Rundenrekord inklusive

Besser als noch zum Auftakt lief es dann auch bei Serien-Neuling Jacques Villeneuve, der nach den Problemen am Vortag erstmals einen richtigen Eindruck seines neuen Venturi VM200-FE-01 gewinnen konnte. Das Fazit des Kanadiers: "Ein ordentlicher Rennwagen. Man hat zwar nicht den gleichen Topspeed oder die gleiche Kraft am Kurvenausgang, aber wenn es in die Bremszonen oder Kurven geht, dann ist es ein richtiges Rennauto." Nach Platz zwei in der Vormittagssession beendete Villeneuve den Tag schlussendlich als Zwölfter. Für diese Woche sind die Testfahrten damit vorerst beendet. Am kommenden Montag und Dienstag trifft sich die Formel E dann aber erneut in Donington, um die zweite Testwoche anzugehen.
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Ergebnisse des zweiten Testtages:
1. Sebastien Buemi (e.dams) 1:31.050 Minuten
2. Sam Bird (DS Virgin) +0,419 Sekunden
3. Daniel Abt (Abt) +0,487
4. Nick Heidfeld (Mahindra) +0,491
5. Nicolas Prost (e.dams) +0,542
6. Bruno Senna (Mahindra) +0,819

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Formel E

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