Fotomontage Hitchbot in den Rocky Mountains

Forschungsprojekt Hitchbot: Per Anhalter durch Kanada

— 29.07.2014

Ein Roboter trampt durch Kanada

Ein kleiner Roboter namens Hitchbot trampt allein quer durch Kanada und kommuniziert dabei über soziale Netzwerke. Verfolgen Sie seine Reise!

Würden Sie einen Mitfahrer wie diesen per Anhalter mitnehmen? Am Straßenrand steht ein kleines Ding, der Torso ist ein schnöder Plastikeimer, die Arme sind in Schwimmhilfen für Kinder gekleidet, die Hände in Gartenhandschuhe gepackt. Der rechte Daumen ist in die Höhe gereckt, die dürren Beine stecken in Gummistiefeln. Der Kopf auf dem Eimer beherbergt, hinter Plastik gepackt, eine Art Gesicht, das mit Hilfe von LEDs zum Leben erwacht. Hitchbot heißt das putzige Kerlchen, das am Straßenrand auf Mitfahrgelegenheiten wartet und es so von Halifax an der Ostküste Kanadas bis zur Westküste in die Provinz Victoria schaffen soll. Er ist dabei auf die Hilfe von Autofahrern angewiesen: Sie müssen den Hitchbot in ihr Auto packen, und mitnehmen, so lange sie wollen, damit er irgendwann sein Ziel erreicht.

Hitchbot beherrscht auch Smalltalk

Der Hitchbot will quer durch Kanada reisen. Das funktioniert nur, wenn genügend Autofahrer ihn mitnehmen.

Das Ganze ist ein Forschungsprojekt der Wissenschaftler David Harris Smith und Frauke Zeller. Sie wollen auf diese Weise klären, wie die Interaktion zwischen Mensch und Roboter funktioniert und ob Menschen einem Roboter soweit vertrauen, dass sie ihn sogar im Auto mitnehmen. Hitchbot bemüht sich dabei, ein angenehmer Reisebegleiter zu sein: Er kann mit seinem "Gesicht" via LED nicht nur Emotionen darstellen, sondern verfügt außerdem über eine Software zur Spracherkennung und -synthese, sogar über künstliche Intelligenz. So ist es ihm möglich, eine flockige Unterhaltung zu führen, seine Themen bezieht er unter anderem von Wikipedia.

Strom vom Zigarettenanzünder

Falls Hitchbot einmal der Saft ausgeht, lässt er sich am Zigarettenanzünder des Reisefahrzeugs aufladen, gegen Regengüsse wurde er wasserfest konstruiert. Damit die Initiatoren des Projekts ihren Schützling nicht aus den Augen verlieren, ist er mit GPS ausgerüstet und geht via WLAN oder Mobilfunknetz ins Internet. Und er informiert die Menschheit über seine Fortschritte auf der Reise: Schnittstellen zu Facebook, Twitter und Instagram dienen als Plattform für Tweets mit Text- und Bildmaterial. Und auch die Chauffeure von Hitchbot sollen ihre Reiseerlebnisse über die Dienste mit anderen teilen. Eine abenteuerliche Reise steht dem kleinen Roboter bevor.

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