Radfahrerin getötet: Zwei Jahre auf Bewährung

Fragwürdiges Urteil nach tödlichem Unfall

— 05.06.2015

Handyverbot für Unfallfahrerin

Weil sie durch ihr Handy beim Autofahren abgelenkt war, überfuhr eine Frau aus Michigan eine Radfahrerin. Das Urteil: zwei Jahre Handyverbot.

Eine 23-Jährige aus Michigan wurde am Mittwoch (3. Juni 2015) zu einer ungewöhnlichen Strafe veruteilt. Die "Detroit Free Press" berichtete in ihrer Onlineausgabe, dass Mitzi Nelson in den nächsten zwei Jahren Handyverbot auferlegt bekommt. Der zuständige Richter Stewart McDonald verkündete, dass die Frau zusätzlich zu ihrer Gefängnisstrafe (90 bis 180 Tage mit einem Bewährungszeitraum von zwei Jahren) und sozialer Arbeit (150 Stunden gemeinnützige Arbeit, 20 "Auftritte" vor Fahrschülern als abschreckendes Beispiel) während ihrer Bewährungszeit weder Handys noch "andere tragbare Kommunikationsgeräte" besitzen und benutzen darf. Zusätzlich zu den genannten Strafen muss Nelson mehr als 15.000 Dollar als Entschädigung an die Familie des Opfers und rund 1500 Dollar als Geldstrafe bezahlen. Ihr Führerschein wurde für ein Jahr eingezogen. Bemerkenswerterweise stammt die Idee zu dem Handyverbot vom Ehemann der Getöteten, der bei der Urteilsverkündung anwesend war.

Zweifache Mutter bei Unfall getötet

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Im Herbst 2014 hatte sich der Unfall nahe Lansing (140 km nordwestlich von Detroit) ereignet. Jill Byelich, 35-jährige Mutter von zwei Kindern, wurde dabei getötet. Sie trug zum Zeitpunkt des Unfalls eine reflektierende Weste und einen Fahrradhelm und war laut Anklageschrift ordnungsgemäß am rechten Fahrbahnrand mit ihrem Rad unterwegs. Die Angeklagte war, so der Polizeibericht, von ihrem Handy abgelenkt gewesen und hatte deshalb die Radfahrerin übersehen und gerammt. Richter McDonald sagte in seiner Urteilsbegründung, dass seine Entscheidung, das Handyverbot zu verhängen, möglicherweise angefochten werden könne. Seine Hoffnung sei trotzdem, dadurch andere Verkehrsteilnehmer von der Handybenutzung hinter dem Steuer abzuhalten. Zur Angeklagten sagte er sinngemäß, dass sie seiner Meinung nach nicht per Definition das Recht habe, ein Handy zu benutzen, sondern dass dies ein Privileg sei, welches sie durch ihr unüberlegtes Handeln verloren habe. Allein im Jahr 2013 starben in den USA 3154 Menschen in Autounfällen, an denen durch Handys abgelenkte Fahrer beteiligt waren.

Autor: Jonathan Blum

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