Alkoholtest

Frankreich führt Alko-Schnelltest ein

— 02.07.2012

Blasrohr an Bord

Seit 1. Juli 2012 muss in Frankreich jeder Autofahrer einen Alkohol-Schnelltest im Auto liegen haben. Das gilt auch für Ausländer. Gibt's das bald auch bei uns?

Seit 1. Juli 2012 sind Autofahrer in Frankreich verpflichtet, Alkohol-Schnelltests mitzuführen. Bereits seit Dezember 2011 müssen Diskotheken und Nachtbars diese bereitstellen, damit Gäste ihre Fahrtüchtigkeit überprüfen können. Die Tests bestehen aus Luftsack sowie Blasrohr und sind für ein bis drei Euro zum Beispiel an Tankstellen oder in Supermärkten erhältlich. Je nach Alkoholgenuss verfärben sie sich unterschiedlich, auf einer Farbskala lässt sich die Fahrtüchtigkeit ablesen. Die Mitführpflicht gilt auch für Ausländer, die im Nachbarland fahren. Wer ohne Test erwischt wird, muss mit elf Euro Geldbuße rechnen. Frankreich will mit den Einwegtests den hohen Anteil alkoholbedingter Unfälle eindämmen. Bei 31 Prozent aller Verkehrstoten war dort Alkohol im Spiel. Für Deutschland sind die Alkohol-Schnelltests zurzeit kein Thema.

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Mechthild Dyckmans (FDP) will die Erfahrungen anderer Länder mit den Schnelltests abwarten.

"Wir sollten zunächst die Erfahrungen in Frankreich abwarten und die Ergebnisse anschließend sorgfältig prüfen. In Deutschland konzentrieren wir uns auf besondere Risikogruppen, beispielsweise alkoholauffällige Kraftfahrer. Für diese wurde in der nationalen Drogenstrategie die Prüfung des Einsatzes von Alcolocks beschlossen", sagte Mechthild Dyckmans (FDP), Drogenbeauftragte der Bundesregierung, im März 2012 gegenüber AUTO BILD. In Baden-Württemberg, das an Frankreich grenzt, befürchtet Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), dass Autofahrer durch die Selbsttests dazu verführt werden, sich an die Promillegrenze heranzutrinken. "Wer Auto fährt, sollte generell keinen Alkohol trinken. Ich sehe deshalb keine Veranlassung, verpflichtende Schnelltests für alle Autofahrer zu fordern", so Hermann. Sein Parteikollege Toni Hofreiter fordert eine Alcolock-Pflicht für Busse: Wegfahrsperren, die sich nur lösen, wenn kein Alkohol im Atem enthalten ist. Das Bundesverkehrsministerium setzt ebenfalls auf Alcolocks, allerdings sollen sie auf freiwilliger Basis zum Einsatz kommen. Insbesondere "im Zusammenhang mit der Rehabilitation von alkoholauffälligen Kraftfahrern" sei dies sinnvoll, so ein Sprecher.

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