Frankreich privatisiert Autobahnen

Frankreich privatisiert Autobahnen

— 20.07.2005

Au revoir, autoroute!

Frankreich verscheuert seine Autobahnen (Wert: elf Milliarden Euro) an private Investoren. Grund: die chronisch leere Staatskasse.

Angesichts ghnend leerer Kassen beschleunigt Frankreich die milliardenschwere Privatisierung seiner Autobahnen. Interessenten fr die verbliebenen Staatsanteile der Betreibergesellschaften ASF, APRR und Sanef knnen noch bis zum 22. August 2005 Angebote abgeben, im Herbst wird dann ber den Zuschlag entschieden. Internen Angaben zufolge knnten die Verkufe elf Milliarden Euro einbringen.

Das eingenommene Geld soll fr den Ausbau der Infrastruktur und die Senkung der Staatsverschuldung eingesetzt werden. Die Autobahnprivatisierung ist Teil einer ganzen Reihe von Staatsverkufen. Anfang Juli hatte Paris rund ein Fnftel der Anteile am Gasversorger Gaz de France (GDF) versilbert. Und schon im Juni hatte die Regierung Anteile am Telefonkonzern France Tlcom im Wert von etwa 3,4 Milliarden Euro abgestoen. Im Oktober ist die Kapitalffnung beim Stromriesen Electricit de France (EDF) geplant.

Den franzsischen Weinbauern geht es finanziell nicht viel besser. Und genau wie der Staat setzen sie auf die Autobahnen um finanziell wieder in Schwung zu kommen: Zur Zeit verschenken die Winzer des Dpartements Aude an der Mittelmeerkste rund 400.000 Weinflaschen an Autofahrer, um auf ihre guten Tropfen aufmerksam zu machen mit den edlen Geschenken sollen vor allem auslndische Urlauber zum Kauf animiert werden. Um die Fahrsicherheit aber nicht zu gefhrden, wird der Wein erst am Abend und speziell an den Mautzahlstellen direkt vor den Urlaubsorten verteilt.

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