Freisprechanlagen im Test

Freisprechanlagen im Test Freisprechanlagen im Test

Freisprechanlagen im Test

— 01.03.2002

Das Ohr zur Welt

Ab Februar ist Telefonieren während der Fahrt nur noch mit Freisprechanlage erlaubt. Das funktioniert schon mit simplen Head-Sets. AUTO BILD hat zwölf preiswerte Geräte getestet.

Kabelsalat im Auto, nein Danke!

James Bond hatte sie zuerst, die perfekte Freisprecheinrichtung. Er trug sie komplett samt Handy unter dem Zifferblatt seiner Armbanduhr. Nette Idee, doch für die neue Gesetzeslage nicht mehr ausreichend. Ab Februar 2001 darf beim Autofahren nur noch mit Freisprech-anlage telefoniert werden, wer ab April mit dem Handy am Ohr erwischt wird, zahlt 60 Mark.

Freisprecheinrichtungen (FSE) lassen sich oft schon simpel nachrüsten: Handyhalter ankleben, Knopf ins Ohr, Micro vor den Mund - fertig. AUTO BILD hat zwölf Geräte getestet. Ergebnis: Viele genügen zwar dem Gesetz, aber der gute Ton bleibt auf der Strecke. Doch von vorn: Ausgewählt wurden nur FSE, die jeder Autofahrer ohne technische Vorkenntnisse einbauen und benutzen kann. Klar, dass dabei schon mal ein Knäuel von Kabeln am Armaturenbrett hängt. Dafür müssen die Strippen für Sprache und Stromversorgung nicht aufwendig unter die Verkleidungen verlegt werden.

Einzige Ausnahme ist die Anlage HFN von Pataco. Der Handyhalter wird direkt in den Zigarettenanzünder gesteckt. Das reichte zwar nicht zum Testsieg, fiel aber positiv auf.

Auf Dauer Festeinbau statt Head-Set

Ohne sicheren Halt wird das Handy beim abrupten Bremsen zum unkontrollierten Geschoss. Nur vier Geräte kamen mit Halter, die übrigen sind so genannte Head-Sets, Freisprechanlagen mit Ohrhörer und Mikrofon. Einen Pluspunkt gab es für die Anlage HSFNO von Waeco: Als einziges Head-Set verfügt sie über eine Ladeeinrichtung fürs Handy sowie die Möglichkeit, eine externe Antenne anzuschließen. Nachteil: Das kräftige Spiralkabel stört. Grundsätzlich sind die kleinen tragbaren Head-Sets mit dem Knopf im Ohr unschlagbar. Sie sind leicht, einfach zu bedienen, preiswert, und ein Handy-Wechsel macht wenig Probleme. Meist reicht der Tausch des kleinen Adaptersteckers (im Fachhandel, 15 bis 20 Mark).

Im Auto sieht das anders aus: Fahrer von lauten Lieferwagen oder Motorradfahrer schätzen den kleinen Mann im Ohr zwar, denn damit können sie das Gespräch während der Fahrt einfach annehmen. Zu mehr reicht es aber in der unteren Preisklasse oft nicht: Die Verständigung wird mit zunehmendem Tempo schlechter. Der Klang hallt, es gibt Rückkopplungen bis hin zum Pfeifen. Außerdem müssen die Telefone sicher in Hemd-, Jacken- oder Gürteltasche verstaut werden. Dann wird aber oft die Gesprächsannahme umständlich. Deshalb sollten Autotelefonierer unbedingt darauf achten, dass das Ein- und Ausschalten des Handys in jedem Fall mit einem sicheren Griff möglich ist.

Oft unterschätzt: Die Ohrhörer beeinträchtigen auch die Wahrnehmung im Auto. Durch den Stöpsel werden viele Umgebungsgeräusche abgeschirmt oder stark gefiltert. Das trifft auf Geräte zu, in deren Hörmuscheln schon kleine Kanäle eingearbeitet sind. Fahrer mit Hör- oder Gleichgewichtsproblemen sollten sich vor dem Kauf von ihrem Arzt beraten lassen.

Fazit: Head-Sets sind selbst bei guter Tonqualität keine Dauerlösung. Für Vieltelefonierer empfiehlt sich in jedem Fall ein solider Festeinbau.

Regeln für das Telefonieren am Steuer

Vom 1. Februar 2001 an dürfen Autofahrer während der Fahrt nicht mehr mit dem Handy am Ohr telefonieren. Das gilt, wenn der Wagen rollt oder mit laufendem Motor im Stau oder vor einer Ampel steht. Verboten ist alles, was zum Telefonieren nötig oder dabei möglich ist: Wählen, Nachrichten abrufen, Kurzmitteilungen (SMS) versenden oder im Internet surfen. Auch Fahrer, die nur kurz rangehen und sagen "Einen Moment, bitte", riskieren ein Bußgeld.

Erlaubt ist das Telefonieren während der Fahrt nur mit einer so gegenannten Freisprecheinrichtung (FSE). Aber auch nur dann, wenn beim Gespräch beide Hände am Lenkrad bleiben. Das Gesetz gestattet Festeinbauten, so genannte Plug-and-Play-Geräte oder HeadSets . Letztere dürfen aber das Gehör des Fahrers nicht völlig abschirmen. Erlaubt sind deshalb nur einseitige Ohrhörer. Zwar gilt das Handy-Verbot bereits von Februar an, die Polizei kassiert das Verwarnungsgeld (Autofahrer: 60 Mark, Zweiradfahrer: 30 Mark) aber erst ab dem 1. April. Achtung: Versicherungen können einen telefonierenden Unfall-Fahrer schon jetzt wegen grober Fahrlässigkeit zur Kasse bitten.

Regeln beim Freisprechen: Telefonieren im Auto ist selbst mit Freisprechanlage immer eine Ablenkung und damit eine potenzielle Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer. Deshalb einige wichtige Tipps zum Telefonieren während der Fahrt. Fragen Sie sich, ob das Gespräch verschoben werden kann. Wenn nicht: Halten Sie an und telefonieren Sie risikolos im Stand.

Wenn Sie im fahrenden Auto angerufen werden: Fassen Sie sich kurz. Bitten Sie den Anrufer um Rückruf zu einem späteren Zeitpunkt. Bei unaufschiebbaren Gesprächen fahren Sie konsequent den nächsten Parkplatz an. Vermeiden Sie alle Telefonate aus dem fahrenden Auto - besonders bei hohem Tempo, Nebel, Glätte, Regen oder unter Zeitdruck.

Systemvarianten im Vergleich

Bei Freisprechanlagen gibt es drei unterschiedliche Systeme. AUTO BILD nennt die jeweiligen Vor- und Nachteile. Folgende Systemvarianten gibt es:

Festeinbauten optimale Gesprächsqualität, automatische Gesprächsannahme, Radio-Stummschaltung möglich (weniger Ablenkung), einige Geräte mit Sprachsteuerung, Kabel unsichtbar verlegt (verhindert Stolpern), Handy-Halterung • Nachteile: teuerste Lösung (250 bis 700 Mark), lange Einbauzeit (drei bis sechs Sunden), bei einem Handywechsel ist meistens auch eine neue Anlage fällig.

Plug-and-Play-Geräte günstiger als die Festeinbauten (50 bis 300 Mark), geringe Probleme bei einem Auto- oder Handywechsel (weil die Stromversorgung über den Zigarettenanzünder erfolgt) • Nachteile: häufig ohne externen Antennenanschluss (ist empfehlenswert wegen der Strahlungsintensität), weniger Zusatzfunktionen. Sprachqualität nicht immer optimal, Kabelsalat am Amaturenbrett.

Headsets günstigste Alternative (20 bis 180 Mark), einfache Bedienung, keine Montage, ideal bei häufigem Fahrzeugwechsel, in lauten Lkw oder auf dem Motor- bzw. Fahrrad • Nachteile: Zusatzfunktionen, externer Antennenanschluss und Lademöglichkeiten für Handy-Akku fehlen meist, keine Handy-Halterung, Kabel in Kopf- und Armbereich können stören, ebenso die einseitige Ablenkung während des Gespächs.

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