Führerschein neu beantragen: So geht's

Führerschein neu beantragen: So geht's

So geht der Führerscheinantrag

Wurde die Fahrerlaubnis entzogen, muss der Führerschein nach Ablauf der Sperrfrist neu beantragt werden. AUTO BILD erklärt, wie es geht – und was der neue Führerschein kostet!
Wem nach einem schweren Verkehrsdelikt (zum Beispiel Trunkenheit am Steuer, Fahren unter Drogeneinfluss) oder wegen zu vieler Punkte in Flensburg die Fahrerlaubnis entzogen wurde, der muss den Führerschein neu beantragen. Gestellt wird der Antrag bei der zuständigen Führerscheinstelle – das geht jedoch frühestens nach Ablauf der sogenannten Sperrfrist. Sie wird je nach Schwere des Vergehens verhängt und beträgt mindestens sechs Monate. Wichtig: Wenn "nur" ein ein- bis dreimonatiges Fahrverbot verhängt wurde (zum Beispiel wegen Überfahrens einer roten Ampel), dann muss der Führerschein nicht neu beantragt werden – er kann nach Ende des Fahrverbots bei der zuständigen Behörde einfach wieder abgeholt werden. Auch wenn der Führerschein verloren gegangen ist oder gestohlen wurde, muss er nicht gänzlich neu beantragt werden. Es reicht aus, das Dokument neu ausstellen zu lassen (mehr dazu: Führerschein verloren).
Auch wer noch nie einen Führerschein besessen hat, muss, bevor er sich hinters Steuer setzen darf, nicht nur eine Fahrschule besuchen, sondern auch beim zuständigen Verkehrs- oder Ordnungsamt den Führerschein beantragen. Das geht frühestens sechs Monate vor dem Erreichen des für die gewünschte Fahrzeugklasse nötigen Mindestalters (beim Pkw 18 Jahre, beim Lkw 21 Jahre). Für Fahranfänger übernimmt den Gang zur Behörde meist die Fahrschule – in der Regel gegen eine Gebühr.

Unterlagen zur Beantragung des Führerscheins

Wer den Führerschein neu beantragt, der muss sich auf jede Menge Bürokratie einstellen. Benötigt werden in jedem Fall:
• der ausgefüllte Führerschein-Antrag (gibt es bei der Behörde)
• ein Passfoto
• ein Sehtest vom Optiker oder Augenarzt (maximal zwei Jahre alt)
• eine Bescheinigung über den Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses
• Nach Entzug der Fahrerlaubnis: Je nach behördlicher Anordnung für die Wiedererteilung ein Nachweis über eine bestandene Medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU)
In Ausnahmefällen (zum Beispiel wenn die Fahrprüfung sehr lange her ist) kann es auch vorkommen, dass man nach dem Entzug der Fahrerlaubnis sogar noch einmal die Fahrschule besuchen und eine erneute Prüfung ablegen muss. Je nach Fahrzeugklasse müssen außerdem weitere Unterlagen vorgelegt werden, zum Beispiel ein Gesundheitstest für den Lkw-Führerschein (Klasse C), der Funktions- und Leistungstest für den Bus-Führerschein (Klasse D) oder ein Führungszeugnis wenn eine Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung beantragt wird.

Was kostet der neue Führerschein?

Welche Kosten bei der Neubeantragung eines Führerscheins fällig werden, ist nicht einheitlich geregelt und kann sich je nach Bundesland und Gemeinde unterscheiden. In der Regel liegt die Gebühr bei rund 40 Euro. Dazu kommen die Kosten für den Sehtest, die laut "Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr" (GebOSt) bei knapp sieben Euro liegen. Der Erste-Hilfe-Test schlägt in der Regel mit 20 bis 40 Euro zu Buche. In Summe kostet die Beantragung also bis zu 100 Euro. Zusatzkosten entstehen, wenn zum Beispiel ein Führerschein für das Begleitete Fahren ab 17 (rund acht Euro) beantragt wird, oder gleichzeitig ein internationaler Führerschein (circa 13 Euro) ausgestellt wird.
Wurde die Fahrerlaubnis entzogen und eine MPU verordnet, wird es wesentlich teurer: Die Kosten für eine Medizinsch-Psychologische Untersuchung sind ebenfalls in der Gebührenordnung aufgeführt und variieren je nach Schwere des Vergehens. Im "günstigsten" Fall muss man mit 350 Euro rechnen (zum Beispiel, wenn man zu viele Punkte in Flensburg hatte); wer unter Alkohol- und Drogeneinfluss gefahren ist, muss mit circa 760 Euro rechnen. Dazu kommen oft weitere Untersuchungen  (Alkoholtests, Drogennachweis, Abstinenznachweise), die die Gesamtkosten schnell auf 1500 bis 2000 Euro ansteigen lassen.

Wie lange dauert es, bis der neue Führerschein da ist?

Wie lange es dauert, bis der neu beantragte Führerschein da ist, hängt vom jeweiligen Amt ab. Die Ausstellung des Dokuments kann bis zu drei Monate dauern. Doch nur wenige Behörden benötigen so viel Zeit. In der Regel dauert es nur zwei bis drei Wochen bis der neue Führerschein abgeholt werden kann. Bevor das Mindestalter für die beantrage Fahrzeugklasse nicht erreicht ist, wird der Führerschein ohnehin nicht ausgehändigt.

Autor: Michael Gebhardt

Stichworte:

Führerschein

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