Führerschein-Reform

Neues vom Führerschein

Führerschein-Reform

— 18.05.2004

Neues vom Führerschein

Neue Fragen, neue Regeln – dazu ein paar modernere Bildchen: Europa greift ins Lenkrad und reformiert die Führerscheinprüfung.

Plus 53 neue Fragen für Autofahrer

Wer demnächst seinen Führerschein machen will, muss mehr büffeln: Ab dem 1. Juli kommen 223 Prüfungsfragen neu hinzu. Unter dem kryptischen Stichwort "Annex 2" nimmt der amtliche Fragenkatalog nach EU-Vorgaben auf 1476 Fragen zu. In erster Linie betroffen sind die Bus- und Lkw-Klassen.

Aber auch der Autoführern wird frisch gemacht, 53 neue Fragen entfallen auf die Klasse B: neun Grund- und 44 Zusatzfragen zu Themen wie Gefahrbremsung, Personenbeförderung, Umweltschutz und Mängelerkennung. Wer erstmals einen Führern macht, den erwarten in der Theorieprüfung wie gehabt 30 Fragen, nun allerdings 20 Grund- und und zehn Zusatzfragen (bislang 23 zu sieben).

Wer bereits einen Führerschein besitzt, muss für jeden weiteren gar nur zehn Grundfragen beantworten, die Zusatzfragen bleiben gleich. Und als Ausgleich fürs größere Pensum können sich Prüflinge künftig sogar einen Fehlerpunkt mehr leisten, insgesamt also zehn. Doch Vorsicht: Wer gleich zwei der wichtigsten Fünf-Punkte-Fragen falsch ankreuzt, ist auch mit zehn Punkten durchgefallen.

Klasse S und Aufbaukurs statt Probezeit

"Die Prüfung wird nicht schwerer", beruhigt Peter Glowalla, Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Berlin, "doch sollten sich Fahrschüler bereits jetzt mit dem neuen Stoff befassen." Denn es gibt keine Übergangsfristen. Wer also Ende Juni durch die Prüfung rasselt, muss fürs nächste Mal auch den neuen Stoff parat haben. Spannender hingegen wird die praktische Prüfung.

Zwar sind nur noch zwei statt drei Grundfahraufgaben zu erfüllen, und der Prüfling kann sogar das ungeliebte Einparken abwählen, doch die Aufgaben erfordern Nervenstärke: Wer patzt, hat nur noch einen einzigen weiteren Versuch.

Neue Führerschein-Klasse S Voraussichtlich ab 1. Oktober 2004 ist es so weit: Ab 16 Jahren darf dann mit drei- oder vierrädrigen Fahrzeugen bis 250 Kubik (Diesel, Benziner 50 Kubik) und 45 km/h gefahren werden. Mit abgespeckter Prüfung und geringeren Anforderungen an Alter und Sehvermögen stellt die S-Klasse eine "S"parversion des Autoführerscheins dar. "S" könnte aber auch für die Zielgruppen stehen: Schüler sollen früher aufs Autofahren vorbereitet, Senioren altersgerecht flottgemacht werden.

Aufbaukurs kürzt Probezeit Fahranfänger können neuerdings eine so genannte "zweite Ausbildungsphase" absolvieren. Sie besteht aus drei Gruppensitzungen zu je 90 Minuten, einer Beobachtungsfahrt mit Fahrlehrer sowie einem vierstündigen Fahrsicherheitstraining. Danach wird die Probezeit um bis zu zwölf Monate gekürzt. Der freiwillige Aufbaukurs wird von speziellen Fahrschulen angeboten, dauert etwa zwei bis acht Wochen und kostet rund 270 Euro. Nur Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen bleiben langatmig, gestatten die Verkürzung nicht. Informationen: Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, Tel. 089/ 74 91 49 41.

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