Führungswechsel bei Ford

Ford-Vorstandsvorsitzender Rolf Zimmermann

Führungswechsel bei Ford

— 09.09.2002

Zimmermann steigt aus

Der Vorstandsvorsitzende macht sich selbstständig. Vertriebschef Bernhard Mattes wird sein Nachfolger.

Vier Vorsitzende in sechs Jahren

Der Vorstandsvorsitz der Ford-Werke Köln AG und der ebenfalls in Köln ansässigen Ford-Europazentrale bleiben Posten mit begrenztem Haltbarkeitsdatum. Vier Vorsitzende wurden binnen sechs Jahren verschlissen, und nun verlässt auch der amtierende Statthalter der US-Muttergesellschaft, Rolf Zimmermann, aus persönlichen Gründen das Unternehmen. Zimmermann hat den Aufsichtsrat gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden. Sein Nachfolger, Bernhard Mattes, wird noch in der nächsten Sitzung des Aufsichtsrats am 12. September bestimmt.

Der 46-Jährige ist seit dem 2. Juli 1999 Vorstand Marketing und Verkauf. Der Diplom-Ökonom gilt neben Zimmermann als die treibende Kraft der deutschen Ford. Zimmermann und Mattes führten Ford in die Gewinnzone zurück und steigerten den Marktanteil auf aktuell 8,8 Prozent. Zimmermann hatte sich zuletzt auf der Hauptversammlung im Juli optimistisch geäußert, wieder Gewinne erwirtschaften zu können, nachdem die Ford-Werke im Jahr 2001 einen Verlust von 80 Millionen Euro verzeichnet hatten.

Dass der zweifache Familienvater Mattes "irgendwann eine Option für den Posten des Vorstandschefs ist, ist klar", hieß es bereits seit geraumer Zeit im Unternehmen. Der Wolfsburger Mattes, der 1982 bei BMW seine automobile Laufbahn begann, genießt großes Ansehen in der deutschen Händlerschaft von Ford. Dass diese Option nun aber so früh ausgeübt wird, ist etwas überraschend. Noch im Mai, als erste Gerüchte über einen bevorstehenden Rückzug von Zimmermann aufkamen, hieß es aus Unternehmenskreisen, dass der deutsche Ford-Chef seinen bis Oktober 2003 laufenden Vertrag erfüllen wolle.

Persönliche Ziele sind erreicht

"Ich hatte mir persönliche Ziele gesetzt, und die habe ich erreicht", sagt Zimmermann nun in der "Bild am Sonntag" zu den Gründen für seinen Ausstieg. Vor vier Jahren habe niemand mehr etwas auf Ford gegeben, heute sei das Unternehmen wieder erstarkt. "Aber jetzt möchte ich ein neues Leben führen", so Zimmermann, der auch Vize-Präsident der Muttergesellschaft Ford Motor Company in Dearborn im US-Bundesstaat Michigan ist. Künftig will Zimmermann als Unternehmensberater tätig werden.

Zimmermann gehört dem Vorstand der Ford-Werke AG seit August 1997 an und ist seit dem 13. November 1998 Vorstandsvorsitzender als Nachfolger von James D. Donaldson, der sich nach weniger als einem Jahr im Amt neuen Aufgaben im Konzern widmete. Der Rüsselsheimer Zimmermann studierte Maschinenbau an der Fachhochschule für Technik in Wiesbaden. Außerdem besuchte er das General-Motors-Institute in Flint/Michigan sowie die Harvard Business School. Vor seiner Tätigkeit bei Ford war Zimmermann für die Volkswagen-Gruppe als Präsident der spanischen VW-Tochter VW Navarra S.A. und als Chief Production Officer bei Skoda beschäftigt.

In den ersten sechs Monaten haben die Ford-Werke das Ergebnis vor Steuern gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 54 Millionen Euro fast verdoppelt. Der Umsatz war in einem rückläufigen Markt und durch die Produktionsumstellung auf den neuen Fiesta um 0,8 auf acht Milliarden Euro gesunken. Im ersten Halbjahr wurden 525.000 Autos gebaut. Im vergangenen Jahr hatten die Kölner Autobauer einen Umsatz von 16,3 Milliarden Euro erzielt. Bei den Ford-Werken arbeiten aktuell 37.000 Beschäftigte.

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