Fünf feurige Roadster im Vergleich
Der Boxster schlägt sie alle

- Stefan Helmreich
Sie dosieren Frischluft eher homöopathisch? Und fahren offen am liebsten hochgeschlossen? Schön eingemummelt zwischen allem, was sich irgendwo dranclipsen, ausfahren oder hochdrehen lässt? Dann pflanzen Sie sich jetzt besser in Ihr CC, klinken sich in die nächste Bundesstraßenprozession ein und ausflüglern zu einem dieser reizvollen Bussewillkommen-Cafés, um mit Gleichaltrigen über die Fetzigkeit der Farbe Silbermetallic zu philosophieren. Der folgende Vergleich dürfte Sie jedenfalls nicht sonderlich interessieren. Denn TT, Z4, 370 Z, SLK und Boxster sind keine dieser Blech gewordenen Weichlinge. Keine, denen Mami vor dem Rausgehen noch mal die Mütze über die Ohren zieht. Sondern eher solche vom Typ schmerzfrei, die sich badewannenfeuchtes Haar am liebsten vom Ostwind föhnen lassen.
Überblick: Alle News und Tests zum BMW Z4

Überblick: Alle News und Tests zum Porsche Boxster

Zwar röhrt der Biturbo-Direkteinspritzer derart rockig durch sein Doppelrohr, dass man dem Sextett schon mal zum neuen Sommerhit gratulieren darf, beim Open Air auf der Rennstrecke wirkt der BMW jedoch wie Sarah Connor beim Trällern der Nationalhymne. Okay, ganz amüsant, aber eben auch etwas unkonzentriert. Das Fahrverhalten lässt sich wohl am besten anhand eines Zirkels beschreiben. Die Vorderachse fungiert dabei als Dorn, rammt sich präzise in den Einlenkpunkt, um unbeirrbar der Ideallinie hinterherzustacheln; die Hinterachse mimt die Bleistiftspitze, die stets mit geringerer Haftung um die 2,5 Meter Radstand zu schwingen scheint und je nach Gasdosis sanft nach außen treibt oder jäh in Richtung Botanik schnalzt.
Überblick: Alle News und Tests zum Nissan 370 Z

Und noch was, liebe Nissan-Ingenieure: Warum muss der Nachfolger des 350 Z – immerhin jenes Autos, dem sie landauf landab wegen seines herrlichen Röchelsounds zu Füßen lagen – nun bitte schön klingen wie eine Eisentonne, die gerade einen Hang hinunterpoltert? Nein, bitte keine faulen Ausreden, am Punktverlust im Emotionskapitel würden die ohnehin nichts mehr ändern. Dabei hätte der 370 Z eine voluminösere Klangkulisse mehr als verdient. Vor allem wegen seines ungeahnt fahraktiven Auftritts auf der Rennstrecke. Unnachgiebiges Dämpfer-Set-up plus hohe Lenkpräzision plus enorme Stabilität plus bissige Bremse – ergibt eine hohe Eins-Sechzehn und damit drei Zehntel Vorsprung auf den stärkeren, leichteren und fahrwerkstechnisch um einiges aufwendigeren Z4. Hut ab!
Wie sich Porsche Boxster, #PARSER#SR Roadster und Mercedes SLK 350 geschlagen haben, erfahren Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Heftarchiv.
Fazit
Reden wir nicht lange drumherum: Querdynamisch ist der BMW eine Enttäuschung. Trotz 340 Turbo-PS und M-Fahrwerk rettet er sich nur eine halbe Sekunde vor dem inzwischen doch recht betagten SLK über die Linie. Der zweite Roadster-Neuling – der Nissan 370 Z – absolviert die Rennstreckenwertung zwar ungleich souveräner, verdaddelt seine Querdynamik-Sternchen aber im Emotionskapitel. Er wirkt grobschlächtig, motorisch matt und klingt vergleichsweise öde. Vorneweg trompetet der Porsche, der sich keine performancerelevante Schwäche leistet. Das Gleiche gilt – abgesehen vom latenten Drang zum Untersteuern – auch für den TT RS. Über zwei Sekunden Rückstand sind aber zu viel, um dem Boxster S noch ein Remis abzutrotzen.
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