Fußballer und ihre Tuningautos

Zé Roberto mit dem modifizierten schneeweißen 300 C Marc Kruska im TT Roadster 2.0 TFSI

Fünf Fußballer und ihre Tuningautos

— 15.05.2008

Der ultimative Kick

Wenn Bundesligastars nach dem richtigen Tuner suchen, landen sie regelmäßig bei Hummerland. Der prominenteste Kunde von Chefveredler Denis Anderson heißt Kevin Kuranyi.

Denis Anderson weiß, wie Hochleistungssportler ticken – schließlich war er selbst einer. Wer den 1,94 Meter großen Hummerland-Chef mit deutschem und amerikanischem Pass zu Gesicht bekommt, schließt auf Basketball oder Football. Stimmt nur fast: "Ich habe 14 Jahre Tischtennis gespielt – zuletzt in der 2. Liga und der U20-Nationalmannschaft", erzählt der 28-Jährige grinsend. So sehr er diesbezüglich jegliches Klischeedenken unterläuft, so sehr erfüllt er es in anderer Hinsicht: Seit 2004 dealt er mit großkalibrigen Rädern aus den USA. Von Labels wie Giovanna, GFG und Gianelle kennt er das komplette Sortiment auswendig. Mit der scharfen Ware beliefert er Autohäuser der Ober- und Luxusklasse – momentan 72 an der Zahl. Alle Räder aus Denis' Sortiment sind vom TÜV abgesegnet. "Amerikanische Ware hat mancherorts einen zweifelhaften Ruf. Ich will meinen Kunden hingegen demonstrieren, dass sie bei mir 1-a-Qualität einkaufen."

Ist ein M6 Cabrio lässig wie ein wie ein konsequent veredelter 300 C?

Denis Anderson weiß, wie Hochleistungssportler ticken – schließlich war er selbst einer.

Zusätzlich kümmert er sich seit 2006 unter dem Label Hummerland um die Veredelung der monströsen Geländewühler. Hand legt er aber nicht nur an H1 und H2 an. Er tunt markenübergreifend – vom schweren SUV bis zum exklusiven Sportwagen. Seinen Wurzeln bleibt er dennoch treu: Er unterstützt den ersten Hummer-Rennstall Europas. Aktuell umfasst das Sortiment weit mehr als Räder: Für Modelle wie den Chrysler 300 C importiert er Bodykits direkt aus den Staaten. Bei deutschen Fahrzeugen greift er gern auf Produkte hiesiger Tuner zurück. Auch Lederausstattungen installiert er regelmäßig: "Fußballer stehen auf in die Kopfstütze eingestickte Rückennummer." Warum sich etliche Kicker ausgerechnet ihn als Haus-und-Hof-Tuner ausgesucht haben? "2005 habe ich an Lincoln von Schalke 04 einen komplett umgebauten Hummer verkauft. Der war mit Auto und Service zufrieden und machte daraus keinen Hehl. Ruck, zuck wusste jeder Fußballer: Da ist ein cooler Tuner aus Bochum, der ein untrügliches Gespür für gutes Design hat."

Dede mit seinem Chrysler 300 C: "Die veredelte Chrysler-Limousine nutze ich als Alltagsauto."

Andersons Kunden sind inzwischen auch seine Freunde. So lässt sich keiner lange bitten, als Denis im Rahmen unseres Reports zum Fotoshooting einlädt. Joel Epalle taucht als Erster auf – mit seinem Cadillac Escalade. "Ich fahre mit meiner Frau und den beiden Töchtern regelmäßig Langstrecke. Da  sind Platz und Komfort unerlässlich", erklärt er. Der Stürmer aus Kamerun, bei VFL Bochum unter Vertrag, liebt großformatige Chromräder. Auf dem riesenhaften V8-Ungetüm wirken die montierten 24-Zöller kein bisschen überdimensioniert. Die aufgesetzten Spinning Wheels darf er nur im Ausland montieren: "In Deutschland leider nicht erlaubt." Als Nächster trifft Marc Kruska ein: Der Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund lässt auf seinen neuen TT Roadster 2.0 TFSI nichts kommen. Der verfügt über ein Rieger-Spoilerkit, Vierrohrauspuff, 20-Zoll-Räder und Lederinterieur. Die Serienleistung reicht vorläufig aus: "Das Auto ist schnell genug", sagt Kruska. Diese Einschätzung verwundert kaum: Bisher fuhr die 20-jährige Nachwuchshoffnung ganz bescheiden VW Golf.

Mafiös und doch sportlich

Dede, seit 10 Jahren bei Dortmund, darf sich guten Gewissens etwas mehr erlauben: "Demnächst kaufe ich mir ein M6 Cabrio", erklärt der Führungsspieler und Abwehrspezialist. Vorerst tut es jedoch ein von Hummerland getunter 300 C Diesel. "Ein Auto von unübertrefflicher Coolness – mafiös und doch sportlich." Der Brasilianer hat sich für das volle Programm entschieden: 22-Zöller, Bodykit, Sportauspuff, Xenon-Scheinwerfer, Chiptuning, Sportfedern, Design-Heckleuchten und einen Grill im Bentley-Stil.

Joel Epalle mit seinem Cadillac Escalade: "„In Deutschland darf ich leider keine Spinning Wheels montieren."

Die Schalke-Stars Zé Roberto und Kevin Kuranyi sind noch unschlüssig, was das passende Hummerland-Fahrzeug anbelangt: Zé Roberto inspiziert sichtlich beeindruckt einen komplett modifizierten schneeweißen 300 C. Kevin Kuranyi fährt im nagelneuen Audi R8 vor und nimmt einen aufgewerteten Range Rover Sport unter die Lupe: "Ein Auto mit Stil – für meinen Geschmack jedoch zu behäbig. Meine Frau hingegen könnte an dem Range durchaus Gefallen finden. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob sie ihren heißgeliebten Porsche Cayenne dafür hergeben würde." Der Stürmer selbst mag starke und schnelle Autos: "Der R8 fällt mir aber fast zu extrem aus – eine Prise Gemütlichkeit wünsche ich mir doch." Nach seinem Traumwagen befragt, fällt ihm spontan der neue Lamborghini Reventón ein: "Der absolute Hammer!" Allerdings auch nicht komfortabler als ein R8. Denis spricht denn auch eine andere Empfehlung aus: "Für Kevin wäre ein getunter Bentley Continental GTC das perfekte Auto." Und sein Wort hat schließlich Gewicht in Fußballerkreisen.

Autor: Ben Arnold

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