Fünf getunte Nissan GT-R

— 04.02.2009

Nachschub für Porsche-Jäger

Seit "The Fast and the Furious" ist der Nissan GT-R ein weltweit anerkannter Gegner des Porsche 911. Fünf internationale Tuner schicken den neuen Nissan GT-R jetzt ins Trainingslager.
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Von Andreas Rogotzki Vor 2001 war Nissans Top-Sportler in Europa praktisch unbekannt. In Japan und den USA wurde der Nissan Skyline, später dann GT-R, allerdings mindestens so geschätzt, wie ein Porsche hierzulande. Vor allem der Typ R32 (1989 bis 1993) mit seinem 283 PS starken Reihensechszylinder und Biturbo-Aufladung erfeute sich bei den Tunern großer Beliebtheit. Deshalb wohl auch der Auftritt im ersten Teil von "The Fast and the Furious". Mit der Baureihe R34 und nach diversen Editionen (V-Spec, Nür, GT-R N1) wurde der Skyline 2002 in Rente geschickt. Seit 2008 ist der intern R35 genannte Japan-Porsche wieder da. Mit zeitgemäßer Optik und geänderten Proportionen hat sich der 485 PS starke Nissan GT-R schnell zum Alptraum vieler 911er-Fahrer entwickelt. Wie gehabt stehen natürlich auch die Tuner Schlange, um dem Porsche-Killer ihren persönlichen Stempel aufzudrücken.
Aggressive Aerodynamik von Japan-Tuner Wald
Wald International ist der bekannteste Nippon-Tuner hierzulande.
Wald International ist der bekannteste Nippon-Tuner hierzulande.
Das Tuninglabel Wald International ist in der japanischen Heimat und in den USA für optische Retuschen an Luxusfahrzeugen bekannt. Vor allem Anhäger der Marken Mercedes, BMW und Lexus finden bei Wald Zubehör für sämtliche Baureihen. Dem Nissan GT-R rückt Wald mit einem aggressiven Aerodynamik-Kit und viel Carbon zu Leibe. Der 485 PS starke Kracher erhält dabei modifizierte Front- und Heckschürzen sowie einen Schwellerleistensatz. Den serienmäßigen Heckspoiler tauscht der Tuner gegen ein tailliertes Exemplar mit Carbonlippe. Das Herzstück des GT-R, der 3,8-Liter-Sechszylinder, bleibt in Sachen Leistung vorerst unberührt. Abdeckungen und ein Luftsammler aus Carbon sind dennoch erhältlich.
Shadow Sports liefert superleichte Magnesiumräder
Bei Shadow Sports steht Design und Leichtbau im Vordergrund. Der GT-R wird hier zur Fahrmaschine.
Bei Shadow Sports steht Design und Leichtbau im Vordergrund. Der GT-R wird hier zur Fahrmaschine.
Chef von Shadow Sports Design ist Ex-Nissan-Werksfahrer Masami Kageyama (Formula Nippon). Der Motorsport-Profi rüstet den GT-R mit seinem Team auf konsequenten Leichtbau um. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der enormen Gewichtsersparnis durch den Einsatz von superleichten Rädern aus Magnesium. Die Vorderräder des Nippon-Renner wiegen 9,85 Kilo, während die etwas größeren Hinterräder 10,6 Kilo auf die Waage bringen. Die ungefederten Massen verringern sich so um beachtliche 3,65 Kilogramm. Verbesserte Beschleuningungswerte beim ebenfalls unangetasteten Motor sind die Folge.
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Zele schafft 560 PS per Chip
Auf dem Tokyo Auto Salon 2009 (März) zeigt Zele Performance einen leistungsgesteigerten GT-R. Der Tuner aus Yokohama holt per optimierter Motorelektronik satte 550 PS aus dem 3,8-Liter-Biturbo. Zele Performance verpasst dem GT-R außerdem einen Sportauspuff aus Titan und  zimmert dem Sportcoupé massenweise Kohlefaserteile ans Blech. Gewichtsreduzierte Leichtmetallräder und als technischer Leckerbissen ein Differenzialölkühler an der Hinterachse sind weitere Highlights des furiosen Japaners.
Hochwertige Optik und 23-Zoll-Räder von Branew
Edel und gleichzeitig sportlich – geht sowas? Der Branew GT-R macht es vor.
Edel und gleichzeitig sportlich – geht sowas? Der Branew GT-R macht es vor.
Optisch auf sehr hohem Niveau bewegt sich die Tuningschmiede Branew. Der Veredeler motzt neben Nissan auch Bentley, Porsche und einige Hummer-Typen auf. Der Nissan GT-R wird von den Profis in ein schickes Karosseriekleid gezwängt und auf riesige 23-Zoll-Superchrome-Felgen gestellt. Wie die Mitbewerbern geht auch die Branew-Crew geradzu verschwenderisch mit leichtem Carbon um. Highlight am Branew-GTR ist jedoch ein Diffusoreinsatz aus weißer Kohlefaser. Leistungstechnisch planen die Japaner bereits ein Upgrade für die Motorsteuerung. Wegen der strengen Garantievorschriften beim GT-R gestaltet sich eine signifikante PS-Steigerung aber schwierig.
Nismo glänzt mit superteurer Performance
Mit Werksgarantie und entsprechend teuer: 38.000 Euro kosten die Tuningmaßnahmen von Nismo.
Mit Werksgarantie und entsprechend teuer: 38.000 Euro kosten die Tuningmaßnahmen von Nismo.
Mit Garantieproblemen hat Nissan-Haustuner Nismo nicht zu kämpfen, zumal die Performance-Profis sowieso auf mehr Leistung verzichten. Nismo rät Tuningwilligen eher zum offiziellen Sportpaket für den Nachfolger des legendären Skyline und lässt sich die Technik mit umgerechnet 38.000 Euro – wohlgemerkt ohne Nissan GT-R – teuer bezahlen. Im Paket enthalten sind ein regulierbares Bilstein-Fahrwerk und geschmiedete Leichtmetallräder. Außerdem klemmen Fahrer und Beifahrer in abgespeckten Sport-Recaros und sind von allerlei Carbon-Applikationen umgeben. Nismo platziert wie Tuner Zele am Heck des GT-R eine Sportauspuffanlage aus hochwertigem Titan. Natürlich mit Werksgarantie. Vorteil, Nismo.
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