Fünf Minis mit Maxi-Leistung

Fünf Kleine mit strammen 538 PS Fünf Kleine mit strammen 538 PS

Fünf Minis mit Maxi-Leistung

— 11.03.2004

Das aktuelle Sportstudio

538 PS im Fitness-Vergleich: Citroën C2 VTR gegen Ford Sportka 1.6, Seat Arosa Sport, Suzuki Ignis Sport und VW Lupo GTI.

Schalten wie in der Formel 1

Das Sportstudio hat eine neue Erkennungsmelodie. Gespielt vom Quintett der Muskel-Minis, dargeboten auf den Pisten zwischen Einkaufszentrum und Eisdiele, vertont durch sportliche Endtöpfe. Herzlich willkommen zum großen GTI-Lauf. Suzuki Ignis, Ford Sportka, Citroën C2, VW Lupo GTI und Seat Arosa haben sich durch Leistung qualifiziert: Mit 95 bis 125 PS erreichen sie in ihrer Gruppe den ersten Tabellenplatz. Zumindest auf dem Papier. Mehr geht nicht ohne (Tuner-)Doping.

Richten wir die Kamera zunächst auf den C2: Mit seiner kugeligen Karosserie sieht der kleine Citroën aus wie der Meister im Purzelbaumschlagen. Besonders Frauenaugen glänzen, wenn der 3,67-Meter-Mini dank elektrischer Servolenkung den Parkplatz besetzt. Auf den ersten Blick erinnern nur das kantige Heck und die zackige Seitenlinie an aggressiven Männersport, mit der Schaltwippe am Lenkrad fahren wir endlich alle wie in der Formel 1.

Citroën rüstet den 1,6-Liter-Benziner (109 PS) serienmäßig mit Sensodrive aus (automatisiertes Schaltgetriebe, das über elektrische Impulse mit dem Getriebe kommuniziert). Die Spielregeln sind leicht erklärt: Zunächst läuft das Programm im C2 von ganz allein ab, entscheidet der Rechner, wann er die Gänge wechselt. Freude am Fahren kommt dabei allerdings nicht so recht auf. Denn Citroën hat das Elektrohirn auf Vernunft programmiert, es hat lediglich den geringstmöglichen Spritverbrauch im Kopf. Im Schnitt liegt der C2 bei 8,8 Litern.

Flottes Kurvenkratzen im Franzosen

Schicken wir den Rechner also lieber per Knopfdruck in die Halbzeit-Pause und schalten selbst mit den Wippen am verstellbaren Lenkrad. Dann scheint das Spiel zu kippen, plötzlich gewinnt Spaß die Oberhand. Im kleinen Stadtsportwagen verführt die Lenkung zum flotten Kurvenkratzen. Präzise teilt sie dem Fahrer mit, wohin die Reise geht. Das Fahrwerk agiert während der gesamten Partie unauffällig, fällt weder durch besondere Härte noch durch allzu heftige Seitenneigung des Aufbaus auf.

Fast unbemerkt arbeitet auch der 1,6-Liter. Ohne Verschnaufpause jubelt der Motor bis 6500 Umdrehungen. Drehfreude und Leistungslust des C2 scheinen keine Grenzen zu kennen. Dafür glänzt der flotte Franzose auch mit einer bissigen Bremse, die ihn nach gut 37 Metern stehen lässt. Das ist in dieser Klasse Gold wert.

Schalten wir um zum Spiel der Kölner: Obwohl nur zwei Zentimeter kürzer (3,65 Meter), wirkt der Ford Sportka im Vergleich zum Citroën wie eine andere Wagen-Klasse. Irgendwie kleiner, enger, karger – ein Sportschuh eben. Mit strengerem Blick als der Original-Ka, mit breiteren Reifen, dickeren Backen und 95 PS.

Betriebskosten und Garantien

95 PS – das klingt nicht grad nach Straßenstürmer. In Verbindung mit dem schlanken Kampfgewicht von 985 Kilo und dem kurz übersetzten Fünfganggetriebe beschleunigt Ka in 10,4 Sekunden auf hundert. Und rennt dem stärkeren C2 so einfach davon. Klarer Punktvorteil für den Ford – dessen Achtventilmotor mit angenehm sattem Unterton loswummert. Sportlicher klingt nur der sonore Doppelauspuff des VW.

Schwenken wir also live nach Wolfsburg: Der Lupo fährt ein bisschen außerhalb der Konkurrenz. Mit einem Preis von 18.500 Euro und 125 PS spielt er bei Ablösesumme und Leistungsausbeute eher in der Champions League. Trotzdem muss Wolfsburg aufpassen, nicht abzusteigen: Die komfortabel ausgelegte Lenkung passt nicht in einen Sportwagen – sie passt ungefähr so gut zum dynamischen Wölfchen wie eine Servolenkung zum Kart.

Preise und Ausstattungen

Wie es besser geht, zeigt uns der kleine Ka – der offensichtlich nicht nur vom Namen her dichter am Kart gebaut ist. Ford begeistert mit einer Lenkung, die ihren kleinen "Zwergrase" forsch um die Ecke wirbeln lässt. Auf der Geraden läuft der Lupo dann aber allen davon: von null auf hundert in 8,3 Sekunden – da kommt gerade noch ein 310 PS starker Achtzylinder-Riese wie der Touareg mit. Dafür verleiht VW das Sportabzeichen GTI, ESP in Serie und dem Piloten rote Anschnallgurte. Obendrein federt das Fahrwerk komfortabel über die Piste, fast so wie eine Klasse höher.

Werfen wir einen Blick nach Japan. Suzuki investiert seinen Sportgeist in das Sondermodell Ignis Sport mit bulligen Stoßstangen, Spurverbreiterungen und einer um 20 Millimeter tiefer gelegten (und noch nicht facegelifteten) Karosserie. Ein Dachspoiler soll bei hohem Tempo das Heck stabilisieren, eine Verstrebung unter dem 1,5-Liter-Motor die Steifigkeit des Vorderwagens verbessern.

Technische Daten und Fahrleistungen

Das Fahrwerk ist kompromisslos hart. Kräftig teilt es Schläge aus, wenn die Asphaltdecke holprig wird. Dann nehmen die maßgeschneiderten Recaro-Sitze Fahrer und Beifahrer schützend in den Arm. Gute Noten vom Punktrichter gibt es auch für die harmonische Lenkung, den drehfreudigen 109-PS-Benziner und die gut dosierbaren Bremsen.

Zum Schluss spielt in unserer Partie der 100 PS starke Mini-Renner aus Spanien munter auf. Der Seat Arosa Sport teilt sich mit dem Lupo 80 Prozent der Teile und kostet trotzdem gut 4000 Euro weniger. Dafür muss der Arosa ohne das Stabilitätsprogramm ESP auskommen, und statt sechs gibt es nur fünf Gänge. Der Knüppel rührt beim Seat etwas ungelenk im Getriebe, im Lupo führt der Weg fühlbar direkter in die Gassen.

Fazit und Bewertung

In scharfen Kurven bauen die schmaleren 195er-Reifen zudem weniger Seitengrip auf, das Fahrwerk lässt stärkere Seitenneigungen zu, und auch die Lenkung meldet wenig über den Kurvenverlauf. Obwohl der Fahrer nicht fühlt, wann die Bremse wirklich zupackt, steht der Spanier nach beruhigenden 38,3 Metern. Bleibt die Tabelle: Der Citroën C2 gewinnt dank geringer Kosten und guter Messwerte diesen Lauf. Ein Überraschungssieger.

Fazit Wer in den Olymp der Minis will, muss Lupo GTI fahren. Der Kleine teufelt los, ohne dabei dick aufzutragen. Wem aber auch der erste Platz beim Parkplatzsuchen reicht, der wird mit dem Citroën glücklicher. Der C2 verkörpert am besten die Klasse der kleinen Stadtsportwagen. Weil er mit Schaltwippen unterwegs ist wie ein Formel-1-Rennwagen, Golftaschen locker wegpackt und Sportgeist beweist: zwei Jahre Garantie, ein moderater Einstiegspreis, viel Sicherheit in Serie und günstige Versicherungsklassen. Das ist Fairplay!

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