Fußball-WM-Serie, letzte Folge

Fußball-WM-Serie, letzte Folge

— 09.06.2006

Hilfe, die WM-Fans kommen!

Redakteure von 13 AUTO BILD-Tochterblättern schreiben, wie unsere Nachbarn während der Fußball-WM bei uns Auto fahren werden.

Rund drei Millionen Zuschauer aus ganz Europa werden während der Fußball-WM mit dem Auto durch Deutschland fahren. Jede Nation auf ihre ganz eigene Art. Die Redakteure von 13 AUTO BILD-Tochterblättern schreiben hier, was da in den nächsten vier Wochen auf uns zurollt. Ein bißchen augenzwinkernd und selbstironisch zwar, aber irgendwie auch ehrlich.

Portugal (Spielorte: Köln, Frankfurt, Gelsenkirchen) Deutschland kann sich auf die Portugiesen freuen. Oder besser: die deutsche Autobahnpolizei. Wenn wir an "Autobahn" denken, denken wir ans Gasgeben. Und wenn vor Baustellen ein Tempo-60-Schild auftaucht, fahren wir mindestens 80 – ist ja nur ein bißchen drüber. Also richtet Euch darauf ein, von Autos mit einem "P" überholt zu werden. Und Eure Polizei kann sich schon mal auf eine satte Einnahmesteigerung wegen Tempoverstößen freuen. Sergio Veiga, AUTO FOCO

Spanien (Spielorte: Leipzig, Stuttgart, Kaiserslautern) Auf Autobahnen sind wir leicht zu erkennen. Wir grüßen die Autofahrer vor uns mit der Lichthupe. Und wenn wir vorbei sind, seht Ihr auf unserem Heck aufgeklebte Stiere. Kommen wir in Eure Städte, parken wir unsere Autos da, wo sie niemanden stören: vor Einfahrten, in Parks, in engen Gassen, in zweiter Reihe. Und da lassen wir sie dann tagelang stehen. Tito Klein, AUTO BILD SPANIEN

Holland (Spielorte: Leipzig, Stuttgart, Frankfurt) Macht Euch auf eine holländische Invasion gefaßt! Ihr Deutschen werdet uns auf der Autobahn schon Meilen voraus erkennen; es sei denn, Ihr seid farbenblind. Unsere Autos (und deren Insassen) werden orange sein. Und wenn ich sage orange, dann meine ich orange: bis runter zu den Radkappen. Und Achtung: Wir fahren nicht so langsam, wie Ihr denkt. Nicht jeder von uns zieht einen Wohnwagen hinter sich her. Tonie Broekhuijsen, AUTO WEEK

Schweden (Spielorte: Dortmund, Berlin, Köln) Wer uns in Schweden besucht hat, weiß, daß wir unsere Hupen nicht wie Italiener oder Spanier benutzen. Und wir schneiden die Fahrbahnen auch nicht wie Deutsche oder Franzosen. Nein, eigentlich entschuldigen wir uns ständig, im Weg zu sein. Also, wenn Ihr während der WM Schlangen von Saab und Volvo auf Euren Autobahnen seht – natürlich ganz korrekt auf der rechten Spur –, seid bitte nett zu ihnen. Die Fahrer in den Autos sind freundlich und schüchtern. Daniel Frodin, AUTO BILD Schweden

Ukraine (Spielorte: Leipzig, Hamburg, Berlin) Wir Ukrainer sind sehr sparsame Menschen. Das gilt vor allem fürs Autofahren. Um Energie zu sparen und den Lampenverschleiß möglichst gering zu halten, sind wir selten mit Licht unterwegs und blinken beim Abbiegen nicht. Auch Wasser ist wertvoll. Deshalb waschen wir unsere Autos eigentlich nie. Ihr werdet unsere Fußballfans in ihren Autos also auch von weitem sehr leicht erkennen. Oleg Vasylevskyy, AUTO BILD UKRAINE

Frankreich (Spielorte: Stuttgart, Leipzig, Köln) Nur damit Sie es wissen: Der französische Autofahrer ist nie zu schnell unterwegs, trinkt niemals Alkohol und respektiert alle Fußgänger. Kurzum: Er ist überzeugt, der beste Autofahrer der Welt zu sein. Gefahren gehen ausschließlich von anderen aus. Außerdem begehrt er italienische Autos, träumt von noblen deutschen Limousinen – und kauft am Ende doch französische Kleinwagen. C'est la vie! Laurent Chiapello, AUTO PLUS

Kroatien (Spielorte: Berlin, Nürnberg, Stuttgart) Wir Kroaten lieben unsere Autos. Achtet auf die riesigen rot-weiß-karierten Fahnen, die aus ihnen hängen. Wir sind eigentlich gute Autofahrer, aber wir haben Respekt vor deutschen Autobahnen. Trotzdem werden einige von uns die volle Leistung ihrer Autos einmal ausschöpfen wollen – ganz ohne Tempolimit. Sinisa Tkalcevic, AUTO BLIC

England (Spielorte: Frankfurt, Nürnberg, Köln) Beachtet bitte folgendes: Wir Engländer haben niemals Schuld. Das hat nichts mit Arroganz zu tun. Wenn Ihr uns seht, wie wir mit Tempo 120 statt 60 auf der falschen Fahrbahnseite auf Euch zukommen, war entweder die Straße zu unübersichtlich, oder die Verkehrszeichen waren nicht klar genug. Oder unsere Windschutzscheiben waren zu dreckig – weil die Deutschen es mal wieder nicht hinkriegen, ihre Straßen sauberzuhalten. Dan Strong, AUTO EXPRESS

Schweiz (Spielorte: Stuttgart, Dortmund, Hannover) Bei aller Vorfreude auf mehr als 120 km/h, die bei uns auf Autobahnen erlaubt sind: Wir Schweizer schützen am meisten, daß in Deutschland die Tankstellen rund um die Uhr geöffnet sind. Die haben zwar nicht unsere Qualität, aber unsere Fans werden es genießen, auf den Fahrten mitten in der Nacht an Raststätten typisch deutsches Essen zu verputzen. Stefan Donat, AUTO BILD SCHWEIZ

Italien (Spielorte: Hannover, Kaiserslautern, Hamburg) Ja, es ist ein Klischee. Aber wenn Ihr vor Euch auf der Straße einen Fiat Punto seht, und der Fahrer telefoniert mit dem Handy – genau: Wir sind es. Eigentlich brauchen wir gar kein "I" auf unseren Nummernschildern. Völlig egal, daß das verboten ist. Außerdem sind italienische Autofahrer immer in einem Rennen. Glühende Bremsscheiben, quietschende Reifen, plötzliches Abbiegen – hey, wir kommen aus Ferrari-Land! Paolo Gavazzi, AUTO OGGI

Serbien und Montenegro (Spielorte: Leipzig, Gelsenkirchen, München) Wir zeigen gern, was wir haben. Was wir gern haben? Autos! Wir parken unsere Mercedes AMG vor unseren einfachen Mietskasernen. Hubraum ist uns wichtiger als Wohnraum. Und das zeigen wir bei der WM. Am 21. Juni, wenn es in München gegen die Elfenbeinküste geht, werden wir mit unseren AMG-Boliden die linke Spur von Belgrad bis nach Bayern besetzen. Vladan Slavkovic, AUTO BILD Serbien

Polen (Spielorte: Gelsenkirchen, Dortmund, Hannover) Es soll doch tatsächlich Landsleute geben, die auch in fremden Städten ihr Auto einfach irgendwo abstellen, egal ob da ein Parkverbotsschild steht oder nicht. Das hat nichts mit bösem Willen zu tun. Nur wenige Polen beherrschen die Sprache des Landes, in das sie fahren, wirklich gut. Bei Verkehrsschildern mit deutschem Text kann es Euch passieren, daß wir genau das Gegenteil von dem machen, was draufsteht. Ewa Czechowska, AUTO SWIAT

Tschechien (Spielorte: Gelsenkirchen, Köln, Hamburg) Sitzen wir Tschechen im Auto, ist uns allen klar, daß wir im Ausland umgeben sind von unfähigen und bescheuerten Autofahrern. Wir hingegen sind Meister im Finden von unerlaubten Abkürzungen – dafür wird auch mal eine Einbahnstraße in falscher Richtung befahren. Und auf der Suche nach der nächsten Bierkneipe rauschen wir häufig auch bei Dunkelgelb über die Ampel. Vítüzslav Kodym, AUTO TIP

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.