Test zum Fußgängerschutz

Fußgängerschutz: UDV-Studie

— 22.09.2010

Unfallforscher kritisieren Fußgängerschutz

Trotz der Bemühungen der Autobauer ist der Fußgängerschutz immer noch mangelhaft. Das ergab eine Studie. Mit wenigen Mitteln könnten viele Verkehrstote verhindert werden.

In den vergangenen Jahren ist einiges passiert in Sachen Fußgängerschutz im Automobilbau. Auch beim Euro NCAP-Crashtest fließt der Schutz der Fußgänger mittlerweile mit in die Bewertung ein. Doch das reicht nicht, wie eine aktuelle Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) gemeinsam mit der RWTH Aachen ergeben hat. Die Ingenieure haben technische Maßnahmen zur Abschwächung der Unfallfolgen von Fußgängern beim Zusammenstoß mit einem Auto untersucht und festgestellt, dass es auch bei modernen Fahrzeugkonstruktionen noch enormes Verbesserungspotenzial gibt. Dabei scheinen die Verbesserungsvorschläge der Techniker relativ einfach: ein optimierter Stoßfänger, eine aufstellbare Haube und ein Windschutzscheiben-Airbag sollen reichen, um die Unfallfolgen für Fußgänger deutlich abzumildern. Bei mehr als 600 getöteten Fußgängern und 8000 Verletzten pro Jahr eine äußerst sinnvolle Investition.

Alle News und Infos zum Thema Crashtests

Darüber hinaus können laut UDV elektronische Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung die Geschwindigkeit vor dem Zusammenstoß so weit absenken, dass das Verletzungsrisiko deutlich verringert wird oder der Unfall gänzlich verhindert. Das Projekt habe aber auch gezeigt, dass es keine Einzelmaßnahme gibt, die Fußgänger zu schützen. Zu unterschiedlich seien die Konstellationen zwischen Fußgängern und Autotypen. Es macht einen entscheidenden Unterschied, ob ein fettes SUV auf einen Senioren trifft onder ein Kleinwagen auf einen erwachsenen Mann. Um die "Fußgängerfreundlichkeit" eines Fahrzeugs zu ermitteln, haben die Forscher einen integralen Bewertungsansatz entwickelt. Fußgängerschutz am Rechner also. Doch auch das reicht nicht.

Lesen Sie auch: Euro NCAP testet Fahrerassistenten

"Die bislang unzureichenden Test- und Bewertungsverfahren müssen weiterentwickelt werden. Sie müssen verschiedene passive und aktive Maßnahmen in ihrer Wirkung ganzheitlich betrachten", heißt es als Fazit der Studie. Und deshalb folgt noch ein Katalog von Forderungen: Tempo 30 vor Schulen, Kindergärten und an bekannten Unfallschwerpunkten sowie die Überwachung der Geschwindigkeit, eine Optimierung von Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung für alle Fahrzeugklassen und eine Entschärfung der Bereiche Scheibenrahmen und A-Säule stehen weiterhin auf der Agenda der Unfallforscher.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.