Umweltminister Sigmar Gabriel

Gabriel stoppt E10-Pläne

Biosprit kommt nicht

Das ging daneben: Die Pläne, ab 2009 Biosprit mit zehn Prozent Ethanol-Anteil einzuführen, sind gescheitert. Zu viele Autos verkraften den Kraftstoff nicht. Peinlich ist das vor allem für Umweltminister Gabriel.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat seine umstrittene Biosprit-Verordnung zurückgezogen. In einem BILD-Interview vom Freitag (4. April) sagte Gabriel, er werde nicht die Verantwortung dafür übernehmen, wenn Millionen Autofahrer an "die teuren Super-Plus-Zapfsäulen" getrieben würden. Deswegen habe er die Verordnung gestoppt. Das Scheitern der umstrittenen Biosprit-Sorte E10 war erwartet worden, nachdem bekannt wurde, dass weit über eine Million Autos in Deutschland keinen Biosprit-Anteil von zehn Prozent vertragen. Laut ADAC liegt die Zahl sogar bei drei Millionen Autos. Die Bundesregierung wollte ab 2009 einen Benzinstandard mit der Bezeichnung E10 einführen. Damit sollte in Super- und Normalbenzin bis zu zehn Prozent Ethanol enthalten sein können. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sprach von insgesamt rund 359.000 Autos heimischer Hersteller, die nicht mit E10 betankt werden sollten und veröffentlichte gestern noch eine entsprechende Liste. Dazu kommen aber weit über eine Million Import-Autos. Diese Gruppe von Autos müsste bei einer Einführung des Biosprits den teureren Super-Plus-Kraftstoff tanken. Die Biosprit-Verordnung galt als Vorzeigeprojekt des Umweltministers, Beobachter sprechen nun von einer schweren politischen Niederlage Gabriels.

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