NRW schafft Sichtschutzwände gegen "Gaffer" an

Gaffer nach Unfall: Strafen und Geldbußen

— 06.07.2017

Diese Strafen drohen Gaffern

Gaffer und Schaulustige behindern häufig Rettungsarbeiten, verursachen Folge-Unfälle und verletzen auch die Privatsphäre von Unfallopfern. So wird Gaffen bestraft!

(dpa/mas) Gaffen ist kein Kavaliersdelikt. Es kann gravierende Folgen haben: Rettungskräfte werden bei ihrem Einsatz behindert, Folge-Unfälle werden verursacht, die Privatsphäre von Unfallopfern wird verletzt. Schon jetzt müssen sensationslüsterne Schaulustige mit harten Strafen rechnen, in manchen Fällen drohen bis zu zwei Jahren Gefängnis. Doch das reicht offenbar nicht.

Richtiges Verhalten: Rettungsgasse und Stau

Aufgrund des schweren Busunglücks am 3. Juli 2017, bei dem mindestens 18 Menschen starben und bei dem Gaffer offenbar die Arbeit der Einsatzkräfte und das Bilden einer Rettungsgasse behinderten, wird erneut eine Verschärfung der Gesetze diskutiert. "Ich bin auch bereit, die Bußgelder zu erhöhen, wenn wir noch mehr abschreckende Wirkung brauchen – das ist die eine Seite. Das andere ist, den Autofahrern bewusst zu machen, was sie durch ihr Verhalten auslösen können", sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) im ARD-"Brennpunkt". Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte zuvor ein "völlig unverantwortliches und beschämendes Verhalten" mancher Autofahrer beklagt. So wird Gaffen bestraft:
Diese Strafen drohen Gaffern (Stand: Juli 2017)
Verstoß Bußgeld (Euro)
Befahren des Seitenstreifens auf der Autobahn, dadurch Behinderung der Rettungskräfte 20
Parken auf dem Seitenstreifen der Autobahn, dadurch Behinderung der Rettungskräfte 25
"Gaffen" als Ordnungswidrigkeit 20 bis 1000
Unterlassene Hilfeleistung Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr (Straftat)
Fotografieren oder Filmen eines Unfalls Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren (Straftat)
Quelle: www.bussgeldkatalog.de

Statt Erster Hilfe: Filmen mit dem Smartphone

Umfrage

'Sind Sichtschutzwände gegen Gaffer sinnvoll?'

Dass Leute gaffen, ist nicht neu. Doch mit der Verbreitung moderner Smartphones spitzt sich die Lage zu: Manche Gaffer filmen die Szene und häufig wehrlose Unfallopfer und stellen die Videos immer öfter  sogar ins Internet – und das manchmal anstelle der Ersten Hilfe, zu der sie verpflichtet sind. 2015 beschloss die Polizei deshalb "zurückzufilmen", um Gaffer identifizieren zu können. Außerdem wurden unter anderem in Nordrhein-Westfahlen mobile Sichtschutzwände angeschafft, um Verkehrsopfer vor neugierigen Blicken schützen zu können. Sie sind auch jetzt wieder im Gespräch.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung