Garagen: Pro und Kontra

Garagen: Pro und Kontra

— 22.06.2011

Garagen – Luxus oder Unsinn?

Wer sein Auto liebt, bringt es in selbstverständlich einer Garage unter. Oder? Lohnt sich die Investition in ein Dach über dem Auto tatsächlich? Es gibt Menschen, die das ganz anders sehen ...

"Garagen sind eine un-bedachte Erfindung",
findet Knut Simon.

Wie viel kosten 30 Kubikmeter Luft? Exakt 15.000 Euro. Diesen Betrag hat ein Freund bezahlt. Für eine Garage mit dem erwähnten Rauminhalt. Nun muss er sich nicht mehr um seinen 3000 Euro teuren BMW sorgen. Tor auf, Auto rein, Tor zu, fertig. Fertig? Nee: abschließen, Alarm an, sich bei den Anliegern für das "Rrrumms!" entschuldigen, zu Fuß zum Bus, damit zur U-Bahn, von der Bahn dann nur noch zehn Minuten Fußweg bis in die Wohnung.

Völlig überteuert

Redakteur Knut Simon.

Merken Sie was? Genau: Garagen sind oft eine unbedachte Lösung, und mag das heilige Blech noch so geschützt darin untergebracht sein. Keine Kasko-Versicherung kostet annähernd so viel wie eine dieser lieblos aus Beton zusammengegossenen Fertighütten für Autos. Die sich dann auch gern konspirativ zu komplett geschmacksbefreiten Garagenhöfen zusammenrotten, wo neben Unkraut auch die Nachbarschaftskriege sprießen und gedeihen. Nein: Garagen sind bescheuert. In der Innenstadt kosten sie bis zu 150 Euro monatlich und sind selten bis niemals in Wohnungsnähe gelegen. Komplett Latte, ob ich 20 Minuten für die Parkplatzsuche oder für den Heimweg von meiner Garage aus brauche. Zum Albtraum aber wird die Garage neben dem ländlich gelegenen Eigenheim. Irgendwann kapituliert man vor Kettcars, Heckenscheren, Gartenschläuchen. "Aber der Rasenmäher hat doch auch vier Räder!", verteidigt sich die Gemahlin maulend. Gleich platze ich! Ich brauche Luft! Schnell!! Viel mehr als nur lächerliche 30 Kubikmeter ...

Redakteur Hendrik Dieckmann.

"Wer Autos wirklich liebt, lässt sie nicht im Regen stehen",
sagt Hendrik Dieckmann.

Die Umwelt ist feindlich. Besonders zu Autos. Anders lassen sich die Gespräche der Kollegen nach einem langen Wochenende nicht deuten. "Mir hat so ein Idiot den Außenspiegel abgetreten", jammert Fotograf T. "Und mir einer mit dem Schlüssel die ganze Seite zerkratzt", klagt Kollegin A. Am schlimmsten hatte es Kumpel B. erwischt: Ihm waren zugedröhnte Jugendliche der Länge nach übers Auto getrampelt. Wenigstens hatten sie es nicht angezündet, was einem in Hamburg ja durchaus passieren kann. Es sei denn, das Auto ist unsichtbar. Weil es in einer Garage parkt. Dort ist es nicht nur vor den Übergriffen der Spaß- und Neidgesellschaft geschützt, sondern auch vor Attacken von Flora und Fauna. Denn ich käme mir ziemlich dämlich vor, wenn ich in AUTO BILD ständig vor den Gefahren von Lindenhonig und Vogelkot für den Lack warnen würde, die eigene Karre aber unterm nächsten Baum, ähm, zukleistern ließe.

Schutz vor der Umwelt

Außerdem bedeutet eine Garage ein Stück Lebensqualität. Denn wenn andere auf der Suche nach einem Parkplatz noch um den Block kurven, liege ich schon auf dem Sofa. Und wo, bitte, soll ich sonst meine Winterreifen lagern, wenn nicht in der Garage? Natürlich habe ich Verständnis für Leute, die ihre geleasten Firmenwagen oder Siebthand-Schlorren mit Rest-TÜV draußen stehen lassen. Doch bei mir bekommen selbst leicht verbrauchte Youngtimer ein Dach überm Dach. Irgendwer muss sie schließlich vor unserer autofeindlichen Umwelt schützen.
Fotos: Garage

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