Flaggen

Gas und Bremse: Blaue Flaggen

— 14.10.2016

Meckert Vettel zurecht?

Permanent klagt Sebastian Vettel via Boxenfunk über Fahrer, die es zu überrunden gilt. ABMS diskutiert, ob Vettels Gemecker gerechtfertigt ist.

Unzählige Male beklagte sich Sebastian Vettel im Teamfunk über überrundete Fahrzeuge. Grund: Diese lassen ihn nicht unmittelbar nach dem Schwenken der blauen Flagge, die dem Hinterbänkler signalisiert, dass er ein schnelles Auto vorbeilassen soll, passieren. Aber nicht nur der Ferrari-Pilot beschwerte sich über die Hinterbänkler. Kimi Räikkönen, Lewis Hamilton und Max Verstappen stänkerten ebenfalls. ABMS diskutiert, ob die Aufregung der überrundeten Piloten gerechtfertigt ist.

Gas: Blaue Flagge bedeutet Vorbeilassen!

Die Beschwerden von Vettel und Co. sind definitiv berechtigt. Sie kämpfen schließlich um die wichtigen vorderen Plätze. Die Duelle um den Rennsieg und ums Podium haben im Rennen höchste Priorität. Darauf müssen die zu überrundenden Fahrer Rücksicht nehmen. Heißt: umgehend Platz machen!

Natürlich sind auch sie in Zweikämpfe verstrickt, kämpfen um Positionen und wollen ihr Bestes geben. Allein: Wenn die blaue Flagge gezeigt wird, sollte ihr Rennen zweitrangig sein und in den Hintergrund rücken.

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Das Problem: Die Hinterbänkler müssen erst bei der dritten gezeigten blauen Flagge den Hinterherfahrenden vorbeilassen. So können sie sich die Stelle auf der Strecke suchen, die für sie selbst am besten ist. Je nachdem wie lange ein Spitzenpilot warten muss, verliert er viel Zeit. So ist das Überrunden auch ein Glückspiel.

Daher sollten die Regeln in Zukunft dahingehend verschärft werden, dass die Fahrer schon beim ersten Zeigen der blauen Flaggen den Hinterherfahrenden vorbeilassen müssen. (Alexander Warneke)

Bremse: Weg mit den blauen Flaggen!

Die blauen Flaggen gibt es schon seit der Vorkriegszeit im GP-Sport. In einer Zeit, in der Boxenfunk noch nicht mal erfunden war, war die Idee dahinter: Dem Fahrer signalisieren, dass von hinten ein schnelleres Auto naht. Erst vor einigen Jahren wurde mit der blauen Flagge auch die Empfehlung ausgesprochen, sich dem Hinterherfahrenden nicht in den Weg zu stellen. Erst seit 1995 gibt es die Regel, bei deren Bruch der Hinterbänkler auch bestraft werden kann.

Doch das ist unfair! Die blaue Flagge muss gleich aus mehreren Gründen weg. Erstens wegen der Sicherheit: Immer wieder kommt es zu Missverständnissen, die schwere Unfälle zur Folge haben. Das bekannteste Beispiel ist Michael Schumachers Auffahrunfall mit David Coulthard 1998 in Belgien.

Zweitens: Auch kleine Teams fahren ihr Rennen aus. Selbst bei den Plätzen 13, 14 oder 18 kann es um Millionen gehen. Kleine Rennställe schimpfen, dass das Vorbeilassen der Spitzenpiloten oftmals ganze Strategien zerstört, weil sie dadurch in einer Phase des Rennens immer wieder vom Gas müssen, in der sie eigentlich Vollgas geben wollen, damit ihre eigene Strategie aufgeht.

Drittens: Für die Fans wäre es auch ein Gewinn an Action, wenn ein Spitzenfahrer Kampfgeist zeigen und ein anderes Auto auf der Strecke aus eigener Kraft überholen müsste. Das könnte in manch langweilige Rennen wieder Spannung bringen. In anderen Rennserien wie der IndyCar ist es völlig normal, dass sich ein zu überrundender Fahrer wehren darf. (Michael Zeitler)

Autoren: Alexander Warneke, Michael Zeitler

Fotos: picture-alliance; Getty Images

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