Gebrauchte Familienwagen um 10.000 Euro

Familienautos um 10.000 Euro – Renault Kangoo Familienautos um 10.000 Euro – Renault Kangoo

Gebrauchte Familienwagen um 10.000 Euro

— 22.05.2006

Diese Typen packen es

Kangoo, Vectra C, Mondeo Turnier, Xsara Picasso, Fabia Combi, Mazda MPV: sechs Gebrauchte, die Ihr Transportproblem günstig lösen können.

Gut und günstig sollen sie sein

Ein Auto für die ganze Familie? Um 10.000 Euro teuer? Gar kein Problem, schließlich gibt es doch Typen wie VW Sharan, VW Touran oder Opel Zafira. Stimmt. Aber die sind zu dem Preis schon ziemlich alt oder haben viele Kilometer auf dem Tacho. Oder beides. Und sehen im AUTO BILD TÜV REPORT reichlich rot, weil die Prüfer so viele Mängel ankreuzen müssen.

Deshalb hat AUTO BILD mal die ausgetretenen Pfade verlassen und sich umgesehen, welche Autos denn bei dieser Preisvorgabe am besten den Familienalltag bewältigen – mit ausreichendem Platzangebot und so wirtschaftlich wie möglich. Wir stießen auf den Renault Kangoo, der für den Preis schon fast als Jahreswagen zu finden ist. Auf den unerwartet zuverlässigen Citroën Xsara Picasso oder den Skoda Fabia Combi als günstigste Möglichkeit, moderne VW-Technik einzukaufen.

Der Mazda MPV spielt die Rolle des großen Vans. Opel Vectra und Ford Mondeo Turnier verwöhnen als geräumige Familienkutschen – wenn es keine Großraumlimousine sein soll.

Renault Kangoo/ Opel Vectra C

Zugegeben – beim Kangoo hatten wir etwas Bauchschmerzen, ihn zu empfehlen. Schließlich gilt die Baureihe als eher unzuverlässig, und TÜV-Prüfer verdrehen schon die Augen, wenn nur eine der kultverdächtigen Kisten auf den Hof rollt. Aber für 10.000 Euro gibt es fast schon einen neuen Kangoo, und seit dem Facelift im Mai 2003 wurden Zuverlässigkeit und Verarbeitung deutlich besser, was auch die geringe Anzahl solcher Fahrzeuge im AUTO BILD-Kummerkasten bestätigt.

Geblieben sind allerdings zwei Kernmängel: Ölverlust und Probleme mit den vorderen Bremsen. So verliert der Kangoo oft mal einen guten Tropfen Öl aus Motor oder Getriebe, die vor Schmutz ungeschützten Bremsscheiben neigen zu Rost- und Riefenbildung, müssen daher oft schon vor Erreichen des Verschleißmaßes getauscht werden. Vorsicht auch bei den Dieselmotoren: Gelegentlich kommt es zu Defekten an Turbolader und Einspritzanlage. Daher sind die sparsamen Benziner oft der bessere Tip.

Die Brotkastenform des Opel Vectra bringt vor allem Platz. Die Bewegungsfreiheit auf allen Sitzen steht der im einstigen Omega kaum nach, das Fassungsvermögen des Gepäckabteils erreicht mit 500 Litern Oberklasseformat. Und zwar schon in der Stufenhecklimousine, die wir hiermit empfehlen. Denn der erst 2003 vorgestellte Kombi würde den Preisrahmen sprengen, außerdem wünschen sich viele Fahrer eine Heckscheibe, die auch bei Regen sauber bleibt.

Technisch ist der Vectra C solide. Allerdings verbrauchen die Zweiliter-DTI-Diesel ziemlich viel Öl. Die Benziner sind meist unauffällig, nur vereinzelt kommt es zu Problemen mit der Motorelektronik oder defekten Zentralverriegelungen. Die Verarbeitung ist bei diesem Opel ohnehin besser als das Image der Marke, nur selten erreichen uns Klagen. Wenn doch, dann wegen lockerer Fensterschachtleisten oder flatternder Motorhauben.

Ford Mondeo Turnier/ Citroën Xsara Picasso

Hier kommt der klassische Kombi – einst der Traum aller Familienväter, inzwischen aber vom Minivan an den Rand gedrängt. Ford hat mit dem Mondeo Turnier ein traditionell gutes Angebot, dessen Gebrauchtpreise nicht mit den tatsächlichen Qualitäten übereinstimmen. Zum Glück für den Kunden, der ein geräumiges Auto bekommt, vor allem aber Fahrwerktechnik, die in der Mittelklasse immer noch als Maßstab gilt.

Auch beim TÜV schneidet der Mondeo gut ab, von kleinen Problemen mit Handbremse und den Buchsen der Hinterachse mal abgesehen. Hier gilt es allerdings zu berücksichtigen, daß der Turnier überdurchschnittlich oft als Firmenwagen rangenommen wird. Vor diesem Hintergrund sind auch die zahlreichen Defekte der modernen TDCi-Diesel zu sehen, in privater Hand treten vor allem die Turboladerschäden seltener auf. Nicht zu übersehen ist allerdings, daß Ford am Rostschutz spart: Oft rosten die Türunterkanten, am Träger des Armaturenbretts fehlt der Lack komplett. Da muß der Käufer ein Auge drauf haben.

Auch den Citroën Xsara Picasso gibt es mit etwas Glück für 10.000 Euro schon fast neu, günstige Inzahlungnahme-Angebote für den Altwagen rücken ihn in die Nähe dieser Preiskategorie. Das eigentlich Verblüffende aber ist seine hohe Zuverlässigkeit: Weder in unserem Kummerkasten noch in den Pannenstatistiken der Automobilclubs fällt der Picasso unangenehm auf – soviel Lob können nicht alle Citroën für sich beanspruchen.

Wer sich mit dem eigenwilligen Äußeren arrangieren kann, bekommt einen komfortablen Minivan mit variablem Innenraum und jeder Menge Platz. Rund 1,4 Tonnen Leergewicht verlangen aber nach kräftigen Motoren, sonst wirkt der Picasso bei voller Besetzung recht müde. Ein zugkräftiger HDi-Diesel ist daher die beste Wahl, seit 2004 auch mit optionalem Rußfilter im Angebot.

Skoda Fabia Combi/ Mazda MPV

Modernste VW-Technik, aber zu bezahlbaren Preisen – die gibt's im Skoda Fabia. Und – anders als beim Polo – auch einen Kombi. Der ist kein Laderiese, bringt aber das Mehrvolumen an Kofferraum mit, das den Fabia vom Klein- zum Familienwagen macht. Doch auch auf den Plätzen gibt es genügend Bewegungsfreiheit, auf der Rückbank lassen sich problemlos zwei Kindersitze befestigen.

Die Antriebe: weitgehend problemlos. Nur der Skoda-eigene 1,4-Liter mit 68 PS ist zickig, verliert oft Wasser. Und das Gleichteileprinzip des Konzerns beschert auch Skoda versagende Fensterheber und kränkelnde Luftmassenmesser. Der TÜV beanstandet oft defekte Traggelenke an der Vorderachse und Buchsen an der Hinterachse. Auch läßt die Wirkung der Fußbremse gelegentlich Biß vermissen. Rost ist dagegen kein Problem.

Einen Vergleichstest gegen Citroën C8 und VW Sharan beendete er als Dritter, trotzdem ist der Mazda MPV als Gebrauchtwagen ein Siegertyp – er geht so gut wie nie kaputt. Unter rund 80.000 Fällen im Kummerkasten findet sich exakt ein MPV. Der hat Probleme mit den Bremsscheiben, was ja mal vorkommt. Auch damals im Test wurde die Bremse – mit Trommeln an der Hinterachse – als zu schwach beschrieben, da bleibt früher Verschleiß nicht aus. Erst recht nicht, wenn der kräftige Diesel für Vortrieb sorgt.

Aber auch die Benziner werden mit den maximal sieben Personen im MPV gut fertig. Praktisch: Schiebetüren für bequemen Einstieg. Etwas Gelenkigkeit schadet aber nicht, um in die letzte Reihe zu gelangen. Die ist mehr als ein Notsitz, paßt auch Erwachsenen.

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