Gebrauchte mit Erdgas

Gebrauchte mit Erdgas Gebrauchte mit Erdgas

Gebrauchte mit Erdgas

— 06.07.2007

Ein sauberer Kauf?

Hohe Benzinpreise, anhaltende Umweltdiskussionen: Der preiswerte und schadstoffarme Gasantrieb ist auch bei Gebrauchten interessant. Ein Überblick.

Astronomische Benzinpreise und die anhaltenden Diskussionen über CO2-Ausstoß und Umweltzonen machen den preiswerten und schadstoffarmen Gasantrieb auch für Secondhand-Käufer zu einer attraktiven Alternative. Wer Nachrüst-Lösungen mit Autogas scheut, wählt besser ein gebrauchtes Fahrzeug mit monovalentem oder bivalentem Erdgasantrieb ab Werk. Doch das Gebrauchtangebot ist nicht besonders groß. AUTO BILD gibt einen Überblick über alle Modellvarianten mit einem serienmäßigen Erdgasantrieb und zeigt ihre Stärken und Schwächen.

Citroën C3 1.4 Bivalent

Der Citroën C3 1.4 Bivalent kam erst Ende 2005, ist als Gebrauchtwagen kaum zu finden. Dank der großzügigen Rabattaktionen sind Neufahrzeuge oftmals sogar günstiger zu haben. Die Unterflurtanks bringen den 67 PS starken C3 bei einem durchschnittlichen Gasverbrauch von 4,6 Kilo rund 340 Kilometer weit. Preis: ab 12.000 Euro, bei Laufleistungen um 5000 Kilometer

Citroën Berlingo 1.4 Bivalent

Seit 2004 gibt es den französischen Familienlaster ab Werk mit einem bivalenten Erdgasantrieb. Der 1.4 leistet im Gasbetrieb 65 PS und ermöglicht mit dem 13,8 Kilogramm-Tank eine Reichweite von circa 170 Kilometern. Mit Benzin leistet der Motor 75 PS und schafft 740 Kilometer bei vollem Tank (55 Liter). Preis: ab 11.000 Euro, bei Laufleistungen um 40.000 Kilometer

Fiat Multipla 1.6 Bipower

Au weia: Verarbeitungsmängel und anfällige Technik beim Multipla Bipower.


Mit dem schon Anfang 2000 auf den Markt gekommenen Multipla Bipower war Fiat in Deutschland der erste Anbieter eines Großserien-Erdgasautos. Das bivalente Fahrzeug wechselt bei erschöpftem Gasvorrat automatisch auf Superkraftstoff aus dem Benzintank. Im Alltag verärgert der Bipower allerdings viele Eigner mit seinem schlechten Startverhalten. Außerdem gibt es Klagen über das nervende Ruckeln im Gasbetrieb. Weitere typische Bipower-Probleme sind Leckagen im Gassystem, korrodierende Leitungen und ein hoher Ölverbrauch. Aber auch gravierende Schäden wie verbrennende Ventile, defekte Zylinderkopfdichtung oder reißende Zahnriemen sind beim Erdgas-Van nicht selten. Wenig standfest sind zudem die Getriebe. Ebenfalls gern Anlass für Ärger: die Steuergeräte, willkürlich aufflackernde Kontrolllampen, Auspuff-Brüche und die ständigen Klappergeräusche. Wichtig: Prüfdatum der Gastanks beachten! Preis: ab 5500 Euro, bei Laufleistungen um 100.000 Kilometer Positiv: • ordentliches Platzangebot • agiles Fahrwerk • exakte Lenkung Negativ: • Verarbeitungsmängel • anfällige Technik • viele Motor- und Getriebeschäden • Undichtigkeiten im Gassystem

Beim Multipla Bipower verschwinden die großen Erdgas-Tanks unter dem Fahrzeug, nur das Ersatzrad wurde aus Platzgründen in den Kofferraum verbannt. Die mit bis zu 200 Bar befüllten Tanks aller Erdgasautos müssen nach einer bestimmten Zeit zu einer aufwendigen und teuren Sicherheitsüberprüfung. Je nach Hersteller ist das nach fünf bis 15 Jahren der Fall. Das jeweilige "Haltbarkeitsdatum" ist auf den Behältern angegeben.

VW Golf IV 2.0 Bi Fuel Variant

Geringer Leistungsverlust: Der 2-Liter-Motor des CNG-Golf überzeugt.


Einen gebrauchten Erdgas-Golf findet man nicht an jeder Ecke. Der seit 2003 angebotene Golf Bi Fuel Variantwurde nämlich relativ selten gekauft. Dabei macht der Zweiliter-Motor mit 102 PS im Erdgasbetrieb seine Sache wirklich gut. Er startet immer mit Benzin, das Umschalten in den Gasbetrieb per Knopfdruck ist kaum zu spüren. Die Gasbehälter aus Kohlefaser sitzen in der Reserveradmulde, nehmen so nur wenig Platz weg. Preis: ab 11.000 Euro, bei Laufleistungen um 70.000 Kilometer Positiv: • gutes Platzangebot • komfortables und sicheres Fahrverhalten • geringer Leistungsverlust im Erdgasbetrieb • gute Rostvorsorge (Negativ: • hoher Ölverbrauch • Verarbeitungsmängel (Klappern, wackelnde Sitze) • Öl- und Kühlwasserverlust • Elektrik- und Getriebeprobleme

Mercedes E 200 NGT

Klasse gemacht: Harmonisch läuft die E-Klasse sowohl mit Benzin wie Gas.


Seit 2004 gibt es mit dem E 200 NGT auch von Mercedes ein Erdgasauto ab Werk. Die bivalente E-Klasse basiert auf dem Zweiliter-Kompressor-Basistriebwerk. Neben dem standardmäßigen 65-Liter-Tank bunkern im NGT vier zusätzliche Gas-Behälter mit insgesamt 18 Kilogramm Erdgas. Leistung und Drehmoment sind sowohl im Gas- als auch im Benzinbetrieb identisch. Das gilt ebenso für das Fahrerlebnis: Unterschiede zwischen den beiden Betriebsarten sind praktisch nicht zu spüren, allenfalls das Starten dauert im Erdgasbetrieb einen Tick länger. Technisch ist der NGT also klasse gemacht, er fährt sich sehr harmonisch und ziemlich kraftvoll. Probleme gab es bislang nur wenige. Mit einer gewissen Häufigkeit werden in dieser Hinsicht nur die Einlassdüsen für das Erdgas genannt. Preis: ab 25.000 Euro, bei Laufleistungen um 50.000 Kilometer Positiv: • hoher Fahrkomfort • sehr sicheres Fahrverhalten • gutes Platzangebot • harmonische Motorabstimmung • kein Leistungsverlust mit Erdgas Negativ: • hoher Preis • nur in Kombination mit Automatik zu haben • reduziertes Kofferaumvolumen

Fiat Doblò 1.6 Natural Power

Ende 2005 erweiterte der Erdgas-Pionier Fiat seine Modellpalette mit dem Doblò 1.6 Natural Power. Der familienfreundliche Klein-Transporter besitzt den bivalenten 1,6-Liter-Motor des Multipla mit 103 PS. Der ist mit den Jahren sicherlich gereift, aber ein absolut problemloses Auto wird auch der Doblò nicht sein. Preis: ab 10.000 Euro, bei Laufleistungen um 15.000 Kilometer

Fiat Punto 1.2 Natural Power

Im Kleinwagensegment ist der bivalente Erdgas-Punto eine feste Größe. Sein 1,2-Liter-Benziner leistet 60 PS, mit Erdgas phlegmatische 52PS. Dafür schluckt er nur 4,5Kilogramm und schafft mit Erdgas 240 Kilometer. Probleme gibt es beim Punto öfter mit der Elektronik und einem verwirrten Motormanagement. Preis: ab 8.500 Euro, bei Laufleistungen um 40.000 Kilometer

Ford Focus Turnier 1.8 CNG

Den Focus der ersten Generation rüstete die Ford-Tochter CNG-Technik in Mainz auf bivalenten Erdgasbetrieb um. Der 1.8 leistet wahlweise 115 PS (Benzin) oder 102 PS mit Gas. Im Turnier bunkert der Gastank 13,8 Kilogramm, die zusammen mit den 55 Litern Benzin eine Gesamtreichweite von 960 Kilometern erlauben. Preis: ab 8500 Euro, bei Laufleistungen um 70.000 Kilometer

Ford Focus C-Max 2.0 CNG

Noch sehr jung und daher selten als Gebrauchtwagen zu finden ist der bivalente Ford Focus C-Max CNG. Mit 145 PS oder 126 im Gasbetrieb gehört der C-Max zu den flotten Bi-Fuelern. Dennoch gab es im Kummerkasten bereits mehrfach Klagen über diverse Elektronikprobleme und Störungen im Gassystem. Preis: ab 18.000 Euro, bei Laufleistungen um 25.000 Kilometer

Opel Astra Caravan 1.6 CNG

Im Erdgas-Astra-Caravan steckt das gleiche monovalente Antriebskonzept wie beim Zafira. Seit Anfang 2003 auf dem Markt, leistet der konsequent auf den Betrieb mit Erdgas ausgerichtete 1,6-Liter-Benziner 97 PS. Die Probleme des Erdgas-Zafira kennen auch Astra- Eigner (Ventile, Einspritzung, Elektronik). Preis: ab 11.500 Euro, bei Laufleistungen um 50.000 Kilometer

Opel Combo Tour CNG

In Opels Hochdachkombi arbeitet der bereits von Zafira und Astra bekannte monovalente Erdgasantrieb. Der seit 2005 angebotene Combo Tour besitzt nur für Notfälle einen 14-Liter-Benzintank, fährt ansonsten im Gasbetrieb. Vereinzelt berichten auch Combo- Fahrer von den beim Zafira beschriebenen Mängeln. Preis: ab 12.000 Euro, bei Laufleistungen um 25.000 Kilometer

Peugeot Partner 1.4 Bivalent

Seit 2005 steht der Peugeot Partner als bivalenter Kleintransporter seinem baugleichen Zwillingsbruder Citroën Berlingo zur Seite. Größtes Manko der beiden: Der Erdgastank im Kofferraum schränkt die Ladekapazität und die Variabilität stark ein. Der 75 PS (Benzin) oder 68 PS (Gas) starke Partner ist jedoch sehr selten. Preis: ab 12.000 Euro, bei Laufleistungen um 20.000 Kilometer

Volvo S60 Bi-Fuel

Volvo hat eine vergleichsweise große Palette von Erdgas-Fahrzeugen. Jüngster Spross ist der S60 Bi-Fuel, der Mitte 2002 auf den Markt kam. Die bivalente Limousine vertraut – wie V70 und S80 – auf den bewährten Fünfzylinder mit 140 PS. Mit 17,6 Kilogramm Gasvolumen schafft er eine Reichweite von 240 Kilometern. Preis: ab 17.000 Euro, bei Laufleistungen um 70.000 Kilometer

Volvo V70 2.4 Bi-Fuel

Seit 2001 gibt es den V70 auch als bivalentes Erdgasfahrzeug. Der 140-PS-Fünfzylinder ist ein robuster Motor, gravierende Schwächen sind nicht bekannt. Auch die Gassysteme der Bi-Fuel-Varianten machen eher selten Probleme. Im Vergleich zur Erdgas-Konkurrenz haben Volvo-Fahrer seltener Schwierigkeiten. Preis: ab 12.500 Euro, bei Laufleistungen um 140.000 Kilometer

VW Touran 2.0 Eco Fuel

Der erst seit Mitte letzten Jahres angebotene bivalente Erdgas-Touran zählt auf dem Gebrauchtmarkt noch zu den gesuchten, deshalb auch teuren Offerten. Unter 20.000 Euro geht praktisch nichts. Wer sparen möchte, kann jedoch auf den Erdgas-Caddy umschwenken. Den rustikalen Bruder des Touran gibt’s ab 15.000 Euro. Preis: ab 20.000 Euro, bei Laufleistungen um 15.000 Kilometer

Opel Zafira 1.6 CNG

Konsequent: Opels CNG-Modelle sind allesamt monovalent getrimmt.

Opel setzt beim Erdgas-Zafira auf das monovalente Antriebskonzept. Die Rüsselsheimer optimierten also das 1,6-Liter-Triebwerk konsequent auf den Betrieb mit Erdgas: höhere Verdichtung, überarbeitete Kolben, verschleißfestere Ventile und vieles mehr. Der 14-Liter-Benzintank ist nur als eiserne Notreserve gedacht. Mit dem kleinen 1.6 ist der Zafira natürlich kein Expresswagen. Dafür entschädigen die günstigen Treibstoffkosten. Dank Unterflur-Anbringung der Gastanks müssen auch beim Raumangebot des Siebensitzers keine Abstriche gemacht werden. Probleme gibt es aber bisweilen mit den Einspritzdüsen, verkokenden Ventilen, dem Druckregler, reißenden Zahnriemen und rasch rostenden Abgasanlagen, die beim CNG mit 548 Euro sehr teuer sind. Ebenso bekannt: Ärger mit Anlasser und Elektrik. Der TÜV moniert häufig zu viel Spiel von Lenkung und Achsen. Preis: ab 12.000 Euro, bei Laufleistungen um 60.000 Kilometer Positiv: • gutes Platzangebot • sicheres Fahrverhalten • ordentliche Verarbeitung • guter Rostschutz • hohe Variabilität • günstige Unterhaltskosten Negativ: • Elektrik-Probleme • rasch rostender Auspuff • oft Ärger mit verkokenden Einspritzventilen • ausgeschlagene Achslager und Spurstangen

Autogas oder Erdgas? Das ist der Unterschied

Autogas-Umbau: Tank, Zuleitungen und Steuerung.


Erdgas, auch CNG genannt (Compressed Natural Gas = komprimiertes Erdgas), ist ein Gemisch verschiedener Gase, das dem im Boden liegenden Erdgasnetz entnommen wird. Hauptbestandteil ist Methan. Das Erdgas wird an der Tankstelle nach Gewicht und in zwei Qualitäten angeboten: als höherwertiges H-Gas und als L-Gas mit einem geringeren Energie-Gehalt. Ein Kilo H-Gas entspricht dem Energie-Gehalt von etwa 1,5 Liter Benzin. Im Auto wird CNG bei einem hohen Druck von rund 200 Bar gespeichert. Das macht Nachrüstungen sehr aufwendig und teuer. Für Nachrüstungen eignet sich das flüssige Autogas (LPG=Liquified Petroleum Gas) besser. Es wird aus der Verarbeitung von Erdöl gewonnen und ist schwerer als Luft. Im Unterschied zu CNG erfordert die Speicherung von Autogas nur einen Druck von circa acht Bar. Autogas-Umbauten gibt es für fast alle Benziner.

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